MIT Technology Review 3/2024
S. 36
Titel
Mathematik

ChatGPT braucht Mathe-Nachhilfe

Noch tun sich KI-Modelle wie GPT schwer mit Mathematik und logischem Denken. Diese Fähigkeiten werden jedoch als vielversprechender Weg zu einer Allgemeinen Künstlichen Intelligenz gehandelt.

Eike Kühl

Es gibt keine veröffentlichte und von Experten begutachtete Studie, kein Preprint-Paper, ja nicht einmal eine offizielle Bestätigung seiner Existenz. Dennoch schlug ein KI-Modell namens Q* (Q-Star) im November 2023 hohe Wellen. Von OpenAI entwickelt, soll Q* mutmaßlich in der Lage sein, mathematische Aufgaben auf Schulniveau mit fast 100-prozentiger Genauigkeit zu lösen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters schrieb, sehen Insider von OpenAI in Q* einen Durchbruch auf dem Weg zu einer Allgemeinen Künstlichen Intelligenz (AGI). Sprich: zu einer KI, die einer allgemeinen Definition zufolge „die Fähigkeit besitzt, jede intellektuelle Aufgabe zu verstehen oder zu lernen, die ein Mensch ausführen kann“.

Dass ausgerechnet das Lösen von Grundschulmathematik der Anfang einer solchen Entwicklung sein soll, klingt zunächst unwahrscheinlich. Doch Mathematik ist der Maßstab für logisches Denken, und eine generative Künstliche Intelligenz, die nicht nur zusammenhängende Sätze formulieren, sondern auch logisch denken kann, wäre tatsächlich eine Sensation. Eine solche Maschine könnte nämlich lernen, noch ganz andere Aufgaben zu erledigen. Sie könnte Schlussfolgerungen ziehen, Chancen und Risiken abwägen und abstrakte Ideen verstehen, die bislang nur uns Menschen vorbehalten sind. Und sie könnte dabei helfen, die großen Probleme unserer Zeit zu meistern. „Wenn wir Herausforderungen wie den Klimawandel angehen wollen, dann brauchen wir fächerübergreifende, intelligente Systeme, die uns unterstützen und Hinweise und Lösungsvorschläge geben können“, sagt Kristian Kersting, Leiter des Labors für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen an der TU Darmstadt. „Wenn diese Systeme keine Mathematik beherrschen, kann das kaum funktionieren.“

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