c't 26/2024
S. 112
Wissen
Nobelpreis Physik
Bild: KI, Collage c't

Nobelpreis für KI?

Wie viel Physik in neuronalen Netzen steckt

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften verlieh den diesjährigen Physik-Nobelpreis an zwei nordamerikanische KI-Forscher, die maßgeblich die Idee künstlicher neuronaler Netze entwickelten. Ohne diese wären Sprach- und Bildgeneratoren wie ChatGPT oder Midjourney nicht möglich. Der Zusammenhang zur Physik erschließt sich erst auf den zweiten Blick.

Von Sabrina Patsch

Und der Nobelpreis für Physik 2024 geht nicht an Physik“, schrieb die Physikerin und Wissenschaftskommunikatorin Sabine Hossenfelder nur wenige Minuten nach der Bekanntgabe des Preises auf X. Damit bringt sie die Kontroverse um die in diesem Jahr geehrte Forschung auf den Punkt. Denn ausgezeichnet wurden John Hopfield von der Princeton University und Geoffrey Hinton von der University of Toronto für „bahnbrechende Entdeckungen und Erfindungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen“. Der Bezug zur Physik wird aus der Verlautbarung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften nicht direkt deutlich.

In der Physik-Community machte sich Ernüchterung breit, für die sozialen Medien war es hingegen ein gefundenes Fressen. „Nun lernen Physiker, wie es sich anfühlt, wenn KI ihre Arbeit übernimmt ... “, schrieb der Kosmologe Brian Keating auf X. „Was, wenn KI sich bereits unserer Kontrolle entzieht und lediglich testet, ob sie sich selbst den Nobelpreis für Physik verleihen kann?“, witzelte ein anderer Nutzer. „Physiker, die sich darüber beschweren, dass der Nobelpreis an die Informatik ging, haben es nicht verstanden“, schrieb die IBM-Physikerin Olivia Lanes, „jetzt, wo die Physik maschinelles Lernen für sich beansprucht hat – stellt euch vor, wofür wir noch alles den Ruhm ernten könnten!“

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