E-Zigarette
Die E-Zigarette ist heutzutage in aller Munde. Oder zumindest in denen der Raucher, die in ihr eine Alternative zum klassischen Glimmstängel gefunden haben. Genau genommen müssten sie sich allerdings von nun an als „Dampfer“ bezeichnen.
Der wesentliche Unterschied zur Tabak-Zigarette besteht darin, dass bei der E-Zigarette kein Verbrennungsprozess stattfindet. Bei einer glimmenden Zigarette entstehen Temperaturen bis weit über 1000 Grad Celsius an der Glutspitze. Die Tabakmischung verschwelt kurz hinter der Glut bei rund 300 bis 600 Grad Celsius.
Bei der E-Zigarette hingegen entsteht kein Rauch, sondern Nassdampf. Das Liquid, wie die zu verdampfende Flüssigkeit oft genannt wird, ist eine Mischung aus Propylenglycol, Glycerin und Wasser. Meistens werden noch in sehr geringen Mengen Nikotin und Aromastoffe beigemischt.
Bei neueren Modellen wird das Liquid in einen Tank gefüllt. Unter dem Tank sitzt die eigentliche Verdampfer-Einheit, die aus einem Heizwendel und einer Watteschicht besteht. Die Watte dient als Trägermaterial und transportiert das Liquid zum Heizwendel. Der Heizwendel wird meistens auf Knopfdruck für einige Sekunden aufgeheizt.
Es gibt aber auch Modelle mit einer sogenannten Zugautomatik. Diese kommen ganz ohne Knopf aus. Hierbei zieht man am Mundstück wie bei einer normalen Tabak-Zigarette. Ein Sensor registriert den dabei entstehenden Unterdruck, woraufhin der Heizwendel aktiviert wird.Dabei wird die Flüssigkeit bei circa 60 bis 120 Grad Celsius verdampft. Aufgrund der hygroskopischen Eigenschaften der Inhaltsstoffe mutet der erzeugte Dampf wie ein sehr dichter Nebel an.
Viele Luxusmodelle verfügen über einen Leistungsregler, mit dem man die Temperatur des Heizwendels und somit die Dichte der Dampfwolke exakt einstellen kann. Einige Exemplare haben sogar ein kleines Display, in dem die eingestellte Leistung angezeigt werden kann.
Entscheidend ist allerdings nicht allein die Temperatur des Heizwendels. Das verwendete Material und der Durchmesser des Drahts haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die Menge und sogar den Geschmack des Dampfes. Am häufigsten verwendet werden Kanthal (eine Legierung aus Eisen, Chrom und Aluminium), Nickel und Titan. Einige Modelle können sogar mit einem selbst gewickelten Heizwendel bestückt werden. Meistens kommen allerdings fertige Verdampfer-Kerne mit integriertem Heizdraht zum Einsatz, so wie auch bei der abgebildeten E-Zigarette.
Übrigens: Sowohl der Vernebelungsprozess als auch die Zusammensetzung des Liquids gleicht dem, was bei Nebelmaschinen zum Einsatz kommt, wie man sie von vielen Diskotheken oder Konzertbühnen kennt. Hat der Maker also endlich dem Nikotin abgeschworen, kann er mit seiner alten E-Zigarette und ein wenig Bastelaufwand für die richtige Show-Einlage auf der nächsten Halloween-Party sorgen. —ade