MIT Technology Review 2/2019
S. 82
Fokus
Windkraft

Ausgedreht

20 Jahre nach der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes endet für die ersten Windräder 2021 die Förderung. Weil sich ihr Weiterbetrieb selten lohnt, wollen viele Betreiber sie abreißen. Dabei gibt es bessere Ideen.

Tausende alter Windkraftanlagen wie dieses Modell von Enercon werden in den kommenden Jahren voraussichtlich abgebaut. Foto: Toma Babovic/ Laif

Irgendwann endet auch die schönste Party. Etwa die Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie war auf 20 Jahre angelegt und garantierte die Abnahme und die Vergütung von Ökostrom. Mit dem 1. Januar 2021 fallen erstmals Anlagen aus der Förderung. Das betrifft laut dem Beratungsunternehmen Deutsche WindGuard 6000 Anlagen mit zusammen rund vier Gigawatt Nennleistung. Anfangs sind nur kleine „Sub-Megawatt“-Anlagen an der Reihe. In den Folgejahren bis 2026 könnten dann weitere 14000 Turbinen mit insgesamt 17 Gigawatt hinzukommen. Wir sprechen also von großen Teilen des deutschen Windkraftparks, der derzeit aus fast 30000 Anlagen mit zusammen rund 50 Gigawatt besteht.

Das Problem: Ab 2021 müssen die Besitzer der alten Mühlen ihren Strom zu marktüblichen Preisen verkaufen. Das bedeutet, dass sie statt der bisherigen sechs bis neun Cent je Kilowattstunde (kWh) voraussichtlich nur noch zwei bis vier Cent bekommen, je nachdem wie hoch die kWh an der Strombörse in Leipzig gerade gehandelt wird. Laut Dieter Fries, Vorsitzender im Betreiberbeirat des Bundesverbands Windenergie (BWE) und selbst Besitzer von vier älteren Windrädern, kann das eng werden: „Oftmals sind die Betriebskosten höher. Ein Großteil der Anlagen wird daher nicht überleben.“

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