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Android-Handy TCL Nxtpaper 70 Pro: Matter Bildschirm wird flimmerfrei

TCLs Nxtpaper-Mobiltelefone können E-Ink nachahmen und SD-Karten aufnehmen. Das neue 70 Pro ist zudem flimmerfrei, rechnet aber langsamer.

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4 stehende Smartphones, 2 zeigen die RĂĽckseite, 2 die Vorderseite

TCL Nxtpaper 70 Pro

(Bild: TCL/Daniel AJ Sokolov)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Mit viel Speicherplatz und augenschonenden Bildschirmen versucht TCL, sich Marktanteile bei Android-Smartphones zu erarbeiten. Die neueste Auflage heiĂźt TCL Nxtpaper 70 Pro und soll laut Bekanntgabe auf der CES 2026 im Februar in den Handel kommen. Es handelt sich um den kleineren Bruder des Nxtpaper 60 Ultra. Weniger leistungsstark, dafĂĽr handlicher und noch augenschonender weil flimmerfrei.

Unter dem Markennamen Nxtpaper vertreibt TCL seit Jahren Mobilgeräte, die klassische LC-Displays näher an die Vorteile von E-Ink-Bildschirmen rücken, ohne E-Ink zu sein. Voriges Jahr hat das chinesische Unternehmen die vierte Generation des Nxtpaper hervorgebracht. Über dem besonders farbentreuen LC-Display mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz liegt Schutzglas mit matter Oberfläche, was im Smartphone-Bereich ungewöhnlich ist.

Das reduziert Reflexionen und Fingerabdrücke deutlich. Gleichzeitig ist das Glas sehr hart und damit besser gegen Kratzer gefeit als das verbreitete Gorilla Glass. Außerdem integriert TCL Polfilter (Circular Polarizer, CPL), was ebenfalls Spiegelungen mindert und die Farbdarstellung verbessert. In Summe kann man bei gleicher Lichtstärke des Bildschirms im Freien mehr lesen als mit Konkurrenzhandys – andererseits endet die maximale Strahlkraft auch bei 900 nits. Oberklassehandys schaffen das Doppelte und mehr.

Eine weitere Filterschicht des Nxtpaper 70 Pro schluckt „bis zu” 96 Prozent blauen Lichtes. Dieses ermüdet Augen und hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin, sollte also insbesondere gegen Abend vermieden werden. Die Diagonale ist gegenüber dem riesigen Nxtpaper 60 Ultra ein bisschen geschrumpft, auf immer noch stattliche 6,9 Zoll. Die exakte Auflösung ist noch unklar, jedenfalls mehr als 1920 mal 1080 Pixel (FHD).

Neu ist TCLs Versprechen der Flimmerfreiheit – das bezieht sich nicht nur auf den Bildschirm selbst, sondern auch auf die Kamera. Gelangt beispielsweise ein anderer Bildschirm ins Visier der Kamera, soll diese das Flimmern wegrechnen. Das Handy unterstützt zudem die Bedienung mit einem von TCL separat verkauften Stift.

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Durch Tastendruck wird der Bildschirm in den Tintenpapier-Modus gewechselt, was ein paar Sekunden dauert. Dann läuft das Handy monochrom, mit hellbeigem Hintergrund und kontraststarken Graustufen. Videos, Animationen und Spiele laufen dennoch, nur eben aufgeräumter, da ohne Farben.

AuĂźerdem gibt es den Max-Ink-Modus. Der sieht genauso aus, nur beendet er die meisten Anwendungen. Das reduziert den Stromverbrauch deutlich und erleichtert die Konzentration aufs Lesen. Im Max-Ink-Modus dringen Benachrichtigungen nur noch von jenen Apps durch, die der Nutzer ausdrĂĽcklich dafĂĽr freigegeben hat.

Das Mittelklassehandy kommt in Varianten mit 256 GB Speicher zu einem Richtpreis von 339 Euro sowie mit 512 GB zu 389 Euro auf den Markt. Zusätzlich darf der Nutzer eine zweite SIM-Karte oder eine MicroSD-Karte einlegen – eine leider selten gewordene Tugend. Fein ist auch die Zertifizierung nach IP68 gegen Wasser und Staub.

Abstriche gibt es bei der Leistung: Der Arbeitsspeicher ist gegenüber dem vorangegangenen Modell von zwölf auf acht Gigabyte geschrumpft. Und statt dem Mediatek Dimensity 7400 gibt es nur noch den 7300. Der Akkumulator fasst 5200 mAh und lässt sich mit bis zu 33 Watt laden.

Hauptkamera und Selfie-Kamera dürften gleich geblieben sein, 50 Megapixel respektive 32 Megapixel. Selfie-Videos beschränken sich überhaupt auf 1080p mit 30 Frames pro Sekunde. Zudem droht TCL damit, dass die Selfie-Kamera automatisch mit Künstlicher Intelligenz „Ihre natürliche Schönheit” verbessere.

Auch sonst muss man jede Menge KI mitbezahlen. Dazu gehören ein Dolmetsch, die Transkription von Tonaufnahmen sowie KI-Werkzeuge, die beim Abfassen und Verstehen von Text eingreifen sollen. Ausgeliefert wird das Nxtpaper 70 Pro mit Android 16; zur Verfügbarkeit zukünftiger Updates hat sich TCL leider noch nicht festgelegt.

Update

Verweis auf die von der EU vorgeschriebenen fĂĽnf Jahre Android-Updates entfernt. Hersteller haben offenbar ein Schlupfloch gefunden, die Updategarantie zum umschiffen.

heise online ist Medienpartner der CES 2026.

(ds)