Hand-Held
One Netbook One GX 1Pro: Core i7-1160G7 und Xe-Grafik fürs Zocken unterwegs
Das Notebook One GX1 Pro passt in eine größere Jackentasche und soll mit integrierter Xe-Grafik unterwegs den Alleinunterhalter geben. Vernünftig arbeiten lässt sich auf ihm allerdings nur mit USB-Peripherie.
Das Netbook im Namen täuscht, ist im Inneren des One GX 1Pro doch modernste Intel-Technik verlötet. Der vierkernige Prozessor Core i7-1160G7 entstammt der aktuellen Tiger-Lake-Reihe, läuft im Turbo mit mehr als 4 GHz und stellt dem Betriebssystem dank Hyper-Threading acht virtuelle Kerne zur Verfügung. Die integrierte Xe-Grafik ist stark genug, um viele Titel zumindest in mittleren Details flüssig spielen zu können. Dabei wiegt der Zwerg mit seinem 8-Zoll-Touchbildschirm und 1920 × 1200 Bildpunkten nicht einmal 700 Gramm. All das macht ihn zu einem echten Nerd-Spielzeug für die Manteltasche – einer teuren Spielerei für unterwegs. Einem Ergonomievergleich mit normalgroßen Notebooks hält das 1Pro nicht stand.
Der Mini stammt aus der Fabrik von One Netbook, die sich im Markt für Spiele-Notebooks im Handheld-Format einen Namen gemacht hat. Importiert wird das nur mit englischer Tastaturbelegung verfügbare Gerät vom Shop dragonbox.de. Außer dem Core i7-1160G7, der hier ab Werk 15 Watt TDP verbraten darf, sind 16 GByte LPDDR4X-4267 sowie eine recht lahme NVMe-SSD mit 512 GByte eingebaut. Wi-Fi-6- und Bluetooth-5.0-Verbindungen stellt das Intel-Modul AX201 her. Bei unserem Testgerät kam noch ein 4G-SIM-Kartenslot hinzu, der aber optional ist. Damit ist das Mini-Notebook hardwareseitig gut ausgestattet.
Dazu gibt es ansteckbare Bluetooth-Game-Controller mit Analogsticks. Sie haben eine ähnliche Größe wie die Controller der Nintendo Switch und werden als XInput-Geräte erkannt. Laden müssen die Controller allerdings separat, die Halterung am 1Pro ist rein mechanisch.
Ein kleiner Gnubbel flankiert von zwei Tasten am vorderen Rand dient als Mausersatz und ist entweder das kleinste Touchpad oder der unbeweglichste Trackpoint der Welt. Produktiv und ergonomisch ist das nicht. Die QWERTY-Tastatur mit optisch abgesetzten WASD-Tasten lässt sich per Fn-Tastenkombo bunt hinterleuchten, regelbar ist das Gimmick aber leider nicht. F- und Zifferntasten teilen sich eine Zeile der Tastatur. Eine Reihe Sondertasten für die Lautstärke- und Helligkeitsregelung, aber auch für die drei manuellen Lüfterstufen, findet sich darüber. Ohne Last bleibt der Lüfter stehen und das Notebook arbeitet geräuschlos. Per Fn-Tastenkombination schaltet man auf den High-Performance-Modus, gegen dessen störend lautes Pfeifen man ein gut abschirmendes Headset braucht. Alternativ wechselt man in den erträglichen Silent-Modus, der allerdings das TDP-Budget auf 7 Watt drosselt, sodass das GX 1Pro nur noch halb so schnell rechnet.
Lieber mal spielen als malochen?
Das Tastenraster ist für normalwurstige Männerfinger zu eng, um komfortabel zu schreiben, das ungewohnte und nicht standardmäßige englische Layout hilft dabei nicht unbedingt weiter. Die Steuerung von Shootern und anderen Spielen gelingt mit etwas Übung jedoch gut. Wer am One GX 1Pro arbeiten will, sollte eine separate Maus und Tastatur sowie einen externen Bildschirm über einen der USB-C-Ports am Heck nutzen. Das integrierte Display löst zwar fein auf, doch die Pixelzahl ist für seine Diagonale von 8 Zoll einfach zu viel. Windows empfiehlt sinnvollerweise eine Skalierung von 200 Prozent, wodurch sich Schriften gut ablesen lassen. Aber dadurch nehmen Bedienelemente wiederum viel Raum ein – wehe ein Programm kommt nicht mit der Windows-Skalierung zurecht, denn dann wird es fitzelig.
Die Laufzeiten als kleine Zockmaschine sind trotz des starken Akkus nicht berauschend. Zwar sind knapp 8 Stunden Videoschauen ein guter Wert – dabei hilft der kleine und daher stromsparende Bildschirm. Wer das 1Pro seiner Bestimmung, den 3D-Spielen, zuführen will, muss schon nach knapp über 2 Stunden eine Steckdose aufsuchen oder eine PD-kompatible Powerbank an einen der beiden 1 GByte/s schnellen USB-C-Ports anschließen.
Mini-Tuning
Die Leistung des Prozessors und seiner integrierten Grafik genügt, um ältere Rennspiele wie Dirt Rally oder Tomb Raider (2013) in HD-Auflösung von 1280 × 800 Pixeln mit flüssigen 60 fps zu spielen. Bei 1920 × 1200 Pixeln laufen Klassiker wie The Elder Scrolls Skyrim, The Talos Principle oder Bioshok Infinite mit hohen Details flüssig. Mit moderneren Spielen gerät die Xe-Grafik ans Limit. Shadow of the Tomb Raider bewältigte das 1Pro in 1280 × 800 Pixeln mit hakeligen – großzügig könnte man sagen: cinematischen – 25 fps bei mittleren Details.
Tatsächlich erlaubt der Hersteller, dem Mini im BIOS-Setup noch etwas mehr Feuer zu geben. Bis zu 20 anstelle von 15 Watt lassen sich hier eintragen, was die Performance im Cinebench R23 um knapp 15, im 3DMark Fire Strike sowie Time Spy um 10 Prozent erhöht. In Shadow of the Tomb Raider knackte das One GX 1Pro dann immerhin die 30-fps-Marke.
Für den Vergleich mit älteren Mini-Handheld-Notebooks wie dem GPD Winmax und dem GPD Win 5.5 haben wir noch den 3DMark 11 in der Performance-Voreinstellung durchlaufen lassen [1]. Mit 5715 Punkten sticht das GX 1Pro das GPD WinMax (4279 Punkte) und das GPD Win 5.5 (558 Punkte) deutlich aus.
Fazit
Das One GX 1Pro ist mit 1360 Euro für die getestete Konfiguration ein teures Vergnügen, die Variante ohne 4G-Modem kostet nur 40 Euro weniger. Wem die nerdige Spielerei so viel Geld wert ist, der bekommt ein solides Mini-Notebook mit erstaunlich viel Leistung für seine Größe, ärgert sich beim mobilen Spielen aber über die kurze Laufzeit unter Last. Die Performance würde auch ausreichen, um mit dem Notebook seinen Arbeitsalltag zu bestreiten. Das scheitert an der schlechten, durch die ultrakompakten Maße bedingten Ergonomie - doch USB-Peripherie inklusive Display können Abhilfe schaffen. (csp@ct.de)
| One Netbook One GX 1Pro: Daten und Testergebnisse | |
| getestete Konfiguration | OneGX1pro4G |
| Lieferumfang | Windows 10 Home 64 Bit, Netzteil |
| Schnittstellen (V = vorne, H = hinten, L = links, R = rechts, U = unten) | |
| VGA / DVI / HDMI / DisplayPort / Kamera (Hello) | – / – / ✓ (R, Micro-HDMI) / – / – (–) |
| USB 2.0 / USB 3.0 / USB 3.1 / LAN | – / 1 × (H) / 2 × (beide USB-C) / – |
| Kartenleser / Strom / Docking-Anschluss | – / – / – |
| USB-C: Thunderbolt / USB 3.0 / USB 3.1 / DisplayPort / Laden | – / ✓ / ✓ / ✓/ ✓ |
| Ausstattung | |
| Display | MS_9001 BW8: 7 Zoll/ 17,8 cm, 1920 × 1200, 16:10, 323 dpi, 11 ... 274 cd/m², spiegelnd |
| Prozessor | Intel Core i7-1160G7 (4 Kerne mit HT), 2,1 GHz (Turbo bis 4,4 GHz), 4 × 1280 KByte L2-, 12 MByte L3-Cache |
| Hauptspeicher / Chipsatz | 16 GByte LPDDR4X-4267 / Intel Tiger Lake UP4 (BIOS: 5.19) |
| Grafikchip (Speicher) / mit Hybridgrafik | int.: Intel Iris Xe (vom Hauptspeicher) / – |
| Sound | HDA: Realtek ALC269 |
| LAN / WLAN | – / CNVi: Intel AX201 (Wi-Fi 6, 2 Streams) |
| Mobilfunk / Bluetooth (Stack) | USB: Fibocom L831-EA / USB: Intel (Microsoft) |
| Touchpad (Gesten) / TPM / Fingerabdruckleser | ✓ (–) / – / – |
| Massenspeicher / optisches Laufwerk | SSD: One-Netbook PCI-E 512G SSD (512 GByte) / – |
| Stromversorgung, Maße, Gewicht | |
| Akku (Ladestopp < 100 % einstellbar) | 60 Wh Lithium-Ionen (–) |
| Netzteil | Idea Power USB-C PD45C4, 45 W, 10,2 cm × 6,4 cm × 3,1 cm, Steckernetzteil (Kabel: 121,5 cm) |
| Gewicht / Größe / Dicke mit Füßen | 0,63 kg / 17,3 cm × 14,3 cm / 2,4 cm |
| Tastaturhöhe / Tastenraster | 1,9 cm / 16 mm × 13 mm |
| Leistungsaufnahme | |
| Suspend / ausgeschaltet | 1,2 W / 1,1 W |
| ohne Last: Display aus / 100 cd/m² / max | 4,2 W / 5,8 W / 6,8 W |
| CPU-Last / Video / 3D-Spiele (max. Helligkeit) | 35 W / 9,7 W / 27 W |
| max. Leistungsaufnahme / Netzteil-Powerfactor | 54 W / 0,55 |
| Laufzeit, Geräusch, Benchmarks | |
| Laufzeit Idle (100 cd/m²) / Video (200 cd/m²) / 3D (max) | 12,6 h / 7,7 h / 2,2 h |
| Ladestand / Laufzeit nach 1 h Laden | 39 % / 5 h |
| Geräusch ohne / mit Rechenlast | 0,7 / 2,3 Sone (Silent-Mode: 0,7 Sone) |
| Massenspeicher lesen / schreiben | 1730 / 570 MByte/s |
| IOPS (4K) lesen / schreiben | 93500 / 77200 |
| WLAN 5 GHz / 2,4 GHz (20 m) / MU-MIMO-fähig | 74 (5, Verbindungsabbrüche)/ 21 (5) MByte/s / ✓ |
| Cinebench R23 Rendering (1 / n CPU) | 1285 / 3858 Punkte (20 Watt: 1318 / 4423) |
| 3DMark: Wild Life / Night Raid / Fire Strike / Time Spy / Port Royal | 9972 / 13150 / 4197 / 1493 / – |
| Preis und Garantie | |
| Straßenpreis Testkonfiguration | 1360 € |
| Garantie | 2 Jahre |
| sehr gut gut zufriedenstellend schlecht sehr schlecht ✓ vorhanden – nicht vorhanden k. A. keine Angabe | |