Rettet den Pinguin!
40 Jahre c’t: Wir verlosen eine Smart-Home-Zentrale nebst Rollladenwicklern
Für das neue Rätsel haben wir das Puzzle-Spiel „Rutschpartie“ programmiert. Wenn Sie es lösen, können Sie am Gewinnspiel um zwei Smart-Home-Startersets teilnehmen.
Bevor es ans neue Rätsel geht, hier erst mal die Auflösung des Was-zu-wem-Puzzles aus c’t 17/2023: Sofern Sie die zusammengehörigen Bilder richtig kombiniert haben, ergeben die Kreuzungspunkte der Linien von oben nach unten die Buchstaben RARGDPRMIMMAEPROAIGA. Das ist ein Anagramm von PROGRAMMIERPARADIGMA, dem gesuchten IT-Begriff.
Uns erreichten insgesamt 813 Einsendungen, von denen erfreulicherweise nur 10 falsch waren. Nach einem Griff in die Lostrommel war klar: Der Preis geht an Michael F. aus Osnabrück. Wir wünschen viel Freude mit dem Chromebook. Darüber hinaus haben wir an zwei Teilnehmer Sonderpreise der Redaktion verschickt. Es handelt sich um je ein Exemplar der Sci-Fi-Kurzgeschichten „Ausblendung. Wege in die virtuelle Welt“ und „Massaker in RobCity“. Sie gehen an Norman N. aus Lehrte dafür, dass er uns ein Bild mit Kaffee, Kuchen und Buchstabenklötzchen als Beleg für einen vergnüglichen Anagrammlösenachmittag schickte. Und an Constantin P. aus München, weil uns seine Einsendung als allererste erreichte.
Anekdoten zur Auflösung
So einige Teilnehmer schrieben uns, dass sie es toll fanden, beim Knobeln auf die vielen interessanten Biografien gestoßen zu sein. Dem schließen wir uns an, denn auch wir haben viel bei der Recherche gelernt. Im Folgenden wollen wir die Persönlichkeiten kurz würdigen.
Zuoberst ist der Bauingenieur Konrad Zuse zu sehen. Bauingenieur? Hat der nicht Computer konstruiert? Ganz recht, und zwar weil ihm die vielen per Hand vorzunehmenden statischen Berechnungen zu öde waren. Er wollte sie automatisieren und hat sich zu diesem Behufe ein „mechanisches Gehirn“ ausgedacht: die Z1. Davon ist rechts ein Ausschnitt abgebildet. Einen Nachbau der originalen Z1, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, können Sie sich im Deutschen Technikmuseum in Berlin anschauen.
Bereits 100 Jahre vor Zuse hat der britische Mathematiker Charles Babbage eine Rechenmaschine ersonnen, die er Analytical Engine nannte. Die buchstäbliche Lady im folgenden Bild übersetzte eine Beschreibung der Maschine vom Französischen ins Englische. Dabei ist sie übers Ziel hinausgeschossen, indem sie der Übersetzung eine ausführliche Beschreibung beilegte, wie man mit der Maschine Bernoulli-Zahlen berechnen könnte. Darum gilt die Dame als erste Programmiererin der Geschichte. Die Rede ist von Ada Lovelace. Das ihr zuzuordnende Bild auf der Rechten ist ein Ausschnitt aus Babbages Bauplan der Analytical Engine (Blatt 25 aus dem Jahr 1840).
Wir spulen vor an den Anfang der 2000er. Da tobte der damalige Microsoft-CEO Steve Ballmer durchgeschwitzt über die Bühne einer .NET-Konferenz und schwor die anwesenden Entwickler mit x-fachen Ausrufen von „Developers!“ (wir haben 14 gezählt) auf das .NET-Framework ein. Ein Video des ekstatischen Auftritts finden Sie bei YouTube via ct.de/yhyt. Okay, über seine Verdienste um Computertechnik kann man sich streiten, aber wir wollten Ihnen nicht vorenthalten, wie viel Spaß wir beim Austüfteln des Rätsels hatten.
Auch der junge Mann darunter dürfte Ihnen bekannt sein. Allerdings zirkulieren nur wenige Fotos wie das aus dem Highschool-Jahrbuch 1972 im Netz, das den Apple-Mitbegründer Steve Jobs im Alter von 18 Jahren zeigt. Als Match zu Steve Jobs kommt nur das erste iPhone infrage, das er im Jahr 2007 vorgestellt hat.
Auf dem fünften Bild sehen Sie den aus Österreich-Ungarn stammenden Mathematiker Neumann János Lajos, oder populärer: John von Neumann. Nach ihm wurde die Rechnerarchitektur benannt, die heute in fast allen Computern zu finden ist. Das ebenso simple wie clevere Konzept dahinter: Befehle und Daten teilen sich ein und denselben Speicher. Von Neumann interessierte sich nicht nur für IT, zusammen mit Oskar Morgenstern gilt er als Begründer der Spieltheorie. Die Entscheidungsmatrix rechts steht stellvertretend dafür.
Die nächste Dame ist wieder eine Programmiererin, und zwar diejenige, die für die Onboard-Software der Apollo-Raketen verantwortlich zeichnete: Margaret Hamilton. Ohne ihre Beiträge zur Softwarearchitektur wäre die Apollo-11-Mission wohl gescheitert: Das präemptive Scheduling mit fest vergebenen Prioritäten für Prozesse hat sichergestellt, dass der Bordcomputer mit den für die Mondlandung wichtigen Aufgaben fortfahren konnte, obwohl er wegen einer Fehleinstellung massenhaft unsinnige Daten verarbeiten musste. Diese Art des Multitaskings findet man auch noch heute noch in Betriebssystemen.
Weiter zu Grace Hopper a.k.a. Grandma COBOL. Sie hat sich die maschinenunabhängige Programmierung ausgedacht: weg von Nullen und Einsen, hin zu Code, den Menschen lesen und nachvollziehen können, so wie es heutzutage gang und gäbe ist. Als wäre das nicht schon Errungenschaft genug, hat sie auch das heute omnipräsente Wort „Bug“ für einen Programmfehler in den Umlauf gebracht. Eine Motte war 1947 in ein Relais ihres Mark-II-Computers an der Harvard University gekrabbelt und hatte es damit blockiert. Sie klebte die Motte in das Betriebsprotokoll des Rechners und notierte handschriftlich darunter: „First actual case of bug being found.“
Lenore Blum im nächsten Bild ist Mathematikerin, Computerwissenschaftlerin und pragmatische Feministin. Statt nur zu beklagen, dass es zu wenig Frauen in der IT gäbe, hat sie Ende der Neunziger an der Carnegie Mellon University (CMU) ein Programm ins Leben gerufen, das unter anderem mit breitenwirksamen Projekten wie Roadshows mehr Frauen für eine Karriere in der Informatik begeistern soll. Mit großem Erfolg: An der computerwissenschaftlichen Fakultät der CMU sind die Geschlechter nun zu gleichen Teilen vertreten. Das zugehörige Bild ist aber ein Fingerzeig auf Blums Leidenschaft für Kryptografie: die Generatorformel des Pseudozufallszahlenalgorithmus Blum Blum Shub. Lenore Blum und/oder die Generatorformel zu erkennen, stellten Ihren Zuschriften zufolge die größten Hürden beim Lösen des Rätsels dar.
Auf dem nächsten Foto sehen Sie den dänischen Informatiker Bjarne Stroustrup. „C mit Klassen“ hieß seine Erfindung zunächst, später dann C++. Seit 1979 arbeitet er an der Programmiersprache und entwickelt sie peu à peu weiter. Die statisch typisierte, objektorientierte Sprache mit Unterstützung für generische Programmierung und Code-Ausführung zur Compile-Zeit ist ein gern verwendetes Vehikel zur Entwicklung hochperformanter, systemnaher Software.
Wir haben übrigens bei der Auswertung Ihrer Einsendungen gelernt, dass Stroustrup dem Mathematiker Benoît Mandelbrot ein bisschen ähnlich sieht. Wenn man sich dann noch davon in die Irre hat führen lassen, dass die Generatorformel für die Mandelbrot’schen Apfelmännchen zn+1 = zn2+c der Blum-Blum-Shub-Formel ähnelt, musste man gegebenenfalls den Radierer oder Tipp-Ex herausholen.
Last, but not least: die US-amerikanische Informatikpionierin Frances E. Allen. Ihr gebührt die Ehre, die erste Frau gewesen zu sein, die den Turing Award erhielt, quasi den Nobel-Preis in der Informatik. Die Association for Computing Machinery (ACM) hat sie damit für ihre Leistungen unter anderem in der Theorie und Praxis der Compileroptimierung sowie der Parallelverarbeitung ausgezeichnet.
An Frances Allen haben Sie fast genauso wie an Lenore Blum gerätselt, wie aus Ihren Mails hervorgeht. Einige haben sie fälschlicherweise für die Hackerin Jude Milhon gehalten, weil die Google-Bildersuche den Namen mit dem Bild verbindet. Auch die Kombination mit dem „Sektkühler“ beziehungsweise der „Salat-“ oder „Waschschüssel“ rechts fiel schwer. Zum Glück musste man nicht wissen, dass das die physische Trophäe des Turing-Preises ist, um alle Verbindungen herstellen und das Rätsel lösen zu können.
Das allerletzte Bild zeigt natürlich keinen Computerpionier, sondern den „Schrei“ des norwegischen Malers Edvard Munch. So ähnlich muss man sich die Reaktion des Administrators eines Unix-Systems vorstellen, wenn er als root mit dem Befehl rm -rf / das komplette Dateisystem in die ewigen Jagdgründe schickt. Obwohl … diese Gefahr dräut nur auf alten Systemen; aktuelle Linux-Rechner weisen darauf hin, dass sie das Kommando nur ausführen, wenn man den Schalter --no-preserve-root angibt; macOS sagt lapidar, dass das Root-Verzeichnis nicht gelöscht werden darf.
Lustigerweise hatten einige Teilnehmer das Löschkommando in einem ersten Impuls dem Ex-Microsoft-CEO Steve Ballmer zugeordnet, unter anderem weil der 2001 Linux als ein Krebsgeschwür bezeichnet hatte.
Ein paar Einsender monierten halbernst, der „Schrei“ habe nichts mit IT-Persönlichkeiten zu tun und passe daher nicht so recht ins Schema. Das stimmt zwar, aber trotzdem hat das Bild einen starken Bezug zur IT, denn es inspirierte das Emoji „Face Screaming in Fear“.
Ein Letztes: Einige Einsender hatten angemerkt, dass wir in ein paar Porträts eine „Google-Lens-Sicherung“ eingebaut hätten. Google Lens hat nämlich anders als etwa die Bing-Bildersuche Schwierigkeiten, die Originale zu horizontal gespiegelten Bildern zu finden. Das sollte jedoch keine Hürde für Sie sein: Wir wollten lediglich sicherstellen, dass alle Personen in dieselbe Richtung blicken.
Neues Spiel, neues Glück
Genug der Huldigungen und Entschuldigungen, auf zu unserem neuen Rätsel. Es ist ein Minispiel, das von Pokémon Crystal Ice Path inspiriert ist. Sie können es via ct.de/yhyt herunterladen. Entpacken Sie die Zip-Datei in ein Verzeichnis Ihrer Wahl und öffnen Sie die Datei index.html in einem Browser. Damit das Spiel funktioniert, müssen Sie die Ausführung von JavaScript-Code gestatten. Wir haben es erfolgreich mit aktuellen Versionen von Chrome, Firefox und Safari getestet.
Es schaut Sie ein kleiner Pinguin an, dem Sie aus seinem eisigen Irrgarten heraushelfen sollen. Dort ist es so glatt, dass nur Felsblöcke ihn stoppen können, wenn Sie ihn mit den Cursortasten, WASD, dem Steuerkreuz oder durch Tippen auf ein Feld in die gewünschte Richtung geschubst haben. Fällt er in ein Loch hinein, taucht er am anderen wieder auf.
Ihre Aufgabe: Lotsen Sie den Pinguin zum Ziel auf das grüne Feld, und zwar mit den wenigsten Zügen auf der kürzesten Strecke. Das Spiel sagt Ihnen, ob Sie mit Ihrem Versuch richtig lagen. Einen neuen Versuch starten Sie durch Neuladen der Seite etwa mit Strg+R (macOS: Cmd+R). Unterhalb des Spielfeldes wird die Zugfolge aus den Buchstaben U, D, L, R für rauf, runter, links, rechts mitgeschnitten.
Diese Zugfolge ist das einzusendende Lösungswort für die Verlosung (siehe Kasten auf der folgenden Seite).
Bonusrätsel
Falls Ihnen das Spiel als Rätsel zu trivial ist, haben wir eine Extraherausforderung für Sie: Wenden Sie die Züge als Drehungen eines klassischen 3×3×3-Zauberwürfels im Ursprungszustand an (siehe Bilder links). Wenn Weiß beim Würfel oben und Grün vorne ist, dann ist Blau hinten, Orange links, Rot rechts und Gelb unten. U (up) ist die obere Ebene, D (down) die untere, L (left) die linke, R (right) die rechte. Das ist die bei Speedcubern übliche Notation. Auch üblich: Eine Ebene ist pro Zug um 90 Grad im Uhrzeigersinn zu drehen, wenn Sie frontal draufschauen. Es gibt im Netz zahlreiche 3D-Würfelsimulatoren, die Sie dafür nutzen können, wenn Sie keinen geeigneten Würfel zur Hand haben (Liste unter ct.de/yhyt).
Wenn Sie den Würfel vorschriftsgemäß verdreht haben, lesen Sie die auf dem Würfel abgebildeten Hexadezimalzahlen ab, und zwar die auf dem mittleren Segment (M-Slice), das sich über die blaue, weiße, grüne und gelbe Fläche erstreckt, wenn Sie den Würfel gedanklich wie ein Kreuz aufklappen: Blau ist oben, Weiß darunter, Orange und Rot neben Weiß, und unten am „Pfahl“ Grün und Gelb. Die Felder haben nach dem Verdrehen freilich eine andere Farbe als in den Bildern.
Die Hexadezimalzahlen ergeben als Bytes aneinandergereiht einen verschlüsselten Code. Welche Art der Verschlüsselung wir gewählt haben, finden Sie durch intensive Betrachtung dieses Artikels heraus. Das (De)Kodierungsuniversalwerkzeug CyberChef hilft Ihnen beim Entschlüsseln. Als Passphrase benötigen Sie den Namen des Pinguins. Haben Sie die Dialogbox zum Ende des Spiels gelesen?
Heraus kommt ein Wort mit 10 Buchstaben, gefolgt von einem Doppelpunkt und einer schließenden Klammer. Diese 12 Zeichen sind die Lösung für das Bonusrätsel. Schreiben Sie sie uns einfach formlos in Ihre Einsendungsmail. Zur Auflösung in Heft 21 planen wir, die Namen der ersten 10 Einsender mit der richtigen Bonuslösung zu veröffentlichen. Bitte teilen Sie uns im Rahmen ihrer Einsendung mit, ob wir dabei Ihren vollen Namen nennen dürfen. Wenn nicht, werden wir von Ihrem Nachnamen nur den ersten Buchstaben nennen und Sie so anonymisieren.
Viel Erfolg beim Pinguin schubsen, Würfel verdrehen und Dekodieren! (ola@ct.de)
Zip-Archive mit Spiel und Würfelbildern: ct.de/yhyt