Wie die US-Regierung die Klimaforschung international auf Eis legt

Weil Klimawandel nicht ins Weltbild passt, schließt die Trump-Regierung ihr renommiertestes Klimaforschungszentrum – ein Schritt mit internationaler Wirkung.

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(Bild: NASA)

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Wegen angeblicher Klima-Panikmache will die Trump-Regierung das National Center for Atmospheric Research (NCAR) schließen und auflösen. Das Aus für dieses weltweit führende Wetter- und Klimaforschungszentrum mit über 800 Wissenschaftlern kündigte der US-Präsident am 16. Dezember 2025 durch eine schlichte Kurznachricht auf X an. Mitte Februar legte die National Science Foundation als zuständige Regierungsbehörde nach und verkündete, dass der NCAR-Supercomputer an der University of Wyoming einem neuen Betreiber übergeben werden solle. Modelle und Daten von 1500 Forschern aus den USA und darüber hinaus sind damit gefährdet. Wie weit die Ausschreibung bereits gediehen ist und ob die University of Wyoming sich selbst um die Übernahme des Rechenzentrums bewerben könnte, blieb zunächst unklar.

Nicht nur für die USA, sondern auch international sind wissenschaftliche Einschnitte zu erwarten, wenn Trump das NCAR zerschlägt. Das Forschungszentrum hat sich durch Vorhersagen von Extremwetterereignissen und vor allem mit Klimamodellierungen einen Namen gemacht. Die auf den NCAR-Supercomputern berechneten Modelle liegen den Klimaberichten der UN-Organisation IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) zugrunde. Deren Ziel ist es, Regierungen wissenschaftliche Informationen zu liefern, die sie in ihrer Klimapolitik unterstützen. Die Berichte des IPCC sind zudem eine wichtige Grundlage bei internationalen Verhandlungen über den Klimawandel.

c’t kompakt
  • Das renommierteste US-Klimaforschungszentrum steht vor seiner Zerschlagung.
  • Internationale Forscher beklagen den drohenden Verlust jahrzehntelanger Messreihen und Simulationen.
  • Erst im Herbst konnte das Forschungszentrum die Zerstörungskraft eines Supertaifuns ĂĽber Taiwan schon Tage im Voraus zeigen.
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Die wissenschaftlichen Arbeiten hatten bislang einen reichen, gemeinschaftlich genutzten Datenfundus zusammengetragen: Langzeitdaten seit 1960, aktuelle Erdbeobachtung sowie international anerkannte Expertise. Auf der Streichliste stehen Projekte, die simulieren, wie sich wachsende Treibhausgasemissionen und der weltweite Temperaturanstieg auswirken, die die Luftverschmutzung nachvollziehen oder Sonnenstürme beobachten und vor Ausfällen der Satellitennavigation und Störungen der Stromnetze warnen. Lediglich die Wettermodellierung und der Betrieb der Supercomputer sollen eine Zukunft haben, wenn auch bei anderen Institutionen. Internationale Forschungspartner stehen vor einem Scherbenhaufen.

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