Vorsicht Kunde! - Asus und der Garantie-Vertrag: "360 Euro und ich reparierâ Dich trotzdem nicht!"
Rund 1700 Euro inklusive Zubehör, dazu eine GarantieverlĂ€ngerung fĂŒr 74 Euro: Christian L. denkt sich, damit sei er sicher. Die Summe blĂ€ttert er fĂŒr ein Asus-Notebook hin - eine Marke, die beim c't magazin-Service-Test immer wieder auf den hinteren RĂ€ngen landet. Und auch diesmal bestĂ€tigt sich der schlechte Eindruck: Anfangs wirkt das Notebook noch solide, dann aber blĂ€ttert die Farbe ab, der Netzwerkanschluss verabschiedet sich und zu guter Letzt zeigt auch der Videoausgang noch einen Wackelkontakt. Das war der Beginn einer traurigen Reparatur-Odyssee. Denn trotz Garantievertrag prĂ€sentiert ihm Asus einen Kostenvoranschlag in Höhe von sage und schreibe 365,33 Euro. Das eingeschickte Notebook soll der Kunde erst dann - "repariert bzw. unrepariert" wieder sehen, wenn Asus "einen Geldeingang" verzeichnen wĂŒrde. Christian L. protestiert. Sofort korrigiert Asus den Kostenvoranschlag auf rund 50 Euro, aber leider wisse man ĂŒberhaupt nicht, wo sich das defekt Notebook gerade befĂ€nde.
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Rund 1700 Euro inklusive Zubehör, dazu eine GarantieverlĂ€ngerung fĂŒr 74 Euro: Christian L. denkt sich, damit sei er sicher. Die Summe blĂ€ttert er fĂŒr ein Asus-Notebook hin [--] eine Marke, die beim c't magazin-Service-Test immer wieder auf den hinteren RĂ€ngen landet. Und auch diesmal bestĂ€tigt sich der schlechte Eindruck: Anfangs wirkt das Notebook noch solide, dann aber blĂ€ttert die Farbe ab, der Netzwerkanschluss verabschiedet sich und zu guter Letzt zeigt auch der Videoausgang noch einen Wackelkontakt.
Das war der Beginn einer traurigen Reparatur-Odyssee. Denn trotz Garantievertrag prĂ€sentiert ihm Asus einen Kostenvoranschlag in Höhe von sage und schreibe 365,33 Euro. Das eingeschickte Notebook soll der Kunde erst dann [--] "repariert bzw. unrepariert" wieder sehen, wenn Asus "einen Geldeingang" verzeichnen wĂŒrde. Christian L. protestiert. Sofort korrigiert Asus den Kostenvoranschlag auf rund 50 Euro, aber leider wisse man ĂŒberhaupt nicht, wo sich das defekt Notebook gerade befĂ€nde.
[b]Reparieren [--] geht nicht![/b]
Am 11. August ĂŒberraschte Asus den Kunden dann mit der Nachricht, dass das Notebook ĂŒberhaupt nicht repariert werden könne. Dieses befinde sich auf dem Weg ins Repaircenter nach Holland und von dort komme dann ein Angebot fĂŒr ein AustauschgerĂ€t oder fĂŒr eine Gutschrift. Weit gefehlt: Einen Tag spĂ€ter drĂŒckte ein DHL-Mitarbeiter dem verblĂŒfften Christian L. das Notebook in die Hand, statt im Originalkarton allerdings in einer anderen Verpackung.
Nun gut, Hauptsache, das Notebook war nach zwei Monaten endlich wieder da. Verpackung lösen, Karton auspacken [--] aber was ist das? Am angeblich reparierten GerĂ€t blĂ€tterte schon wieder die Farbe ab. Die rechte Handablage hatte zudem eine Delle nach auĂen, wie von einem spitzen Gegenstand, der innen dagegen drĂŒckt. Da waren wohl StĂŒmper am Werk.
Mittlerweile hatte L. mehr als genug. Ein Asus-Notebook kommt ihm nicht mehr ins Haus. Er beschwerte sich umgehend ĂŒber die fehlerhafte Reparatur und wies auch darauf hin, dass die erneuten Farbabplatzungen ja wohl Beleg genug dafĂŒr sind, dass es sein Verschulden nicht gewesen sei. Er erwartete die Erstattung des bereits gezahlten Betrags und forderte die RĂŒcknahme des GerĂ€ts und die Erstattung des Kaufpreises.
Asus verweigerte dies kaltschnĂ€uzig mit dem Hinweis, dass nur der HĂ€ndler das GerĂ€t zurĂŒcknehmen könne. Telefonisch wurde L. immerhin die Erstattung der gezahlten 54,74 Euro zugesichert. Aber nicht mal darauf konnte sich L. verlassen: Derselbe Mitarbeiter schrieb kurz darauf in einer Mail, dass eine Erstattung nicht in Frage komme. Stattdessen schlug er eine "Speed-Reparatur" vor und stellte ein Upgrade der Festplatte oder der CPU und gegebenenfalls einen zweiten Akku in Aussicht [--] was die MĂ€ngel des Notebooks ja nun gar nicht behebt. Entnervt bat Christian L. daraufhin cât um Hilfe. Asus versprach daraufhin, wegen der langen Reparaturzeit das Notebook ĂŒber den HĂ€ndler gutzuschreiben.
Auch andere Kunden haben sich bei uns ĂŒber den Service und Support beschwert. Die Odyssee eines im Februar 2007 gekauften A8JP mit 14-Zoll-Display, 3D-Grafikchip und Doppelkernprozessor von Herrn H. ist da ein besonders krasses Beispiel. Im Juli 2007 musste H. zum ersten Mal ein defektes Display-Scharnier reklamieren, die Reparatur erfolgte innerhalb einer Woche. Die nĂ€chste Reparatur war im MĂ€rz 2008 fĂ€llig. AuĂer dem schwergĂ€ngigen Scharnier, das bereits die Display-Einfassung beschĂ€digt hat, zeigte das Notebook noch StabilitĂ€tsprobleme.
Einen Monat dauerte es, bis das GerĂ€t wieder zu Hause war. Unter anderem war das Mainboard getauscht, leider ohne die Lautsprecher wieder anzuschlieĂen. AuĂerdem fehlten der Speicherkarten-Plastikeinsatz sowie der fĂŒr den ExpressCard-Slot. Das Notebook wurde ein weiteres Mal eingeschickt, doch ohne Erfolg, die Lautsprecher funktionierten immer noch nicht, auch nicht nach dem nĂ€chsten Reparaturversuch.
Herr H. hatte schon lĂ€ngst genug und forderte eine RĂŒcknahme des GerĂ€ts. Der Support riet daraufhin, einen Brief mit dieser Forderung beizulegen. Ein weiterer Mitarbeiter teilte spĂ€ter mit, dass Briefe, die dem Notebook beiliegen, weggeschmissen werden.
H. schickte notgedrungen sein Notebook ein weiteres Mal auf Reisen, auf Anweisung eines Support-Mitarbeiters legte er Informationen ĂŒber alle bisherigen VorgĂ€nge und derzeitigen Fehler bei. Asus versprach, danach wĂŒrde sich die fĂŒr die Wandlung zustĂ€ndige Abteilung mit einem Angebot ĂŒber die Auszahlung des Zeitwertes oder einem Vorschlag fĂŒr ein neues Notebook melden. Doch auch dieses Mal reagierte Asus nicht auf den Wunsch nach RĂŒcknahme. Seit 22. August liegt das Notebook bei Asus und H. wartet immer noch auf das versprochene Angebot. Nachdem sich cât eingeschaltet hat, bekam H. mitgeteilt, dass das Notebook nicht zeitnah repariert werden könne und er eine Gutschrift ĂŒber seinen Notebook-HĂ€ndler bekommen werde.
[b]Nachgefragt[/b]
Wir fragten bei Asus nach, warum diese Kunden nicht zu ihrem Recht kommen. Uwe von der Weyden, Technical Support Director EU, entschuldigt sich fĂŒr die negativen Erfahrungen, die Christian L. machen musste. Asus sei stetig bemĂŒht, den Kunden die bestmögliche UnterstĂŒtzung zu bieten.
Asus sieht bei Christian L. in erster Linie zwei Defekte, erstens den Wackelkontakt beim LAN-Port in der Dockingstation und beim HDMI-Anschluss. Beides sei fachgemÀà repariert, auĂerdem Deckel und Boden sowie ein Gelenk ausgetauscht worden. Zweitens ging es darum, dass an vielen Stellen des GehĂ€uses die Farbe abblĂ€ttert beziehungsweise das Plastik beschĂ€digt ist. Asus bekrĂ€ftigt, dass dieses Plastik bei einer normalen Handhabung nicht kaputtgeht, deshalb sei das Notebook nicht ganz so pfleglich behandelt worden wie vom Kunden beschrieben. Da in diesem Fall kein Fertigungsfehler, sondern ein vom Kunden verursachter Schaden vorliege, handele es sich bei der Reparatur um keinen Garantiefall und Asus habe sich bezĂŒglich der Garantieabdeckung deshalb korrekt verhalten. Wie es zu den BeschĂ€digungen wĂ€hrend der Reparatur kam, erklĂ€rte uns Asus nicht.
DafĂŒr, dass Christian L. mit verzögerten RĂŒckmeldungen und unterschiedlichen Aussagen konfrontiert wurde, möchte sich Asus ebenfalls entschuldigen. Mit einem dedizierten QualitĂ€tsmanager im Call Center will der Hersteller zukĂŒnftig solche MĂ€ngel beheben. Eine Ăberarbeitung der Prozesskette sowie ein weiter verstĂ€rktes Training der Mitarbeiter kommen als weitere MaĂnahmen hinzu.
Zur Reparatur-Odyssee von Herrn H. ergĂ€nzte Asus, dass in Zukunft mehr als zwei AbholauftrĂ€ge ausgeschlossen seien. Nach der zweiten Reparatur kann ein weiterer Versuch nur mit expliziter Genehmigung durch den Vorgesetzten und RĂŒcksprachen mit dem Kunden erfolgen.