MIT Technology Review 3/2019
S. 58
Horizonte
Kunsthandwerk

So baut man ein Lichtschwert

Anspruchsvolle Jedi-Ritter brauchen Geduld und Geld: In den handgefertigten Lichtschwertern von Martin Beyer steckt wochenlange Arbeit.

Fotos: Frank Heymann

Martin Beyer öffnet den Griff seines Lichtschwerts und legt das filigran gearbeitete Chassis mit blau leuchtendem Kristall frei. „,Star Wars‘-Fans achten extrem auf Details“, sagt er. In seiner Werkstatt in Hannover fertigt der studierte Farbdesigner seit 2016 exklusive Repliken der ikonischen Waffen, mit denen Jedi-Ritter in einer weit entfernten Galaxie kämpfen.

„Star Wars“-Merchandising ist ein Milliardengeschäft und umfasst heute schon Lichtschwerter aller Preisklassen, vom billigen Kinderspielzeug bis zum hochwertigen Exponat. Doch keines weckte bei Martin Beyer das Jedi-Ritter-Gefühl. „Das kann ich besser“, sagte er sich. Als er ein Video von seinem ersten Lichtschwert auf YouTube einstellte, kamen eine Million Klicks zusammen – und jeden Tag um die hundert Kaufangebote. Er versteigerte es schließlich für 12500 Euro auf eBay. Beyer, der früher 3D-Modelle für Videospiele entwarf, lebt seitdem von Nachbildungen des blau leuchtenden Lichtschwerts von Luke Skywalker. Etwa sieben Wochen arbeitet Beyer an einem handgefertigten Exemplar und verkauft es für 5000 bis 10000 Euro über den eigenen Webauftritt. Die Käufer sind vor allem Japaner – „Star Wars“-Fans mittleren Alters, die sich einen Jugendtraum erfüllen. Die Repliken sind robust, „aber für Schwertkampfsport nicht geeignet“, erklärt der Designer. Kaputtgegangen ist noch keins. „Einem Kunden ist mal ein Kristall heruntergefallen und zerbrochen. Den habe ich dann ersetzt.“

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