MIT Technology Review 6/2019
S. 36
Horizonte
Chemie
Aufmacherbild
Foto: Shutterstock

Stoffe mit Helfersyndrom

Rohstoffe aus Abgasen, grüner Treibstoff, umweltfreundlicher Dünger oder Abbau von Plastik: Wie sich das Gebiet der Katalysator-Forschung dazu aufschwingt, drängende Probleme der Menschheit zu lösen.

Nichts ist bedeutender in jedem Zustande, als die Dazwischenkunft eines Dritten.“ Mit diesem Satz beginnt der Roman „Die Wahlverwandtschaften“, mit dem Johann Wolfgang von Goethe 1809 die zwischenmenschlichen Wirren betrachtet, die ein Fremder unter Freunden, Ehegatten oder Liebenden auslösen kann. Gleichzeitig hat Goethe damit einem der wichtigsten Prinzipien der Chemie ein literarisches Denkmal gesetzt. Denn es ist das Motiv des Katalysators, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Von außen hinzukommende Personen mischen darin den Reigen der Protagonisten jedes Mal neu. Der Naturforscher Goethe lässt seine Figuren sogar selbst die Analogie zu chemischen Reaktionen ziehen – auch wenn sie dabei nicht das Wort Katalysator verwenden. Denn das wurde erst 1835 vom schwedischen Chemiker Jöns Jakob Berzelius erfunden.

Aber im Unterschied zu den Wahlverwandtschaften geht die Geschichte der Katalysatoren gut aus. Sie endet nicht mit einem Auseinanderbrechen menschlicher Beziehungen, sondern öffnet die Tür zu einer neuen Art des Wirtschaftens: Katalysatoren könnten wirklich grünen Kraftstoff möglich machen, die Umwelt von Plastikmüll befreien oder Kohlendioxid aus der Luft zurück in deponierbare Kohle verwandeln. Neue Entwicklungen in diesem Feld helfen, ein paar drängende Probleme der Menschheit zu lösen.

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