Apple will mehr Roboter in der Fertigung – in allen Produktkategorien
Teile der Produktion von iPhone & Co. sind ein erstaunlich manueller Prozess – in China oder Indien stehen dafür viele Mitarbeiter bereit. Doch bleibt das so?
Apple-Boss Tim Cook vor einigen Jahren bei Foxconn in China.
(Bild: Apple)
Apple macht Druck auf seine Fertiger, die Produkte des Konzerns stärker von Maschinen und Robotern herstellen zu lassen. Laut einem Bericht des in Taiwan erscheinenden Elektronikfachblatts DigiTimes sollen in allen Herstellungsbereichen weniger Menschen beschäftigt werden. Dies betrifft alle großen Produktkategorien, also iPhone, Mac, Apple Watch und iPad – und möglicherweise auch Zubehör. Apple erwarte zudem, dass die Produzenten, die vor allem in Asien sitzen, selbst aktiv werden, um ihre Fabriken zu automatisieren – der Konzern möchte weniger selbst in die notwendigen Upgrades investieren, wie dies bislang der Fall war.
Margen dank Automatisierung erhalten
Das Projekt an sich soll bereits seit mehreren Jahren laufen. Schon vor dem Sommer 2024 war die Zielvorstellung, in der iPhone-Endmontage mindestens zur Hälfte nur noch Roboter einzusetzen. Wie weit Apple damit gekommen ist, bleibt jedoch unklar. Durch die aktuelle US-Zollsituation, die trotz zuletzt guter Nachrichten für Apple weiterhin als angespannt gilt, möchte Apple die Kosten deutlich reduzieren, um weiterhin hohe Margen zu erzielen.
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Es geht um geringere Ausgaben für Gehälter und Personal bei gleichzeitiger Verbesserung der Produktqualität und höheren Ausbeuten – egal wo die Fabrik steht. Apple hatte in den vergangenen Jahren massiv in Indien ausgebaut, um vor allem den US-Markt zu versorgen. Zu den bekannten Problemen solcher neuen Standorte gehört, dass Mitarbeiter zunächst auf das Qualitätsniveau anderer Fertigungseinrichtungen gebracht werden müssen – je mehr automatisiert wurde, desto leichter ist dies.
Apple produziert nicht selbst, finanzierte aber mit
Bislang galt als gesetzt, dass Apple zwar keine eigenen Fabriken mehr betreibt – es gibt nur noch wenige Standorte etwa in den USA und Irland –, seine Fertiger wie Foxconn, Pegatron oder Tata jedoch an der kurzen Leine hält. Diese müssen sich äußerst genau an Apples Vorgaben halten. Oftmals wurden auch notwendige Maschinen durch Apple entweder gekauft oder vorfinanziert.
Die neuen Maßnahmen sehen nun offenbar anders aus. Laut DigiTimes gehen bei Lieferanten, die die Automatisierungskampagne umsetzen, bereits Gewinne zurück. Apple unterstützt allerdings in anderen Bereichen weiter: Dazu gehört, berichtet Macrumors, das Thema CO₂-Neutralität. Apple will nach wie vor bis 2030 seine gesamte Lieferkette entsprechend umrüsten und investiert dafür auch vor Ort.
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(bsc)