Was macht eigentlich ein professioneller Drohnenpilot?
Mit ihren Drohnen inspizieren sie Windräder, vermessen Gebäude und Gelände oder filmen Hotelanlagen. Vorher müssen Piloten allerdings eine Prüfung ablegen.
An ihrem höchsten Punkt drehen die Rotorblätter der Windenergieanlage 200 Meter über dem Boden. Dort oben an der Blattspitze wirkt die Drohne etwa so groß wie eine Mücke an der Zimmerdecke. Tatsächlich ist sie rund einen Meter lang und fünf Kilogramm schwer. Acht Propeller halten den Oktokopter in der Luft. Sollte einer der Propeller ausfallen, reichen die anderen sieben für eine sichere Landung. Bei einem Preis von rund 30000 Euro einschließlich hochauflösender Kamera lohnt sich die Investition in diese Sicherheitsreserve.
Lukas Kremkau, 32, steht am Fuß des mächtigen Turms der Windenergieanlage. Um seinen Hals hängt die Fernsteuerung. Kremkau lenkt die Drohne mithilfe eines Bildschirms auf der Steuerung. Neben ihm steht sein Kollege, ebenfalls mit einer Fernsteuerung, und bedient die Kamera der Drohne. Jedes der drei etwa 60 Meter langen Rotorblätter fliegt Kremkau systematisch Stück für Stück ab. Sein Kollege fotografiert.
Kremkau ist professioneller Drohnenpilot. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er. Sein halbes Leben fliegt Kremkau schon, zuerst Modellflug, jetzt Drohnen. Seit drei Jahren arbeitet er bei Spectair in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen) und führt Industrieinspektionen durch. Das Unternehmen setzt Drohnen zur Überwachung von Industrieanlagen und Bauwerken sowie zur Vermessung ein. Es schult zudem private und gewerbliche Drohnenpiloten in der eigenen Flugschule und produziert Imagefilme. Von den 13 Mitarbeitern der Firma sind vier Drohnenpiloten.
Zum Einsatz kommen die Fluggeräte darüber hinaus in der Landwirtschaft, um Schädlingsbefall zu erkennen, bei Polizeibehörden, um Tatorte zu vermessen, im Katastrophenschutz, um Schäden aufzunehmen.
Bei Drohnen ab zwei Kilogramm braucht der Pilot für die Aufstiegsgenehmigung einen Kenntnisnachweis. Der ist seit April 2017 in der neuen Luftverkehrs-Ordnung bundesweit einheitlich geregelt. Die Schulungen bestehen aus praktischen Flugübungen und theoretischem Wissen, etwa in Luftrecht und Meteorologie. Die Kurse bei Spectair etwa dauern vier Tage und kosten rund 1400 Euro. Eine bestehende Pilotenlizenz ist eine Alternative zum Kenntnisnachweis. Peter Ilg