Deutsche KI-Start-ups im Spannungsfeld von Milliardeninvestitionen und KI-Blase
Ungeachtet der viel diskutierten KI-Blase investieren Unternehmen und Fonds weiterhin in KI-Start-ups – verstärkt auch in Europa. Kann das gutgehen?
(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)
Allen Befürchtungen einer bald platzenden Blase zum Trotz gedeiht die KI-Szene weiterhin prächtig. Investoren pumpen ordentlich Kapital in vielversprechende Start-ups – verstärkt auch in Deutschland und Europa. In Deutschland sind 2025 sogar drei KI-Schmieden zu besonders wertvollen, sogenannten Einhörnern geworden: die Drohnenfirma Quantum Systems aus Gilching bei München, der Prozessautomatisierer n8n sowie Parloa (Interaktion mit Kunden) aus Berlin. Bereits Ende 2024 schaffte es das im selben Jahr gegründete, auf Bildgenerierung spezialisierte Black Forest Labs aus Freiburg – um gleich im Folgejahr förmlich durch die Decke zu gehen.
Als Einhörner bezeichnet man junge, noch nicht börsennotierte Unternehmen, die eine Bewertung von einer Milliarde US-Dollar erreicht haben. Oft schaffen sie das enorme Wachstum binnen weniger Monate – durch ein oder mehrere Investorenrunden, die zig bis Hunderte Millionen US-Dollar frisches Kapital bringen. Ob diese Bewertung, die einflussreiche Investoren festlegen, etwas mit dem realen Wert der Firma zu tun hat, ist umstritten. In der Regel liegt sie ein Vielfaches höher als das hineingeflossene Wagniskapital. Black Forest Labs beispielsweise hat insgesamt 450 Millionen US-Dollar eingesammelt, bewertet wird es mit 3,25 Milliarden. Zum Vergleich: Das nach wie vor nicht börsennotierte OpenAI liegt bei 500 Milliarden US-Dollar und könnte mit der nächsten Finanzierungsrunde auf 750 Milliarden steigen.
- Die deutsche Start-up-Szene spaltet sich: Klassische Gründer leiden, während KI- und Robotikfirmen internationale Investoren und viel Geld anziehen.
- Die legen mitunter einen rasanten Aufstieg hin; allein im Jahr 2025 erreichten drei KI-Start-ups die „magische“ Eine-Milliarde-Dollar-Bewertung, mit der sie Einhorn-Status erlangen.
- Im Vergleich zur US-Konkurrenz mag das eingesammelte Budget von mehreren hundert Millionen Dollar bescheiden wirken; Firmen wie Black Forest Labs oder DeepL sind damit aber erstaunlich konkurrenzfähig.
Trotz der übermächtig erscheinenden Konkurrenz erweisen sich die hiesigen KI-Start-ups insgesamt als widerstandsfähig. Während vielen klassischen Gründern aufgrund der schlechten Wirtschaftslage das Geld ausgeht und sich Börsengänge verschieben, werden die auf künstliche Intelligenz und Verteidigung spezialisierten weiterhin gut gefüttert. Wir werfen einen Blick auf die europäische Szene, beginnend mit der deutschen KI-Landschaft.
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