c't 14/2021
S. 78
Test & Beratung
Büromonitor

Flimmerkiste

Büromonitor mit Blaulichtfilter

HP setzt bei seinen Büro­­moni­toren auf die sogenannte Eye ­Ease-Technik, um den Blaulichtanteil zu reduzieren. Am Beispiel des E24i G4 sind wir der Technik nachgegangen.

Von Ulrike Kuhlmann

Der 24-zöllige E24i G4 zeigt mit seinen 1920 × 1200 Pixeln etwas mehr Bildhöhe als Full-HD-Displays. Das erleichtert die Arbeit in langen Tabellen und großen Dokumenten. Auch die Mechanik des Monitors fördert ergonomisches Arbeiten, denn das Display ist auf seinem stabilen Fuß höhenverstellbar und neigbar sowie seitlich und ins Hochformat drehbar.

HP empfiehlt den E24i zudem als besonders augenschonendes Gerät. Der Monitor nutzt die von HP „Eye Ease“ genannte Technik, die den Anteil kurzwelligen Blaulichts reduziert. Ein hoher Blauanteil des Lichts beeinflusst den zirkadianen Rhythmus und damit die innere Uhr des Menschen. Außerdem wird Blaulicht in einigen Studien als belastend für die Augen identifiziert.

Während die meisten Geräte als abendlichen Blaulichtfilter einen speziellen Bildmodus anbieten, hat HP im E24i einen Teil des besonders niederfrequenten Blaulichts dauerhaft reduziert. Dazu wurden für die LED-Hintergrundbeleuchtung etwas andere Dioden genutzt: Statt bei üblichen 445 bis 450 Nanometern leuchten sie schwerpunktmäßig bei 460 Nanometern. Auf diese Weise konnte HP den Teil des potenziell belastenden Blaulichts zwischen 400 und 455 Nanometern im Displaylicht stark reduzieren, ohne einen hässlichen Gelbstich ins Bild zu holen.

Allerdings hat der Hersteller die Farbfilter des Monitors nicht an das neue Backlight-Spektrum angepasst. In der Folge gelangen Teile des zu höheren Wellenlängen hin verschobenen blauen Lichts durch den grünen Farbfilter: Neben dem hohen grünen Peak um 540 nm zeigte sich in unseren Messungen ein kleiner blauer Peak um 475 nm. Reines Grün (RGB 0/255/0) bekommt dadurch am Display einen leichten Türkis-Stich. Den sRGB-­Farbraum deckt der Monitor dennoch sauber ab.

Blau ist im Spektrum des HP E24i G4 leicht in Richtung höherer Wellenlängen ver­schoben und liegt nun bei 460 nm. Durch die Farbfilter dringt mehr Licht um 475 nm an die Displayoberfläche.

Mattiertes IPS-Display

Gut gefallen hat uns die Entspiegelung des mattierten Displays. Der Kontrast von fast 1100:1 ist für ein IPS-Panel gut. Während sich die Farben als IPS-typisch stabil erwiesen, dunkelte der Schirm von der Seite betrachtet merklich ab. Als wir den Kopf parallel zur Displayoberfläche von unten nach oben bewegten, wanderten horizontale Streifen über die Darstellung – fast so, als schaue man über eine Linsenraster­folie.

HP E24i G4
24-Zoll -Monitor mit permanentem Blaulichtfilter
Hersteller HP, www.hp.com/de
Paneltyp IPS (mattiert), 6-Bit + FRC
Auflösung (Format), Pixeldichte, Bildfrequenz 1920 × 1200 Pixel (16:10), 94 dpi, 50–60 Hz
sichtbare Bildfläche / -diagonale 52 cm × 32,5 cm / 61 cm
Videoeingänge DisplayPort, HDMI, VGA
weitere Ausstattung USB-Hub mit 4 USB-A 3.2 Gen 1 (5 Gbit/s)
Displaymechanik LCD drehbar, höhenverstellbar, neigbar, Porträt-Modus
Abmessungen B × H × T / Gewicht 53 cm × 35 - 50 cm × 5 cm / 6 kg
VESA-Halterung (Lochabstand) ✓ (10 cm × 10 cm)
Lieferumfang Kabel: HDMI, DisplayPort, USB, Netz
Garantie 3 Jahre
Preis 215 €

Insgesamt ist die Darstellung ohnehin sehr unruhig, was an einer zu geringen Frequenz des Frame-Rate-Controllers (FRC) liegen dürfte. In dem 6-Bit-Panel werden per FRC 8-bittige Farb- und Grauabstufungen durch die schnell wechselnde Anzeige von benachbarten Farbtönen erzeugt. Insbesondere graue Hintergründe geraten dadurch sehr krisselig.

Die Leistungsaufnahme des Monitors variiert stark mit dem Bildinhalt. Das ­kennen wir nur von Displays mit lokal dimmbarem Backlight. Bei einfarbigen, grauen und weißen Bildinhalten waren es zwischen 8,5 und 10 Watt, mit einem ­farbigen Testbild knapp 14 Watt. Erklären konnten wir uns diese starken Schwan­kungen nicht.

Fazit

Der E24i G4 ist ein gut ausgestatteter 24-Zöller mit angenehmem 16:10-Format zum fairen Preis von 210 Euro. Während die Mechanik des günstigen Monitors ­vorbildlich funktioniert und er viele ­Signaleingänge besitzt, fällt die Qualität des 6-Bit-Panels merklich ab.

Dass sich HP dem Blaulicht-Thema anders nähert als andere Hersteller, fällt positiv auf: Da die Wirkung hier nicht an einen Bildmodus gebunden ist, lässt sich der Monitor unkomplizierter nutzen. Das nervige FRC-Flirren macht etwaige augenschonende Eigenschaften durch die Blaulichtreduzierung allerdings zunichte.

Die Wirkung von tiefblauem Licht wird in etlichen Studien als belastend diskutiert, eine echte Schädlichkeit konnte jedoch ­bislang nirgends nachgewiesen werden. Dennoch springen immer mehr Hersteller auf den Blaulicht-Zug auf. Immerhin stört der von HP genutzte Blaulichtfilter den Bildeindruck nicht. (uk@ct.de)

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