c't 9/2025
S. 14
Aktuell
US-Forschung

Hexenjagd

Unerwünschte Forschungsthemen: US-Regierung setzt Wissenschaft unter Druck

Die Republikaner unter Präsident Trump bauen die Forschung in den USA um und kürzen Gelder radikal. Forscher protestieren oder sie versuchen, unter dem Radar zu bleiben, erste verlassen sogar das Land. Forschungscluster von Weltrang könnten komplett verschwinden.

Von Arne Grävemeyer

Unter US-Präsident Donald Trump gewinnt das gesunde Volksempfinden an Bedeutung und die akademische Freiheit hat es schwer. Längst sind schwarze Listen durchgesickert. Wörter auf diesen Listen sollen Projekte und Forschungsvorhaben entlarven, die sich mit Vielfalt, Teilhabe und Inklusion (Diversity, Equity and Inclusion, DEI) in der amerikanischen Öffentlichkeit beschäftigen. Wegen dieser Bestrebungen verliert eine Studie der Brown University in Rhode Island zur Seelenlage junger LGBTQ+-Menschen während der Covid-Pandemie ebenso ihre Geldmittel wie eine Untersuchung der University of Colorado zur Impfmüdigkeit unter Ureinwohnern in Alaska. Die beteiligten Psychologen müssen beide Projekte nach Monaten und Jahren ergebnislos beenden.

Der online zugängliche Grant-Tracker, den Forscher der Harvard University pflegen, verzeichnete bis Redaktionsschluss bereits über 700 Forschungsprojekte, die die US-Regierung einseitig eingestampft hat. Vertreten sind alle namhaften Universitäten quer durchs Land. Offenbar trifft es nicht nur Forschungsansätze, die Randgruppen, Impfverweigerer, Frauenmedizin oder Gewalt an Frauen in den Fokus nehmen. Auch mit den Folgen des Klimawandels sollen sich Forscher demnach nicht mehr beschäftigen, so als ob neue Hitzeperioden und dadurch bedingte Gesundheitsbelastungen, die Forscher an der Columbia University, New York, untersuchten, wieder verschwinden, wenn man sich die Augen zuhält.

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