Klimasünder vor Gericht
Extreme Wetterereignisse machen den Klimawandel inzwischen deutlich spürbar.Nun verklagen Umweltschützer Großunternehmen, um sie dafür bezahlen zulassen. Und Wissenschaftler liefern die Beweise.
Wenn es die Geschichte von Asterix und Obelix noch nicht gäbe, so wäre es spätestens jetzt an der Zeit, sie zu schreiben. Dann wäre der deutsche Energiekonzern RWE das übermächtige Rom, Saúl Luciano Lliuya wäre Asterix, und das gallische Dorf hieße Huaraz und läge in Peru. Denn dort, eine halbe Weltreise von den großen Kohlemeilern entfernt, braut sich ein Ereignis zusammen, das nicht nur RWE, sondern sämtliche großen Kohlendioxid-Produzenten teuer zu stehen kommen könnte.
Die Kleinstadt Huaraz liegt am Ausgang eines tiefen Andentals, in dem gewaltige eis- und schneebedeckte Bergmassive emporsteigen. An seinem Ende sammelt sich in über 4500 Metern Höhe das türkisgrüne Schmelzwasser des Pucaranra-Gletschers. Wegen der Erderwärmung tauen dessen Eismassen immer schneller ab, wie bei fast allen Gletschern weltweit. Dadurch drohen große Eisblöcke in den Palcacocha-See zu stürzen, ihn überlaufen zu lassen und eine verheerende Flutwelle loszutreten.