c't 9/2021
S. 88
Test & Beratung
Mäuse

Mauskunft

Mehr Tasten, mehr Auflösung: Office-Mäuse on Steroids

Die neue Generation der ­Office-Mäuse protzt mit ­Ergonomie, mehr Tasten und hoher Auflösung. Bringt das alles was fürs lange Arbeiten mit den mausgrauen Klick-­Geräten? Denn Mausgrauen wegen Hand-, Arm- und ­Schulterbeschwerden wäre Käse.

Von Michael Link und Rudolf Opitz

Der gemeine Homo sapiens laborensis benutzt am Computer im Schnitt während der Hälfte der Zeit eine Maus – halb so lang wie eine Tastatur. Die meisten Menschen widmen dem Knubbel unter der Hand beim Kauf aber so gut wie keine Aufmerksamkeit, obwohl die richtige Maus für schnelleres und ermüdungs­ärmeres Arbeiten sorgt.

Wer hauptsächlich mit dem Browser im Internet unterwegs ist, spart mit Tasten auf der Maus Zeit beim Vor- und ­Zurückblättern. Office- und besonders Excel-Athleten scrollen mit einem seitlich kippbaren Mausrad bequem über mehrere Spalten hinweg, was Mauswege oder Tastendrücke spart. In vielen Führungsetagen sind Lasermäuse gern ­gesehen, denn sie funktionieren auch auf repräsentativen Glastischen. Eine schnelle Umschaltung der Auflösung der Mausbewegung ist wiederum fürs Kreative und Gaming gleichermaßen inte­ressant.

Aber braucht eine Maus 16.000 dpi Auflösung? Was bringt ein superleichter Flitzer auf Mausmatten im Homeoffice? In einer Serie testet die Redaktion zuerst Office-Mäuse, in einem der nächsten Hefte folgen die technisch anspruchsvolleren Gaming-Mäuse und dann kommen spezielle Maus-Bauformen dran.

Im Test sind Mäuse von 10 bis 110 Euro: Die günstige Amazon-Standardmaus, die Cherry MW8 Ergo, die Hama MW-600, die HP 280 Silent Wireless sowie zwei Logitech-Modelle (MX Any­where, MX Master 3) und drei Microsoft-­Mäuse: die Bluetooth Mouse, die Bluetooth Ergonomic sowie die Bluetooth Precision Mouse und die Razer Pro Click Ergonomic.

Leuchten statt rollen

Ganz früher verstand man unter dem Wort Maus nur kleine und befellte Tiere mit einer zugeschriebenen Vorliebe für Käse und Angst vor Katzen. Die Erfindung der Computermaus – sie wurde 1967 patentiert – machte für viele Menschen den Computer zugänglicher. Die Grundidee hat sich nicht geändert. Ein Sensorelement überträgt die Bewegungen eines Handgerätes, das auf einer glatten Oberfläche herumgeschoben wird, auf ein Zeigerelement am Bildschirm. Mit Tastern lassen sich Befehle auslösen. Zunächst brauchte man spezielle Mausmatten, die es dem Sensor erleichterten, Bewegungen zu erfassen. Die Älteren unter uns erinnern sich daran, wie man ab und zu die Rollkugel aus der Maus holen und die innenliegenden Walzen entflusen musste. Noch Ältere haben auch regelmäßig Schleif­kontakte gewechselt.

Die Mäuse aus der Generation Z sind toleranter geworden: Kugeln und Mechaniken wurden durch optische Sensoren ersetzt. Aktuelle kommen auch mit fein strukturierten, glatten und einfarbigen Oberflächen gut zurecht. Lasermäuse funktionieren darüber hinaus auf Glas­tischen. Im c’t-Labor testeten wir Mäuse auf verschiedenen Oberflächen. Dabei schnitt die Microsoft Precision Maus mit ihrem BlueTrack-Sensor am besten ab. Sie funktionierte auf Mausmatten aller Art, Glastischen unterschiedlicher Dicke und selbst auf einem Spiegel. Ähnlich gut waren beide Kandidaten von Logitech, die MX Master 3 und MX Anywhere, die jedoch trotz Sensoren mit Dunkelfeldmikroskopie-Technik in einem Spiegel als Untergrund einen unüberwindlichen Endgegner fanden.

Ein Problem vergangener Mausgenerationen: Bei manchen farbigen Flächen versagte der Sensor. Daher testete die Redaktion auch bunte Mausmatten und glänzende mit einlaminiertem Foto. Nur bei der Hama MW-600 blieb der Mauspfeil gelegentlich hinter den Erwartungen zurück.

Völlig aufgelöst

Auch bei Mäusen wollen Hersteller die Käufer mit dem ewigen Zaubermittel großer Zahlen beeindrucken: je mehr dpi, desto sauser die Maus! Das ist zwar nicht falsch, aber für Auflösungen von mehr als 4000 dpi gibt es kaum sinnvolle Anwendungsfälle. Aber was ist überhaupt ein sinnvoller dpi-Wert und was besagt er bei Mäusen?

Die Auflösung der Maus gibt an, wie empfindlich sie auf Bewegungen rea­giert. Konkret verrät die Angabe in dpi (dots per inch), um wie viele Pixel sich der Mauszeiger bewegt, wenn man die Maus um einen Zoll (2,54 Zentimeter) bewegt. Selbst einfache Büromäuse legen auf dieser Distanz 1000 Pixel auf dem Display zurück. Bewegt man die Maus horizontal um knapp fünf Zentimeter, wandert der Zeiger von einer Seite eines Full-HD-Displays (1920 × 1080 Pixel) zur anderen.

Zum Vergleich: Alte Modelle schaffen etwa 400 dpi. Die waren allerdings für VGA-Monitore mit weitaus weniger Pixeln gedacht. In beiden Fällen reicht die Auflösung für ein bequemes Hin und Her auf dem Display. Die benötigte Auflösung hängt also stark von der Auflösung des Bildschirms ab und nicht von seiner Größe.

Bei Detailfummelkram etwa in der Fotobearbeitung ist – was erst mal komisch klingt – eine niedrige Auflösung besser, weil sie die Mausbewegungen niedriger übersetzt, man also feiner manövrieren kann. Und wer im Gegenteil den Mauspfeil flott von einer Seite des Bildschirms zur anderen scheuchen muss, will eine höhere Auflösung, sonst braucht man viel Platz und schiebt sich einen Wolf. Wer die Maus nur aus dem Handgelenk führt, benötigt bei einem Full-HD-Monitor nicht mehr als 1500 bis 2000 dpi, bei einem 4K-Display reichen 4000 dpi. In Summe: Mit hohen dpi-Zahlen werben die Hersteller zwar gerne, aber eine 8000-dpi-Maus dürfte selbst für Ultra-Wide-Displays mit über 5000 Pixeln in Horizontalrichtung völlig ausreichen.

Die Sensoren aktueller Mäuse schaffen besonders im Gaming-Sektor gleichwohl 12.000, 16.000 oder sogar 25.000 dpi. Bei einer Auflösung 16.000 dpi reicht eine Bewegung von 0,6 Zentimetern, um von einer Seite eines 4K-Bildschirms zur anderen zu kommen – für Gamer vielleicht sinnvoll. Doch genaues Positionieren im Office-Betrieb ist so nicht mehr möglich. Daher haben fast alle Gaming-­Mäuse und immer mehr Büromodelle Tasten zum schnellen Wechseln der Auflösung, die den Umweg über Einstellmenüs überflüssig machen. Oft reichen zwei Stufen; die vielfach zu findenden vier oder fünf Stufen erscheinen uns überflüssig, weil das Umstellen zu viele Klicks erfordert. Einige Gaming-­Mäuse haben außerdem sogenannte Sniper-Tasten, die beim Gedrückthalten die Auflösung zum Zielen auf 400 dpi reduzieren – bei Excel, Word & Co. unnötiger Firlefanz.

Gelegentlich betreiben Hersteller die optischen Sensoren außerhalb ihrer Spezifikation. Der Sensor PAW3805EK ist laut Datenblatt nur mit 3000 dpi Auflösung angegeben, wird aber in der Cherry MW8 mit bis zu 3200 dpi etwas überreizt. Eine zu geringe Auflösung ist aber tatsächlich gar kein Problem, denn auch uralte Mäuse mit hardwareseitig geringen Sensorauflösungen lassen sich im Mausmenü der Betriebssysteme per Temporegler so do­pen, dass sie auf dem Display genauso flink unterwegs sind wie dpi-hochgezüchtete Exemplare.

Im gleichen Menü gibt es auch eine Option, die Mauszeigergeschwindigkeit dynamisch zu regeln: Bewegt man die Maus langsam, kann man zielgenau positionieren, bewegt man sie schnell, erkennt der Treiber die Beschleunigung und lässt den Zeiger schneller über den Bildschirm flitzen. Beim Arbeiten ist das praktisch, aber besonders Gamer schalten diese Option ab, wenn Bewegungen und Beschleunigungen eins zu eins umgesetzt werden sollen.

Liegt in der Hand

Stundenlanges tägliches Klicken und Herumschieben der Maus kann Krank­heiten wie das RSI-Syndrom (Repetive Strain Injury) bewirken, bei dem Schmerzen bis in den Schulterbereich auftreten. Auch Sehnenscheidenentzündungen sowie das Karpaltunnelsyndrom möchte man vermeiden. Handballenauflagen schaffen etwas Abhilfe, sodass das Hand­gelenk nicht so stark abknickt. Auch spezielle Ergo-Mäuse sorgen für eine natürlichere Handhaltung. Man kann aber auch bei gewöhnlichen Modellen schon viel erreichen, wenn man Mäuse auswählt, die sich leicht schieben und klicken lassen und bei denen die Tasten sich leicht erreichen lassen, wenn man sie in der gewohnten Maushaltung betreibt.

Mäuse mit mehr als 125 Millimeter Auflagelänge eignen sich gut fürs Führen mit der ganzen Hand – im Mausdeutsch der Hersteller „Palm“ genannt. Kürzere werden gewöhnlich mit den Fingerspitzen („Finger“) oder Fingerknöcheln („Claw“) domptiert. Die gemessenen Auflage­längen und Haltungsempfehlungen finden Sie in der Testtabelle. Paradoxerweise hat ausgerechnet der Trend zur ergonomischen Gestaltung von Mäusen Linkshändermäuse beinahe ausgerottet. Schon die seitlichen Blättertasten an sonst symme­trischen Mäusen sind links, also für Daumen oder Zeigefinger der rechten Hand gemacht.

Damit Mäuseschieben nicht in Arbeit ausartet, sind die Füße in der Regel aus Teflon (PTFE) oder einem ähnlich gleitfreudigen Kunststoff. Bei den Kräften, die zum Anschieben und Gleiten der Maus auf einer Mausmatte nötig sind, gibt es fühlbare Unterschiede, die wir im c’t-Labor messtechnisch erfasst haben.

Man würde erwarten, dass leichte Mäuse leichter zu schieben sind. Doch die Größe und Qualität der Gleitflächen bestimmt das Bild noch mehr. Bei der mit 78 Gramm sehr leichten Maus von Amazon ist auf einer Mausmatte aus Stoff nur eine Kraft von 70 Millinewton nötig, um sie anzuschieben – und 50 Millinewton, um sie in Bewegung zu halten. Das entspricht einer Masse von etwa 7 beziehungsweise 5 Gramm, die auf die Maus einwirkt. Die Microsoft Bluetooth Mouse ist genauso schwer wie die von Amazon, nahm sich mit einer Anschiebekraft von 320 Millinewton sowie 220 Millinewton fürs Gleiten aber beinahe wie ein Bremsklotz aus. Bei Gaming-Mäusen liegen hin und wieder Austausch-Pads dabei, fehlen sie – wie bei Office-Mäusen – kann man Glide-Tape kaufen und damit den Flutschfaktor verbessern.

Im Kraft-Weg-Diagramm wird ersichtlich, dass die Microsoft Bluetooth Mouse zwar mehr Kraft benötigt, bis sie ins Gleiten kommt, aber beim Gleiten etwas leichtgängiger ist als die Logitech MX Master 3.

Auch leichtgängige Maustasten erleichtern die Mausarbeit. Zum Messen der Kräfte vom Auflegen der Finger bis zum Klick kamen die Mäuse erneut auf die Folterbank. Zum Klicken musste man von 150 Millinewton bei der Amazon Basic-Maus bis 460 Millinewton bei der Microsoft Bluetooth Mouse aufwenden. Gleichzeitig maßen wir den Weg, den der mechanische Klickfinger zurücklegte. Bei den meisten Mäusen betrug er rund 0,7 Millimeter, also weniger, als man fürs Tippen auf einer Tastatur gewöhnlich benötigt. Kürzere Hübe wiesen die Hama MW-600, die Razer Pro Click sowie die Logitech-Testkandidaten auf. Bei allen Mäusen ermittelten wir zusätzlich, wie viele Klicks die Mechanik der Maustasten in einer bestimmten Zeit zulässt. Mit allen Mäusen erreichten wir rund zehn Klicks pro Sekunde, wofür uns – abgesehen von Spielen – kein sinnvoller Nutzen mehr einfiel.

Wichtiger ist im Büro, wie laut eine Maus klickt. Richtig laut war im Test die Microsoft Bluetooth Ergonomic; Leisetreter waren die Hama MW-600, die Razer Pro Click Ergonomic sowie die HP 280 Silent Wireless. Für jede Maus finden Sie Klangbeispiele über ct.de/ydpt.

Tasten und Rollen

Ab Werk erkennen Betriebssysteme wie Windows oder Linux neun Maus-Events: Klicks der linken und rechten Maustaste, Klicks auf das Mausrad, das Drehen nach oben und nach unten sowie das links- sowie rechtsseitiges Kippen desselben. Sie bewirken seitliches Scrollen etwa in Tabellenblättern von Excel und Calc. Bei macOS öffnen sie in Safari einen neuen Tab im Browser.

Die Logitech MX Master 3 besitzt ein Extra-Scrollrad nur für seitliches Scrollen, etwa in Tabellen.

Zwei weitere Tasten wurden bereits erwähnt: Sie sind meistens seitlich an der Maus zu finden und werden mit dem Daumen oder Zeigefinger bedient. Sie sind für Sonderfunktionen wie das Zurück- oder Vorblättern im Browser zuständig. Das spart viel Mausschubserei nach links oben und zurück.

Weitere Tasten sind ohne herstellerspezifische Treiber so nutzlos wie Wahlversprechen. Bei der Logitech Master 3 ist das Mausrad zwar nicht kippbar, stattdessen hat sie fürs horizontale Scrolling ein eigenes Scrollrad auf der linken Seite der Maus.

Wie bereits beim Test von Tastaturen fiel bei Logitech und Razer ein Software-­Ballast von mehreren hundert Megabyte auf. Windows erkennt Microsoft-Mäuse und passt ihre Einstellungen im Maus- und Tastaturcenter an. Mit der Herstellersoftware lassen sich unter anderem die beiden Sondertasten anwendungs­spe­zi­fisch mit Funktionen belegen. Mit Microsoft-Mäusen kann man beispielsweise bei einer Zoom-Konferenz das Mikro ein- und ausschalten, bei Logitech fehlt diese Möglichkeit. Im Browser wiederum blättern die gleichen Tasten vor- und zurück. Doch die Software ist auch für Banalitäten wie die Änderung der Auflösung nötig. Fragwürdig: Logitech und Razer drängen den Nutzern der Software ein Benutzerkonto auf. Besonders Razer drückt hartnäckig in diese Richtung. Überdies verlangt Razer bei Windows-­Rechnern überflüssige System-­Neustarts. Ein Trost: Optionen zur Übertragung von Telemetriedaten, um „das Benutzer­erlebnis zu verbessern“, waren bei keiner Software aktiviert.

Was das Betriebssystem selbst nicht an Funktionen bereitstellt, lässt sich problemlos ohne verfettete Software und erst recht ohne Benutzerkonto steuern. Das zeigen auch zwei Mäuse im Testfeld, nämlich die Cherry-Maus MW8 Ergo sowie die Hama MW-600. Sie schalten per dpi-­Taste die Auflösung mit Bordmitteln um, die Intelligenz dazu steckt in der Firmware der Maus. Auch die wahlweise rastende oder stufenlose Drehung des Mausrades lässt sich elektromechanisch regeln, was wir bei einigen Mäusen auch umgesetzt fanden.

Lang lebe die Maus!

Nur eine der getesteten Mäuse, die Amazon Basics, kommuniziert nur per USB-Kabel mit dem Rechner. Die anderen tun das per Funk, und zwar verschlüsselt per Bluetooth oder mithilfe eines USB-Funk-­Dongles am Computer. Funk-Dongles benutzen herstellerspezifische Verfahren, sind also nicht universell verwendbar – im Gegensatz zu Bluetooth. Die Cherry MW8, die beiden Logitech-Mäuse sowie Razer Pro Click Ergonomic bieten beide Funktechniken. Bluetooth bietet insbesondere bei Notebooks den Vorteil, dass man keinen der notorisch knappen USB-Steckplätze mit einem zudem beim Transport abbruchgefährdeten Dongle verschwenden muss.

Fünf der Mäuse haben einen fest eingebauten Lithium-Polymer-Akku, der sich nicht wechseln lässt. Wenn der Akku nach ein paar Jahren nur noch unbrauchbare Laufzeiten bietet oder gar ganz ablebt, kann man die Maus also nur noch entsorgen, wenn sie keinen Betrieb am Kabel erlaubt. Bei den anderen vier Mäusen droht dieses Schicksal nicht, denn bei ihnen ernährt sich der Mauspfeil vom Besten aus ersetzbaren Mignon- (AA) oder Micro-Zellen (AAA).

Für Gaming-Mäuse werben viele Hersteller mit einer langen Lebensdauer der Schalter – vielfach von Omron stammend. Bei Office-Mäusen spielt das Argument keine Rolle, denn aus unserer Sicht sind ohnehin die aus Kunststoff gemachten Stößel, die auf die Schalter drücken, schneller verschlissen als die Schalter.

Völlig überwertet ist auch eine besonders niedrige Latenz. Sie besagt, wie schnell sie etwa einen Klick oder eine Richtungsänderung beim Schieben an den angeschlossenen Computer übermitteln. Nach einigen Stichproben, in denen wir die Mäuse zerlegt und die Laufzeitunterschiede zwischen Sensor und USB-Schnittstelle gemessen haben, haben wir mit rund 10 Millisekunden Versatz so gut wie keine Unterschiede zwischen den Testmäusen festgestellt. Dies war selbst dann so, wenn die Polling-Rate der Mäuse wesentlich über dem völlig ausreichenden üblichen Maß von 125 Hertz lag. Der Wert bestimmt, wie viele Male pro Sekunde die Maus Bewegungsdaten und Klicks an den Rechner liefert. 125 Hertz entsprechen einem maximalen Versatz bis zu 8 Millisekunden, gemittelt landet man anteilig bei der Hälfte. Hinzu kommen noch andere Verzögerungen etwa durch langsame Decoder in der Mauselektronik, die Bewegungen in Datenpakete verwandeln, die sich bei aktuellen Mäusen auf ingesamt rund 10 Millisekunden summieren.

Die Hama MW-600 hat zwei Funk-­Dongles: einen mit USB-A- und einen mit USB-C-Anschluss unterm Batteriefachdeckel.

Während Bluetooth-Mäuse praktische Vorteile haben, weil sie in der Regel keinen Dongle auf der Gegenseite erfordern, ist ihre technisch maximal mögliche Pollingrate auf 133 Hertz limitiert. Mäuse mit proprietärer Funktechnik erreichen demgegenüber zwar 1000 Hertz, doch auch diese Mäuse konnten die Latenz nicht so sehr senken, dass das im Büro spürbar wird.

Fazit

Bei der Mauswahl gibts verwirrend viel Auswahl. Es hilft nur der Blick auf die eigenen Arbeitsgewohnheiten, um das Angebot auszulichten. Die bei neueren Modellen hinzugekommenen Seitentasten sind wertvoll, wenn man viel im Web unterwegs ist oder mit Sonderfunktionen für bestimmte Apps Zeit sparen möchte. Eine dpi-Umschaltung zahlt sich für diejenigen aus, die den Mauspfeil sowohl fein positionieren als auch schnell übers Display scheuchen müssen. Eierlegende Wollmilchmäuse sind drei besonders gut ausgestattete Mäuse: die Cherry MW8, die Logitech MX Master 3 sowie die Razer Pro Click Ergonomic. Wer besonders robuste oder sehr leichtfüßige Mäuse benötigt, sollte einen Blick auf Gaming-­Mäuse werfen, der Test folgt im nächsten Heft. (mil@ct.de)

Office-Mäuse
Modell Amazon Basics – Optische Maus mit 3 Tasten MW8 Ergo MW-600 280 Silent Wireless Mouse MX Master 3 MX Anywhere Bluetooth Mouse Bluetooth Ergonomic Mouse Precision Mouse Pro Click Ergonomic
Hersteller Amazon Cherry Hama HP Logitech Logitech Microsoft Microsoft Microsoft Razer
Eigenschaften
Gewicht (inkl. Kabel / Dongle) 78 g 142 g 88 g 94 g 168 g 118 g 78 g 112 g 138 g 148 g
Größe / Auflagemaß 109 mm × 61 mm × 35 mm / 130 mm 119 mm × 78 mm × 35 mm / 140 mm 104 mm × 69 mm × 43 mm / 120 mm 110 mm × 71 mm × 41 mm / 130 mm 125 mm × 84 mm × 51 mm / 145 mm 100 mm × 65 mm × 34 / 110 mm 100 mm × 57 mm × 38 / 115 mm 118 mm × 76 mm × 43 / 135 mm / – 123 mm × 78 mm × 44 / 142 mm / – 127 mm × 80 mm × 46 mm / 145 mm
empfohlene Handhaltung Palm / Finger / Claw Palm / Finger / Claw Finger / Claw Finger / Claw Palm / Finger / Claw Finger / Claw Finger / Claw Palm / Finger / Claw Palm / Finger / Claw Palm / Finger / Claw
Konnektivität USB Funk (2,4 GHz) / Bluetooth / USB Funk (2,4 GHz) Funk (2,4 GHz) Funk (2,4 GHz) / Bluetooth Funk (2,4 GHz) / Bluetooth Bluetooth Bluetooth Bluetooth / USB Funk (2,4 GHz) / Bluetooth / USB
Kopplungen mit mehreren Geräten zwei Verbindungen (Funk, Bluetooth) zwei Verbindungen (USB-C / USB-A) drei Verbindungen drei Verbindungen drei Verbindungen drei Verbindungen vier Verbindungen
Softwareballast (Software / MByte) / ­Telemetriedaten – / – – / – – / – – / – Logitech Options (Win 10: 202 MByte / macOS 11: 124 MByte) und Logitech Flow Logitech Options (Win 10: 202 MByte / macOS 11: 124 MByte) und Logitech Flow Microsoft Maus- und Tastaturcenter (vorinstalliert) Microsoft Maus- und Tastaturcenter (vorinstalliert) Microsoft Maus- und Tastaturcenter (vorinstalliert) Razer Synapse 3 (369 MByte)
rastendes Mausrad / Horizontalscrolling ✓ / – ✓ / – ✓ / – ✓ / – 2 / ✓ 2 / ✓ ✓ / – ✓ / – 2 / – ✓ / ✓
Linkshänder-geeignet ✓, spiegelsymmetrisch ✓, symmetrischer Aufbau
Stromversorgung / Verbrauch USB / < 10 mA Li-Polymer-Akku (550 mAh) / Ladung 270 mA / Empfänger 10-20 mA 1 × AA-Batterie / ­Empfänger 20 mA 1 × AA-Batterie, Empfänger 10 mA Li-Polymer-Akku (eingebaut, 500 mAh) / Ladung 330 mA / Empfänger 10 mA Li-Polymer-Akku (eingebaut, 500 mAh) / Ladung 330 mA / Empfänger 20 mA 1 × AA-Batterie / – 2 × AAA-Batterien / – Li-Polymer-Akku (fest, 627 mAh) / Ladung/Betrieb 340 mA Ladung 180 mA / Empfänger 20 mA
Kabel: Art / Länge (Material) / Kabeltausch möglich USB-A (Gewebe)/ 150 cm / – USB-A, micro USB (Gewebe) / 96 cm / ✓ kein Kabel ­anschließbar kein Kabel anschließbar USB-A, USB-C (PVC) / 130 cm / ✓ USB-A, USB-C (PVC) / 100 cm / ✓ kein Kabel ­anschließbar kein Kabel ­anschließbar USB-A, Micro-USB / Kunststoff / ✓ USB-A, Micro-USB (PVC) 190 cm / ✓
ohne Treiber unter Windows / macOS / Linux nutzbare Tasten 4 / 4 / 4 6 / 6 / 6 6 / 6 / 6 4 / 4 / 4 8 / 8 / 8 6 / 6 / 6 4 / 4 / 4 6 / 6 / 6 8 / 8 / 8 7 / 7 / 7
Sensor (Hersteller/Name) k. A. PixArt / PAW3805EK k. A. HP (k. A.) Darkfield-Laser (k. A.) Darkfield-Laser (k. A.) Microsoft (k. A.) Pixart PAW3228 BlueTrack 5G
dpi-Stufen / per Software / direkt an der Maus – / – / – 4-stufig / ✓ / – 4-stufig / ✓ / – – / – / – 77 Stufen / ✓ / – 77 Stufen / ✓ / – 8-stufig / ✓ / – 11-stufig / ✓ / – 11-stufig / ✓ / – 5-stufig / ✓ / –
Auflösungen (dpi) 1000 dpi 600 / 1000 / 1600 / 3200 dpi 1000 / 1500 / 2000 / 2400 dpi 1300 dpi 200 bis 4000 (77 Schritte à 50 dpi) 200 bis 4000 (77 Schritte à 50 dpi) 400 bis 1800 dpi 200 bis 2400 dpi 400 bis 3200 dpi 200 bis 16.000 dpi
Messungen
Kraft für Anschieben / Gleiten 0,07 N / 0,05 N 0,17 N / 0,17 N 0,17 N / 0,15 N 0,2 N / 0,16 N 0,28 N / 0,25 N 0,18 N / 0,15 N 0,32 N / 0,22 N 0,21 N / 0,18 N 0,28 N / 0,25-0,29 N 0,24 N / 0,19 N
funktioniert störungsfrei: auf Glas / Milchglas / Spiegel / Fotopapier / Stoffmatten / laminierte Matten – / – / – / – / ✓ / ✓ – / – / – / ✓ / ✓ / ✓ – / –1 / – / –1 / ✓ / –1 1 / ✓ / – / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / –1 / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / –1 / ✓ / ✓ / ✓ – / –1 / – / ✓ / ✓ / ✓ – / ✓ / – / ✓ / ✓ / ✓ ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ / ✓ 1 / –1 / – / ✓ / ✓ / ✓
Kraft für Klick / Tastenhub 0,15 N/ 0,73 mm 0,38 N / 0,88 mm 0,16 N / 0,51 mm 0,32 N / 0,64 mm 0,27 N / 0,50 mm 0,21 N / 0,51 mm 0,46 N / 0,75 mm 0,24 N / 0,73 mm 0,25 N / 0,75 mm 0,21 N / 0,57 mm
Vertikalabstand (Lift-off) 2,1 mm 2,5 mm 3 mm 1,8 mm 1,3 mm 1,6 mm 3,5 mm 1,8 mm 1,9 mm 2 mm
Polling-Rate: 125 Hz (8 ms), 250 Hz (4 ms), 500 Hz (2 ms), 1000 Hz (1 ms) 125 Hz 125 Hz 250 Hz 125 Hz 125 Hz 125 Hz 125 Hz 125 Hz 1000 Hz 500 Hz
komfortable Klickrate (cps-Test) 48 51 54 56 52 56 53 54 55 55
Bewertung
Bedienung plus plus plus plus plusplus plus neutral plus plusplus plusplus
Laufeigenschaften plusplus plus plus plus plus plus neutral plus plus plus
Klickeigenschaften plus plus plusplus plus plusplus plusplus neutral plus plus plusplus
Preis 10 € 35 € 26 € 25 € 109 € 90 € 23 € 55 € 109 € 110 €
1 zu viele Ruckler 2 abschaltbar plusplus sehr gut plus gut neutral zufriedenstellend minus schlecht minusminus sehr schlecht ✓ vorhanden – nicht vorhanden k. A. keine Angabe

Soundbeispiele für die Mäuse: ct.de/ydpt

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