Elektroauto Renault Twingo: Optimiert für den Stadtverkehr

Renault hat sich entschieden, den Twingo mit einer umfangreichen Ausstattung zu versehen, und dafür Leistung und Reichweite knappzuhalten.

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Renault Twingo 2026

Für rund 20.000 Euro liefert Renault mit dem Twingo ein kleines Elektroauto, das unmissverständlich auf Fahrprofile diesseits von Langstrecken optimiert ist.

(Bild: Renault)

Lesezeit: 3 Min.
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Renault macht sein Versprechen wahr und positioniert den Twingo finanziell tatsächlich zwischen Dacia Spring und R5. Dabei helfen unter anderem eine strikte Beschränkung auf das, was als wesentlich definiert wurde, und eine geringe Auswahl an Varianten und Extras. Gebaut wird der knapp 3,79 m lange Kleinstwagen in Novo Mesto in Slowenien, wobei fast die Hälfte aller Teile aus China kommt.

Das Basismodell „Evolution“ kostet 19.990 Euro, die Spitzenversion „Techno“ 1600 Euro mehr. Stets dabei sind die verschiebbare Rücksitzbank, Einparkhilfe hinten, Klimaanlage, LED-Scheinwerfer und die Möglichkeit, Android Auto und Apple CarPlay ohne Kabel einzubinden. Die Spitzenversion bringt unter anderem ein eigenes Navi samt ChatGPT, Rückfahrkamera, adaptiven Tempomat, schlüssellosen Zugang sowie Automatiken für Fernlicht, Klimaanlage und Scheibenwischer mit. Selbst wer alles ordert, was die kurze Preisliste bietet, bleibt deutlich unter 25.000 Euro.

Ein Blick in den Twingo mit Maximalausstattung „Techno“: Sie bringt ein eigenes Navigationssystem, Klimaautomatik und ein Lenkrad mit Kunstlederbezug mit.

(Bild: Renault)

Erfreulicherweise hat Renault die Ausstattung rund um die Batterie nicht zusammengestrichen. An Wechselstrom kann dreiphasig mit bis zu 11 kW geladen werden. Das Spielchen, mit einphasigen Ladern die Kosten nochmals um ein paar Euro zu drücken, macht Renault nicht mit. Auch eine Vorkonditionierung der Batteriezellen ist immer serienmäßig, auch wenn das in dem Szenario, in dem der Twingo vornehmlich eingesetzt werden dürfte, eine untergeordnete Rolle spielt. Die 212 kg schwere Batterie hat 27,5 kWh, und wer im üblichen Fenster zwischen 10 und 80 Prozent bleiben will, kann rund 19 kWh nutzen. Das Fenster zwischen 15 und 80 Prozent kann der Twingo mit maximal 50 kW an einem DC-Lader in 30 Minuten schließen. Netto werden also knapp 18 kWh mit durchschnittlich rund 36 kW nachgeladen.

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Der Kleinstwagen ist unmissverständlich für kurze Strecken konzipiert. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf den kombinierten Verbrauch von 13,1 kWh/100 km zu schauen, sondern auch auf die Werte in der Stadt und rundherum. Renault verspricht dort im WLTP 8,4 bis 9 kWh. Weit nach oben getrieben wird der kombinierte Verbrauchswert vom Autobahn-Anteil, der mit 18,6 bis 18,7 kWh in den Schnitt eingeht. So kommt es, dass die versprochene kombinierte WLTP-Reichweite bei etwa 260 km liegen soll, die innerstädtische jedoch bei immerhin 387 bis 390 km.

Der erste Twingo war eine charmante Reduzierung auf das, was es wirklich braucht. Die Idee an sich könnte auch mehr als 30 Jahr später funktionieren, wenngleich sich die Ansprüche inzwischen verschoben haben.

(Bild: Renault)

Es wäre Renault nicht viel teurer gekommen, den Twingo mit mehr Leistung auszustatten, doch 60 kW sind im städtischen Umfeld mehr als genug. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Jenseits von deutschen Autobahnen ist das praktisch überall auf der Welt genug. Wie beim Energiegehalt haben die Entwickler auch an dieser Stelle im Budgetrahmen die Entscheidung getroffen, die freigegebenen Mittel anders zu verplanen. Resultat ist ein keineswegs ärmlich ausgestatteter Kleinstwagen vornehmlich für kurze Strecken. Wer ständig weite Strecken fahren will oder muss, findet hier keinen idealen Begleiter. Abseits dieses Profils aber könnte der Twingo überzeugen. Volkswagen will in diesem Segment mit dem ID.Every1 erst 2027 antreten.

(mfz)