MIT Technology Review 5/2017
S. 106
Karriere
Ausbildung

Was macht eigentlich ein professioneller Drohnenpilot?

Mit ihren Drohnen inspizieren sie Windräder, vermessen Gebäude und Gelände oder filmen Hotelanlagen. Vorher müssen Piloten allerdings eine Prüfung ablegen.

An ihrem höchsten Punkt drehen die Rotorblätter der Windenergieanlage 200 Meter über dem Boden. Dort oben an der Blattspitze wirkt die Drohne etwa so groß wie eine Mücke an der Zimmerdecke. Tatsächlich ist sie rund einen Meter lang und fünf Kilogramm schwer. Acht Propeller halten den Oktokopter in der Luft. Sollte einer der Propeller ausfallen, reichen die anderen sieben für eine sichere Landung. Bei einem Preis von rund 30000 Euro einschließlich hochauflösender Kamera lohnt sich die Investition in diese Sicherheitsreserve.

Lukas Kremkau steuert seinen Oktokopter. Foto: Spectair

Lukas Kremkau, 32, steht am Fuß des mächtigen Turms der Windenergieanlage. Um seinen Hals hängt die Fernsteuerung. Kremkau lenkt die Drohne mithilfe eines Bildschirms auf der Steuerung. Neben ihm steht sein Kollege, ebenfalls mit einer Fernsteuerung, und bedient die Kamera der Drohne. Jedes der drei etwa 60 Meter langen Rotorblätter fliegt Kremkau systematisch Stück für Stück ab. Sein Kollege fotografiert.

Kremkau ist professioneller Drohnenpilot. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt er. Sein halbes Leben fliegt Kremkau schon, zuerst Modellflug, jetzt Drohnen. Seit drei Jahren arbeitet er bei Spectair in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen) und führt Industrieinspektionen durch. Das Unternehmen setzt Drohnen zur Überwachung von Industrieanlagen und Bauwerken sowie zur Vermessung ein. Es schult zudem private und gewerbliche Drohnenpiloten in der eigenen Flugschule und produziert Imagefilme. Von den 13 Mitarbeitern der Firma sind vier Drohnenpiloten.

Zum Einsatz kommen die Fluggeräte darüber hinaus in der Landwirtschaft, um Schädlingsbefall zu erkennen, bei Polizeibehörden, um Tatorte zu vermessen, im Katastrophenschutz, um Schäden aufzunehmen.

Bei Drohnen ab zwei Kilogramm braucht der Pilot für die Aufstiegsgenehmigung einen Kenntnisnachweis. Der ist seit April 2017 in der neuen Luftverkehrs-Ordnung bundesweit einheitlich geregelt. Die Schulungen bestehen aus praktischen Flugübungen und theoretischem Wissen, etwa in Luftrecht und Meteorologie. Die Kurse bei Spectair etwa dauern vier Tage und kosten rund 1400 Euro. Eine bestehende Pilotenlizenz ist eine Alternative zum Kenntnisnachweis. Peter Ilg

ARBEITSMARKT

Hohes Gehalt oder Zukunftsjob?

Nach Möglichkeit möchte jeder Berufseinsteiger ein hohes Einstiegsgehalt und einen Zukunftsjob. Dann wäre unsere Empfehlung, IT-Spezialist in der Versicherungsbranche zu werden. Denn der Beruf des IT-Spezialisten belegt nach einer Studie von LinkedIn den ersten Platz der Jobs mit den besten Karrierechancen 2017. Und die Versicherungsbranche zahlt laut einer Umfrage von Gehalt.de mit einem mittleren Jahresgehalt von 54291 Euro die höchsten Gehälter für Berufseinsteiger mit Masterabschluss.

Quelle: LinkedIn
Quelle: Gehalt.de
Quelle: Gehalt.de

Wer dagegen Marketing- und Kommunikationsmanager werden möchte, wählt zwar den Job mit den zweitbesten Karrierechancen. Allerdings liegt der mit einem mittleren Jahresgehalt von 32793 Euro auch an fünfter Stelle der Gehalts-Flops, zumindest für Bachelor-Abschlüsse. Für sein Gehalts-Ranking befragte das Internetportal Gehalt.de in den letzten zwölf Monaten 13000 Berufseinsteiger mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung.

LinkedIn wertete für sein Ranking der gefragtesten Berufe in Deutschland über neun Millionen deutsche Nutzerdaten aus. Dabei erhob das Business-Netzwerk ebenso neu ausgeschriebene Stellen wie auch die Aufstiegsmöglichkeiten in dem jeweiligen Beruf. Karsten Schäfer

Neue Studiengänge

Die Universität Bremen bietet zum Wintersemester zwei neue Raumfahrt-Masterstudiengänge an. Die zukünftigen Master of Space Engineering lernen, komplette Raumfahrtsysteme zu bauen und zu testen. Einsatzgebiete sind verschiedene Missionen aus Wissenschaft, Erdbeobachtung, Navigation und Telekommunikation. Das Studium kann jedes Semester begonnen werden. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni.

 

Ebenfalls neu an der Uni Bremen ist der Master of Space Science and Technologies. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Erdbeobachtung mit Satelliten. Vermittelt werden im Wesentlichen die Erfassung von Daten, ihre Verarbeitung und die Übertragung auf die Erde. Das viersemestrige Masterstudium erfolgt komplett in Englisch und vermittelt sowohl die Theorie als auch praktische Erfahrungen im Rahmen von Laborpraktika. Bewerbungsschluss ist der 30. April.

 

Die Technische Universität Kaiserslautern bietet zum Wintersemester den englischsprachigen Masterstudiengang Advanced Quantum Physics an. Ziel des Studiums ist es, die Grundlagen der Quantenmechanik und den Umgang mit moderner Quantentechnik zu vermitteln und junge Ingenieure für Arbeitsbereiche wie Photonik, Festkörperphysik, das Verarbeiten von Quanteninformationen und mikrophysikalische Grundlagen der Materialwissenschaft fit zu machen. Bewerbungsschluss ist der 31. August. Karsten Schäfer