Elektroauto Renault Trafic E-Tech: Erster Renault mit 800-Volt-Batterietechnik

Im Transporter Trafic E-Tech kommt Renaults 800-Volt-Architektur ab Ende 2026 erstmals auf die Straße. Premiere ist am 18. November auf der Messe Solutrans.

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Renault Trafic E-Tech

(Bild: RECOM Paris, Renault Design)

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In einem Transporter vom Format eines VW ID. Buzz kommt Renaults 800-Volt-Architektur ab Ende 2026 erstmals auf die Straße. Der batterieelektrische Kastenwagen ist der erste Vorbote für Renaults 800-Volt-Architektur, die das Laden beschleunigen und eine Reichweite von bis zu 450 km im WLTP ermöglichen soll. Entwickelt von Ampere, Renaults eigenem Ingenieursdienstleister für Elektroautos, bietet der Trafic auch eine skalierbare Architektur als sogenanntes Software Defined Vehicle mit cloudbasierter Software und Over-the-air-Updates.

Renault Trafic E-Tech Exterieur (6 Bilder)

Der Elektroantrieb ermöglicht weit nach vorn gerückte Räder und damit eine bessere Platznutzung. (Bild:

RECOM Paris, Renault Design

)

Renault bezeichnet den Trafic als vierte Generation des ab 1980 mehr als 2,5-millionenfach verkauften Transporters, obwohl dieser deutlich größer war. Er ist das erste Modell einer Reihe batterieelektrischer Nutzfahrzeuge, die mit den wiederbelebten Namen Estafette, Goelette und Trafic Alternativen zu den Transportern und Kastenwagen von VW, Peugeot, Opel und Kia in verschiedenen Größen bieten sollen.

Zunächst wird Renault den Trafic als Kastenwagen anbieten, später auch als Bus mit Fenstern und Van, als Plattformfahrgestell, Pritsche oder Cargo Box. Die Höhe von 1,9 m ermöglicht das Befahren von Tiefgaragen. Trotz des langen Radstands ist der Wendekreis nicht größer als der eines Renault Clio. Das verspricht einen Vorteil bei der Zustellung in urbanem Gebiet, wie auch die großzügige Verglasung mit schmalen Säulen für eine gute Sicht. Das Cockpit bietet ein 10-Zoll-Kombiinstrument und einen 12-Zoll-Bildschirm in der Mitte. Üblich in diesem Segment sind drei Sitzplätze vorn und großzügige Ablagen.

Renault Trafic E-Tech Interieur (4 Bilder)

Für eine bessere Übersicht senkt Renault die Unterkanten der Seitenfenster nach vorn ab. Drei Sitze sind die übliche Ausstattung für den Kastenwagen. Als Bus wird der Trafic vorn großzügiger bestuhlt werden. (Bild:

RECOM Paris, Renault Design

)

Die weit in den Ecken positionierten Räder, die der Elektroantrieb ermöglicht, verbessern die Raumnutzung. So bietet der Trafic als Kastenwagen L1 ein Ladevolumen von 5,1 m3 bei einer Länge von 4,87 m und einer Breite von 1,92 m. Als L2 kommt er bei einer Länge von 5,27 m und 40 cm längerem Radstand auf 5,8 m3. Als Transporter hat der Trafic hinten Flügeltüren und seitliche Schiebetüren. Eine Anhängelast von zwei Tonnen und eine Nutzlast von bis zu 1,25 Tonnen sind angestrebt, allerdings noch nicht homologiert.

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Ab Markteinführung ist der Trafic mit einer Nickel-Mangan-Kobalt-Batterie mit einer maximalen Reichweite von bis zu 450 km im WLTP (die Homologation läuft noch) ausgestattet. Unter günstigsten Bedingungen soll der große Akku dank 800-Volt-Architektur an DC-Schnellladestationen in rund 20 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufladbar sein, entsprechend einer Reichweite von 260 km. Das ist zwar schnell, aber kaum besser als die Ladeleistung des elektrischen Kastenwagens Kia PV5 mit 400-Volt-Akku und ähnlicher Reichweite. Mit welcher Leistung der Akku an Wechselstrom lädt, hat Renault noch nicht mitgeteilt.

Später soll ein deutlich preisgünstigerer Lithium-Eisenphosphat-Akku mit einer Reichweite von 350 km im Zyklus angeboten werden. Ob diese LFP-Batterie eine ähnliche Schnellladefähigkeit wie der NMC-Akku bieten wird, hat Renault noch nicht mitgeteilt. Zumindest dürfte er bei Temperaturen unter Null Grad diesbezüglich im Nachteil sein. Eine Vehicle-to-Load-Funktion soll gegen Aufpreis erhältlich sein. Der E-Motor leistet 150 kW und bietet 345 Nm.

Ein Teil der Homologationen ist noch nicht abgeschlossen, ein genaues Erstverkaufsdatum und Preise hat Renault noch nicht mitgeteilt. Man darf davon ausgehen, dass sich die Preise weniger am sehr teuren VW ID. Buzz als vielmehr Autos wie dem Kia PV5 orientieren werden. Letzterer kostet als Bus rund 40.000 Euro, als Kasten etwas weniger.

(fpi)