c't 13/2021
S. 28
Titel
Microsoft-Konto: Windows ohne Konto
Bild: Andreas Martini

Zurück in die Kiste!

Windows ohne Microsoft-Konto nutzen

Sie verwenden Windows, wollen sich aber nicht mit einem Microsoft-Konto, sondern mit einem herkömmlichen lokalen Konto daran anmelden? Das geht, ­obwohl Microsoft es gern anders hätte: Windows versucht immer mal wieder, Ihnen das Umstellen der Anmeldung unterzujubeln. Doch Sie können sich dagegen wehren.

Von Axel Vahldiek

Schon während der Installation ­versucht Windows 10, Sie zum Einrichten eines Microsoft-Kontos zu überreden. Im laufenden Betrieb setzt Windows die Versuche fort: Immer mal wieder erscheinen Nachfragen, ob Sie sich nicht doch endlich mit einem Microsoft-­Konto anmelden wollen. Doch auch wenn Microsoft Ihnen das gerne einreden ­wür­de: Um Windows zu nutzen, brauchen Sie kein Microsoft-Konto. Sie können stattdessen ein herkömmliches lokales Benutzerkonto verwenden. Falls Sie sich gar nicht so sicher sind, welche Art von Konto Sie verwenden wollen: Der Artikel auf Seite 18 stellt die Vor- und Nachteile des Microsoft-Kontos vor.

Das Nachfolgende erläutert zuerst, wie Sie Windows 10 ohne Microsoft-Konto installieren. Anschließend geht es um den laufenden Betrieb: Sie erfahren, wie Sie neue, lokale Benutzerkonten hinzu­fügen, wie Sie bereits vorhandene Konten von Microsoft-Konto zu lokalem Benutzerkonto umstellen, welche Apps Sie aus dem Store nutzen können und wie Sie verhindern, dass Mitbenutzer des PCs die Anmeldung auf ein Microsoft-Konto umstellen. Den Abschluss bildet ein besonders rabiater Handgriff, mit dem Sie die Anmeldung an Microsoft-Konten fast komplett lahmlegen.

Ein Tipp aber gleich vorab: Für die erstmalige Anmeldung an ein Microsoft-­Konto ist grundsätzlich eine Onlineverbindung erforderlich. Durch das Ziehen des Netzwerksteckers oder Deaktivieren der WLAN-Verbindung umgehen Sie also jegliches Gedrängel. Vor allem während der Installation von Windows kann Ihnen das viel Nerverei ersparen. Auf Dauer stellt der Offlinebetrieb allerdings zugegebenermaßen wohl nur in seltenen Fällen eine ernsthafte Option dar.

Installation: Home

Wie Sie bei der Installation von Windows um ein Microsoft-Konto herumkommen, hängt von der Edition ab: Bei Home geht es anders als bei Pro, Education und Enter­prise.

Zuerst zu Home. Während des Installationsablaufs erscheint ein Dialog, in dem der Einrichtungsassistent Ihre E-Mail-­Adresse, Ihre Telefonnummer oder Ihren Skype-Namen erfragt. Damit will er Ihr Microsoft-Konto identifizieren. Besitzen Sie kein Konto, können Sie ein neues erstellen. Das Einrichten eines lokalen Kontos hingegen ist nicht vorgesehen, und das ist Absicht: Ein Klick auf „Weitere Informationen“ bringt den Hinweis, dass Sie nach der Installation die Anmeldung von einem Microsoft- auf ein lokales Konto umstellen können. Das ist zwar richtig, doch Microsoft hat bis dahin längst Ihr Konto mit der Installation verknüpft und erkennt letztere danach auch ohne Konto wieder.

Um trotzdem von Anfang an ein ­lokales Konto zu verwenden, gibt es zwei Ansätze. Der einfachste: Tippen Sie statt E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Skype-Name kurzerhand als Kontoname windows ein. Als Kennwort reicht beliebiger Unfug, die Länge ist egal. Das führt zum Hinweis, dass dieses Konto wegen zu häufigen Eingebens eines falschen Kennworts gesperrt sei. Klicken Sie anschließend auf „Weiter“, gelangen Sie zu einem Dialog zum Einrichten eines herkömmlichen ­lokalen Nutzerkontos. Das funktioniert übrigens auch mit anderen Kontonamen, erfolgreich probiert haben wir billgates, microsoft, redmond, cortana, linux und spammer.

Wenn Sie während der Installation behaupten, dass der Name Ihres Microsoft-­Kontos „Windows“ lautet, verweist der Einrichtungsassistent darauf, dass dieses Konto ­gesperrt sei – und erlaubt Ihnen, ein herkömmliches lokales Konto einzurichten.

Falls Sie in der Vergangenheit schon mal den Trick verwendeten, die Mail­adresse eines existierenden und nicht gesperrten Microsoft-Kontos einzugeben, anschließend aber zehnmal hinterein­ander ein falsches Kennwort: Das klappt nicht mehr.

Was wie oben bereits erwähnt noch funktioniert: das Kappen der Internetverbindung. Ziehen Sie also vor dem Start der Windows-Installation die LAN-Strippe und lehnen Sie das Verbinden mit einem WLAN ab. Dann landen Sie direkt im ­Dialog zum Einrichten eines lokalen Kontos. Haben Sie zu spät daran gedacht und s­itzen nun doch vor dem Dialog zum ­Einrichten des Microsoft-Kontos? Drücken Sie Umschalt+F10, woraufhin sich eine Eingabeaufforderung öffnet. Tippen Sie darin entweder das kürzere ncpa.cpl oder das leichter zu merkende control netconnections ein. Es erscheint ein Fenster mit den vorhandenen Netzwerkverbindungen, deaktivieren Sie die aktiven via Kontextmenü. Schließen Sie dieses Fenster und die Eingabeaufforderung wieder und klicken oben auf den Zurück-Pfeil. Nun können Sie ein lokales Konto einrichten. Der Trick mit dem gesperrten Microsoft-Konto namens „windows“ führt in diesem Fall allerdings schneller ans Ziel, und „windows“ als Kontoname lässt sich auch noch leichter merken als die Befehle zum Deaktivieren der Netzwerkverbindung.

Installation: Pro & Co.

Wenn Sie eine Pro-, Education- oder ­Enterprise-Edition installieren, brauchen Sie keine Tricks zum Einrichten eines lokalen Kontos, sondern müssen bloß an die richtige Stelle klicken: Nachdem Sie gefragt werden, ob Sie den PC „Für persönliche Verwendung“ oder „Für eine Organisation“ einrichten, erscheint unabhängig von der Auswahl im nächsten Dialog ein zusätzlicher, aber unscheinbarer Link, der bei Home fehlt. Bei Auswahl „Für persönliche Verwendung“ heißt er „Offlinekonto“.

Während der Installation von Windows 10 Pro, Education und Enterprise führt der unscheinbare Link „Offlinekonto“ zum Einrichtungsdialog für ein lokales Konto.

Als Nächstes versucht Windows, Sie doch noch zu einem Microsoft-Konto zu überreden. Unter anderem behauptet es, dass Sie sich ohne so eines auf eine „Eingeschränkte Erfahrung“ gefasst machen müssten. Das ist Humbug, Windows funktioniert mit einem lokalen Konto genauso wie mit einem Microsoft-Konto. Sie verzichten halt nur auf die zusätzlichen Clouddienste, aber darum geht es ja. Klicken Sie also auf den Link „Eingeschränkte Erfahrung“, dann können Sie ein lokales Konto erstellen.

Unbeaufsichtigte Installation

Es gibt einen weiteren Weg zum lokalen Konto, der bei allen Editionen gleichermaßen gangbar ist, und zwar unabhängig vom Bestehen einer Onlineverbindung. Verwenden Sie eine Antwortdatei, die alle während der Installation auftauchenden Fragen an Ihrer Stelle beantwortet. Damit können Sie automatisiert ein lokales Konto einrichten lassen und kommen so um ­Microsofts Überredungsversuche herum. So eine Datei zu erstellen ist allerdings nicht ganz trivial, die Anleitung dazu füllt einen eigenen Artikel [1].

Sie können auch von c’t vorgefertigte Antwortdateien verwenden. Sie finden via ct.de/y398 ein Zip-Archiv mit gleich zwei Antwortdateien: Autounattendx64.xml sowie Autounattendx86.xml – Obacht, bitte erst diesen Abschnitt zu Ende lesen. Die beiden Dateien sorgen dafür, dass Sie während einer Installation nur noch nach dem Installationsschlüssel und dem Installationsziel auf dem Datenträger gefragt werden. Anschließend läuft alles automatisch durch. Sämtliche Spracheinstellungen werden auf „de-de“ gesetzt, in der Gruppe der Administratoren wird ein Konto namens „ctleser“ angelegt und die Nachfragen zu „Spracherkennung“, „Standort“, „Mein Gerät suchen“, „Umfang der Diagnosedaten“, „Freihand- und Eingabeerkennung verbessern“, „Mithilfe von Diagnosedaten angepasste Erfahrungen erhalten“ und „Apps Werbe-ID verwenden lassen“ werden abgelehnt. Wenn die Installation durch ist, erscheint noch ein Dialog zum Ändern des bislang leeren Kennworts für das Konto. Wollen Sie ­keines vergeben, lassen Sie das Eingabefeld leer.

Sie können die XML-Dateien anpassen, öffnen Sie sie dazu einfach in einem Texteditor wie Notepad. Wenn Sie in ­Österreich oder in der Schweiz wohnen, ändern Sie per Suchen und Ersetzen alle „de-de“ zu „de-at“ beziehungsweise „de-ch“. Den Namen „ctleser“ können Sie ebenfalls per Suchen und Ersetzen anpassen. Falls Sie anderes anpassen wollen, bleibt allerdings nur der erneute Verweis auf [1].

Um eine der XML-Dateien zu verwenden, entscheiden Sie zuerst, ob Sie eine 64- oder 32-Bit-Version von Windows installieren wollen. Bei 64 Bit wählen Sie die Datei Autounattendx64.xml aus und kopieren sie auf einen USB-Stick in dessen Wurzelverzeichnis. Es darf durchaus jener USB-Stick sein, vom dem Sie Windows installieren. Wichtig: Benennen Sie die Datei dort um in Autounattend.xml. ­Achten Sie darauf, sich nicht zu vertippen, denn mit anderen Namen funktioniert es nicht. Lassen Sie den Stick während der gesamten Installation angestöpselt. Bei einer 32-Bit-Installation verfahren Sie analog mit der Datei Autounattendx86.xml.

Anmeldung von Microsoft-Konto trennen

Falls Sie bereits ein Microsoft-Konto für die Anmeldung an Windows nutzen, das aber künftig nicht mehr wollen, können Sie die Verbindung trennen. Öffnen Sie dazu die Einstellungen (Windows+I drücken oder auf das Zahnrad links unten im Startmenü klicken). Unter „Konten“ finden Sie hier direkt Ihr Konto und darunter einen Link namens „Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden“.

Sollten Sie bislang ein Microsoft-Konto zum Anmelden an Windows verwenden, das künftig aber nicht mehr wollen, stellen Sie das in den Einstellungen unter „Konten“ um.

Es startet ein Assistent, der erst das Kennwort beziehungsweise die PIN Ihres Microsoft-Kontos wissen will. Anschließend fragt er Benutzername, Kennwort und Kennworthinweis für das lokale Konto ab, mit dem Sie sich künftig anmelden. Sie können als Benutzernamen einen anderen als den vorgegebenen eintragen, doch beachten Sie dann, dass Ihr Nutzerprofil unter C:\Benutzer von der Namensänderung nicht betroffen ist, es heißt also weiterhin wie zuvor. Zum Schluss meldet Sie Windows einmal ab und wieder an, dann ist die Umstellung abgeschlossen.

Haben Sie sich in der Vergangenheit zwar nicht an Windows, wohl aber im Store oder an Apps angemeldet, hat Windows die dazugehörigen Informationen gespeichert. Löschen können Sie diese in den Einstellungen unter „Konten/E-Mail- & Konten“. Hier können Sie bei jedem ­gespeicherten Konto nach einem Klick ­da­rauf nicht nur umstellen von „Microsoft-Apps dürfen mich anmelden“ auf „Apps müssen zur Verwendung dieses Kontos meine Zustimmung anfordern“, sondern das Konto auch entfernen.

Sie können ein überflüssig gewordenes Microsoft-Konto übrigens auch komplett löschen, doch das ist nicht trivial. Denn das erfordert diverse Bestätigungen, und zwar aus gutem Grund. So soll unter anderem verhindert werden, dass jemand unberechtigt ein fremdes Konto schließt. Außerdem könnten jede Menge persönliche Daten beim Löschen verloren gehen, etwa Mails, Chatverläufe und Kontakte, aber auch Spielfortschritte. Schließlich könnten auch Guthaben und Abonnements etwa für Office 365 im Konto hinterlegt sein. Einen Assistenten zum Löschen hat Microsoft auf seiner Website veröffentlicht, zu finden über ct.de/y398.

Neues Nutzerkonto

Windows gibt sich viel Mühe, um zu verhindern, dass Sie einer Installation ein weiteres lokales Konto hinzufügen – alle weiteren Konten sollen nach Microsofts Willen Microsoft-Konten sein. Das führt dazu, dass die schnellste und einfachste Methode zum Erstellen eines lokalen Kontos das Eintippen eines Kommandozeilenbefehls ist. Drücken Sie Windows+X und wählen Sie (je nachdem, was vorhanden ist) „Eingabeaufforderung (Administrator)“ oder „Windows PowerShell (Administrator)“. Dort tippen Sie Folgendes ein, um ein neues Konto beispielsweise namens „ctleser“ anzulegen.

net user ctleser /add

Den Namen können Sie anpassen. Verwenden Sie nur Buchstaben und Ziffern. Falls Sie partout ein Leerzeichen im Namen wollen, müssen Sie den Namen in Anführungsstrichen angeben (net user "Bill Gates" /add).

Auch per Mausklick können Sie ein lokales Konto erstellen, doch ist das oft umständlicher, als den genannten Befehl einzutippen. Den Assistenten finden Sie in den Einstellungen unter „Konten/Familie und andere Benutzer/Diesem PC eine andere Person hinzufügen“. Der einfachste Trick, Sie ahnen es schon, ist wie bei der Installation auch hier das vorübergehende Trennen der Internetverbindung, dann bietet der Konto-Assistent direkt das Erstellen eines lokalen Kontos an.

Wenn Sie in Windows ein weiteres ­herkömmliches lokales Konto einrichten wollen, klicken Sie im Assistenten auf den unteren Link.

Mit Onlineverbindung hingegen scheint der Konto-Assistent grundsätzlich nur zum Erstellen von Microsoft-Konten bereit zu sein, denn er bietet als Schaltflächen nur „Abbrechen“ und „Weiter“ an. Doch es gibt hier auch den Link „Ich kenne die Anmeldeinformationen für diese Person nicht“. Mit dem landen Sie in einem Dialog zum Erstellen eines neuen Microsoft-Kontos – und oberhalb der Schaltflächen finden sich mehrere Links, deren unterer „Benutzer ohne ­Microsoft-Konto hinzufügen“ endlich ans Ziel führt. Das klingt etwas absurd, ist aber der offiziell von Microsoft empfohlene Weg zum lokalen Konto (siehe ct.de/y398).

Gequengel abstellen

Gelegentlich wird Sie Windows 10 nach dem Hochfahren mit der Frage begrüßen, ob Sie nicht endlich ein Microsoft-Konto zur Anmeldung verwenden wollen. Ein „Nein“ ist dabei nicht vorgesehen, die einzige Schaltfläche heißt „Weiter“ und führt zur Umstellung auf das Microsoft-Konto. Der Versuch, den Dialog per Taskmanager abzuschießen, scheitert daran, dass sich der Konto-Dialog stets ganz nach vorn drängelt und so selbst den Taskmanager überdeckt. Die einzige Alternative ist der Klick auf einen Link, der „In drei Tagen erinnern“ heißt. Dann erscheint der Dialog nach dieser Zeitspanne erneut, und wenn Sie dieses Mal statt auf „Weiter“ auf „Später erinnern“ klicken, ist erst mal ­wieder für eine Weile Ruhe.

Ganz verhindern lassen sich solche Nachfragen nicht, denn Microsoft kann per Windows Update weitere nachladen. Aber immerhin können Sie verhindern, dass der weggeklickte Dialog noch ein weiteres Mal erscheint. Drücken Sie die Windows-Taste und geben Sie buchstabenweise so lange Aufgabenplanung ein, bis der gleichnamige Suchtreffer erscheint. In der Aufgabenplanungsbibliothek finden Sie eine Aufgabe, die derzeit „PostponeDeviceSetupToast ...“ heißt. Der Name mag jedoch schon nach dem nächsten Windows-Update wieder anders lauten. Was Microsoft nicht so leicht ändern kann: In der Spalte „Trigger“ ist ein Termin in drei Tagen genannt. Löschen Sie die Aufgabe via Kontextmenü, dann erscheint die Erinnerung nicht erneut.

Nachfragen, ob Sie nicht doch endlich ein Microsoft-Konto verwenden wollen, können Sie zwar nicht ganz verhindern, weil Windows sie per Update nachlädt. Das Wiederholen so einer Nachfrage können Sie aber unterdrücken, indem Sie die dazugehörige Aufgabe löschen.

Theoretisch bietet Windows 10 übrigens eine Option, damit solche Nachfragen nicht mehr auftauchen: Entfernen Sie in den Einstellungen unter „System/Benachrichtigungen und Aktionen“ das Häkchen vor „Möglichkeiten zum Abschließen der Einrichtung meines Geräts für die optimale Nutzung von Windows vorschlagen“. In der Praxis hilft das aber nicht, weil Microsoft auch diese Option gelegentlich bei Updates wieder reaktiviert.

Store und Apps ohne Microsoft-Konto

Die weit verbreitete Annahme, dass sich Apps aus dem Windows-eigenen Store nur mit einem Microsoft-Konto herunterladen lassen, ist schon seit einiger Zeit nicht mehr korrekt. Bei aktuellen Windows-10-Versionen können Sie Gratis-Apps problemlos ohne Microsoft-Konto bekommen. Der Store bittet Sie zwar nach einem Klick auf „Herunterladen“ unter der Überschrift „Geräteübergreifend verwenden“ darum, sich mit einem Microsoft-Konto anzumelden, doch dort prangt ausnahmsweise neben der „Anmelden“-Schaltfläche eine namens „Nein, danke“.

Auch die bei Windows mitgelieferten Apps wie „Alarm & Uhr“, „Wetter“, „Fotos“, „Karten“ und den Browser „Edge“ können Sie ohne ein Microsoft-Konto nutzen. Falls ein Anmeldedialog erscheint, reicht es aus, ihn über das Kreuz oben rechts zu schließen, notfalls die App ­danach erneut starten. Ausnahmen sind reine Cloud-Apps wie OneDrive und Skype, die nur mit Microsoft-Konto funktionieren.

Mitbenutzer-Falle vermeiden

Es gibt zwei Fallen, von denen Sie wissen sollten, wie sie aussehen und wie Sie sie umgehen. Die erste: Auch Mitbenutzer Ihres Benutzerkontos könnten sich mit einem Microsoft-Konto anmelden und bei der Gelegenheit die Windows-Anmeldung darauf umstellen. Es gab durchaus schon den Fall, dass ein Vater seinen Sohn an den PC ließ. Der Sohn, der bereits ein eigenes Microsoft-Konto besaß, wollte auf Papas PC ein Spiel aus dem Store laden, gab dafür seine Zugangsdaten ein und klickte auf „Weiter“. Als Nächstes passierte, was der Vater unbedingt verhindern wollte: Die Anmeldung war umgestellt, und das nicht mal auf das Microsoft-Konto des ­Vaters, sondern auf das des Sohnes.

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Abhilfe. Empfehlenswert ist, dem Nachwuchs separate Nutzerkonten einzurichten. Wenn Sie auf Ihrem privaten PC sensible Daten speichern, sollten Sie diese zudem verschlüsseln. Sofern Sie Windows 10 Pro, Education oder Enterprise nutzen, gelingt das mit Bordmitteln, und zwar so, dass Mitbenutzer den PC trotzdem ohne Kennwort nutzen können. Die Handgriffe dazu haben wir in [2] zusammengetragen.

Die rabiate Methode

Wenn Sie sicherstellen wollen, dass sich an Ihrem PC niemand an einer App oder an Windows mit einem Microsoft-Konto anmelden kann, gibt es noch einen besonders rabiaten Weg. Rabiat ist er vor allem deshalb, weil Sie, wenn Sie ihn verfolgen, später immer mal wieder Fehlermeldungen zu sehen bekommen, denn damit endet anschließend jeder Anmeldeversuch an ein Microsoft-Konto. Das gilt auch für andere Nutzer des PCs. Alles andere funktioniert aber wie gewohnt weiter. Der Trick besteht darin, den zum Anmelden nötigen Assistenten lahmzulegen (was sich aber bei Bedarf rückgängig machen lässt).

Um Sie an ein Microsoft-Konto anzumelden, nutzt Windows einen Assistenten. ­Dahinter steckt ein Dienst, und den ­können Sie lahmlegen. Dann scheitert jeder Anmeldeversuch mit einer Fehlermeldung.

Hinter diesem Assistenten steckt ein Windows-eigener Dienst. Zum Deakti­vieren des Dienstes drücken Sie die Windows-Taste und tippen Dienste so lange buchstabenweise ein, bis der gleichnamige Suchtreffer erscheint. Suchen Sie in der Liste der Dienste jenen namens „Anmelde-Assistent für Microsoft-Konten“. Wählen Sie aus dessen Kontextmenü „Eigenschaften“ und klicken Sie darin auf die Schaltfläche „Beenden“. Anschließend ändern Sie das Pull-down-Menü „Starttyp“ von „Automatisch“ auf „Deaktiviert“. Nach einem Klick auf „Übernehmen“ sind keine Anmeldungen per Assistent mehr möglich. Beachten Sie bitte, dass Windows das Deaktivieren des Dienstes beim ­Upgrade auf die nächste Windows-10-­Version rückgängig machen könnte. Es reicht dann aber aus, das Deaktivieren zu wieder­holen.

Die einzigen Anmeldungen an ­Microsoft-Konten, die danach noch funktionieren, sind Anmeldungen im Browser, da diese nicht über den Assistenten laufen. Doch das macht in diesem Fall nichts, denn per Browser lässt sich die Windows-Anmeldung nicht auf ein Microsoft-Konto umstellen. Und darum geht es ja. (axv@ct.de)

Microsoft-Dokus: ct.de/y398

Kommentare lesen (8 Beiträge)