John Ternus: Auch New York Times glaubt an ihn als neuen Apple-Chef

Wer tritt Tim Cooks Nachfolge als Apple-Boss an? Nach Medienberichten im Herbst legt nun das wichtigste US-Blatt nach – und benennt Hardwarechef Ternus.

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John Ternus bei einer Apple-Präsentation

John Ternus bei einer Apple-Präsentation: Eigengewächs, der den Laden kennt.

(Bild: Apple)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Berichte in prominenten Zeitungen und Sendern sprechen oftmals dafür, dass sich an der Spitze eines Unternehmens etwas tut – da die dahinterliegenden Informationen häufig von Insidern stammen. Bei der Frage, wie es um die Nachfolge von Apple-CEO Tim Cook steht, der im November seinen 65. Geburtstag feierte, gab es zuletzt im Herbst einen großen Artikel in der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times. Das Blatt schrieb erstaunlich deutlich, dass Cook wohl bereits 2026 abtreten werde – zugunsten von Hardwarechef John Ternus. Zwar gab es danach Spekulationen, dass es sich um einen „Testballon“ interessierter Kreise gehandelt haben könnte, um zu sehen, wie die Börse reagiert. Doch in der vergangenen Woche legte nun auch die New York Times, die wichtigste Tageszeitung der Vereinigten Staaten, mit einem eigenen Beitrag nach, der in die gleiche Kerbe schlägt.

Schon in der Überschrift wird das Blatt deutlich: „Der Mann, der Apples nächster CEO sein könnte“, lautet diese. Im Beitrag selbst wird dann geschildert, wie der Manager unter anderem dafür sorgt, dass Apple neue Features genau in den Kategorien platziert, in denen es sich lohnt. So habe er etwa ein LIDAR-Modul nur in Pro-Modelle des iPhone einbauen wollen, statt in alle Geräte.

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Solche Ansätze, die Apples Gewinne mit Neuerungen austarieren, gelten laut dem Blatt als typisch für den „vorsichtigen, zurückhaltenden Stil“ von Ternus – und sind damit nicht weit weg von dem, was man von Cook kennt. Ob das den Nutzern immer gefallen wird, ist eine andere Frage – die erhoffen sich von der Cook-Nachfolge eigentlich einen Innovator, der Apples Produkte wieder deutlicher in den Mittelpunkt stellt, zumal Ternus eben aus der Hardware-Ecke kommt.

Die New York Times hat außerdem erfahren, dass Apple im vergangenen Jahr in Sachen Nachfolgeplanung tatsächlich auf die Tube gedrückt hat. Drei Personen aus dem Umfeld hätten dies bestätigt. Cook soll unter anderem im Rahmen des Senior-Managements mitgeteilt haben, dass er müde sei und sich wünsche, seine Arbeitsbelastung zu reduzieren. Sollte Cook abtreten, wäre er laut dem Bericht für Apple jedoch nicht verloren. Die Idee: Er wird dann – wie kurzzeitig Steve Jobs vor seinem Tod – zum Chairman of the Board, also zum Apple-Aufsichtsratsvorsitzenden. In dem Bericht heißt es weiter, Ternus sei ganz vorne bei der Auswahl eines neuen Chefs.

Allerdings soll die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen sein. Vier weitere Kandidaten sind angeblich noch im Rennen, darunter Softwareboss Craig Federighi, Dienstechef Eddy Cue, der weltweite Marketingleiter Greg Joswiak und die Retail- und HR-Chefin Deirdre O'Brien. Allerdings sind alle vier älter als Ternus und würden somit keine längerfristige Lösung bieten. Ternus ist 50 und hat damit das Alter erreicht, in dem Cook 2011 den Job von Steve Jobs übernahm. Für ihn spricht auch sein genauer Blick auf die Details und sein Wissen über Apples komplexe Lieferkette. „Beide Männer gelten auch als ausgeglichene Teamplayer, die in der Lage sind, sich in der Bürokratie eines der reichsten Unternehmen der Welt zurechtzufinden, ohne für Unruhe zu sorgen.“

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(bsc)