Die Trittbrettfahrer
Wie Behörden und ihre Auftragnehmer Open-Source-Software ausbeuten
Immer mehr Behörden setzen auf freie Software. Doch häufig beauftragen sie Dumpinganbieter, die dem Open-Source-Ökosystem schaden. Auch der Steuerzahler zahlt am Ende oft drauf.
Man könnte meinen, in Deutschland herrschen goldene Zeiten für Open-Source-Entwicklerfirmen, wütet doch Donald Trump im Weißen Haus schlimmer denn je. Immer mehr Behörden erwägen deshalb, ihre Abhängigkeit von US-Konzernen wie Microsoft und Cisco zu verringern und auf Open-Source-Software umzusteigen.
Doch paradoxerweise profitieren die Unternehmen, die Open-Source-Software entwickeln, nur selten vom Trend zu „digitaler Souveränität“ im öffentlichen Sektor. Es komme immer wieder vor, dass Trittbrettfahrer ihre Software übernehmen und dann „mithilfe von Dumpingangeboten eine Ausschreibung gewinnen“, beklagte Mitte Februar die Open Source Business Alliance (OSBA), ein Verband von Open-Source-Firmen.