Der Doktor und das liebe Vieh
Jeffrey Karp ist einer der erfolgreichsten Köpfe auf dem Feld der Bionik. Quallen, Geckos und Stachelschweine liefern ihm Ideen, die Krebspatienten und Frühgeborenen helfen können.
Die Natur ist für Jeffrey Karp das größte Ingenieurlabor der Welt. Überall sieht er Ideen für neue Medizinprodukte. Auch das Bostoner Aquarium hat schon eine Inspiration beschert: Beim Anblick von Löwenmaulquallen, die ihre Beute mit langen Tentakeln fangen, kam einem seiner Studenten die Idee, wie sich Krebszellen schneller und genauer aufspüren lassen könnten: Er baute flexible DNA-Fangarme, um damit Krebszellen aus Blutproben zu fischen. Normalerweise geschieht dies mit Antikörpern, doch die sitzen am Boden einer Kammer und erwischen nur jene Zellen, die nah genug vorbeischwimmen.
Karp ist Ingenieur für Chemie und Biomedizin und einer der produktivsten Köpfe auf dem Feld der Bionik, die Biologie und Technik miteinander kombiniert. Bereits zwei Bionik-Ausgründungen – Gecko Biomedical und Landsdowne Labs – gehen auf sein Konto, dazu vier weitere Spin-offs in der regenerativen Medizin und Materialentwicklung sowie zahlreiche Veröffentlichungen und Patente. Gerade wurde er mit nur 42 Jahren zum Professor am Brigham and Women’s Hospital (BWH) ernannt.