Bücher
Wearables mit Arduino und Raspberry Pi
Intelligente Kleidung selbst designen
Das Buch startet mit einer kleinen Materialkunde zu leitfähigen Stoffen und Garnen sowie notwendigen Werkzeugen und Hilfsmitteln. Einen Crashkurs im Nähen per Hand und mit der Maschine bietet es ebenfalls: als erste Fingerübung bringt man eine einzelne LED mit LilyPad-Komponenten zum Leuchten. Das Ganze wird schrittweise mithilfe des LilyTwinkle-Boards und einer selbstgenähten Batterietasche zu einem blinkenden T-Shirt.
Spannend werden E-Textilien erst mit Mikrocontrollern, und die Autoren erklären verschiedene Arduinos und die Bedienung der IDE. In komplexeren Projekten wird aus einem Schal ein MP3-Player mit textilen Schaltern oder eine Handtasche wird zur LED-Leuchte mit Bluetooth-Steuerung.
In der Zero-Variante passt auch der Raspberry Pi gut in Kleidung, um per JavaScript das Open-Pixel-Control-Protocol über WLAN zu nutzen, um LEDs zu steuern. Den krönenden Abschluss bildet ein Geigerzähler in Form einer leuchtenden Krawatte.
Das Buch zeigt, wie man Wearables mit handelsüblichen Mitteln herstellt. Fortgeschrittene dürften die reich bebilderten Projekte nachbauen können. Für Anfänger sind die Erläuterungen der Hard- und Software zu knapp. —Maik Schmidt/dab
My Inspiration
Erkenntnisse von Kreativen
Was steckt hinter kreativen Ideen und wie entstehen sie? Dieser doch sehr breit gestellten Frage widmet sich Journalist Thomas Hammerl auf 300 Seiten. Er hat 31 Kreative befragt, die sich in Kunst, Wissenschaft oder Wirtschaft professionell neue Ideen überlegen müssen. Sie schaffen zum Beispiel die Welten in der TV-Serie „Game of Thrones“ oder erfanden die erste Digitalkamera – bekannt sind sie allerdings nicht unbedingt. Hammerl stellt sie jeweils mit einer kurzen Biografie vor, dann folgen ein Essay oder Interview und meist auch einige Bilder erfolgreicher Produkte.
Wer sich genaue Anleitungen zum Kreativsein oder Erkenntnisse der Psychologie wünscht, wird hier nicht fündig. Stattdessen erzählen die Macher von ihrem persönlichen Arbeitsprozess und geben kleine Einblicke in ihre vielfältigen Arbeitsbereiche. Neben dem Blick über den Tellerrand gibt es dabei die eine oder andere Idee zum selber ausprobieren. —hch
Werkzeuge für Maker und Bastler
Hammer, Säge & Co. – Mit einfachen Tools eigene Projekte bauen
Beim Begriff Maker denken viele zuerst an Elektronik-Basteleien, die durch 3D-Drucker und CNC-Fräsen unterstützt werden. Es gibt aber auch die stromlose Seite des Hobbys und Charles Platt möchte Anfängern den korrekten Umgang mit klassischen Werkstoffen und Werkzeugen näher bringen.
Er setzt nichts voraus und beginnt mit den Grundlagen der Holzverarbeitung. Beim Basteln kleiner Knobelspiele und Würfel vermittelt er beinahe spielerisch Fertigkeiten wie das sachgerechte Sägen, Hämmern und Schleifen. Der Autor kennt sich aber nicht nur mit Holz aus, sondern weiß auch, wie man Kunststoffe, insbesondere ABS, bändigt. Bewaffnet mit einer Heißluftpistole biegt er sich seine eigenen Buchständer und baut unter anderem einen praktischen Papierrollen-Halter.
Das Buch erklärt unter anderem die Eigenschaften von Holz oder die richtige Auswahl von Schrauben. Hier können auch Leser mit Erfahrung noch etwas lernen. Die meisten Projekte sind dazu gedacht, bestimmte Fertigkeiten zu üben. Zu den Highlights zählt ein Pantograf, mit dem man Zeichnungen kopieren und gleichzeitig vergrößern kann. Die Lektüre vermittelt das Gefühl, an einen kompetenten Baumarktangestellten geraten zu sein, der Rücksicht aufs Budget und die Werkzeugausstattung nimmt.
Wie Platts andere Bücher ist auch dieses sehr aufwendig gestaltet und enthält unzählige farbige Abbildungen. Die deutsche Übersetzung ist ebenfalls in jeder Hinsicht gelungen. Sie verwendet das metrische System, und die umfangreiche Einkaufsliste nennt nur heimische Bezugsquellen. —Maik Schmidt/dab
CAD für Maker
Designe Deine DIY-Objekte selbst mit FreeCAD, Fusion 360, SketchUp & Tinkercad
Das vorliegende Buch von Ralf Steck war eigentlich überfällig, denn wer bisher ein Buch für den Einstieg in die Konstruktion von Bauteilen für eigene Projekte suchte, hatte eigentlich nur die Wahl zwischen diversen Titeln, die sich intensiv mit einer einzigen Software beschäftigen – seien es Profi-Programme wie AutoCAD oder Freeware wie SketchUp. Mit der Entscheidung, in welches Tool man die unter Umständen erhebliche Einarbeitungszeit investieren soll, blieb der Hobby-Konstrukteur hingegen allein.
Bei „CAD für Maker“ ist das anders, denn das Buch stellt nicht nur insgesamt acht kostenlos nutzbare Konstruktions- und Hilfsanwendungen anhand von praktischen Anwendungsbeispielen vor, sondern erklärt dabei auch – quereinsteigertauglich – die Unterschiede zwischen parametrischer Konstruktion und Direktmodellierung, den Nutzen von Konstruktionshistorien, führt Fachbegriffe aus der CAD-Welt ein und erklärt, was etwa mit „gesteuerten Objekten“ und „Bezugskanten“ gemeint ist – das ist nützlich, wenn man als fortgeschrittener Maschinen-Maker dann doch mal von den Anleitungen oder Hilfetexten einer Software profitieren will, die sich an die Profis richten.
Das Buch von Ralf Steck ist ein heißer Tipp für alle, denen es nicht reicht, immer nur die Vorlagen anderer aus dem Internet auf dem eigenen 3D-Drucker, dem Lasercutter oder der CNC-Fräse zu produzieren, sondern die endlich eigene Maschinen- und Ersatzteile konstruieren wollen, aber bisher den Einstieg in die CAD-Welt nicht gefunden haben. Diese Ausrede gilt jetzt nicht mehr – Maker, ran ans elektronische Reißbrett! —pek
Autor Ralf Steck
Verlag Hanser
Umfang 256 Seiten
ISBN 978-3-446-45020-2
Preis 30 € (inkl. E-Book), 23,99 € (EPUB)