Nach Siri-Fail: Apple setzt für KI-Modelle auf Google Gemini

Apples eigenen KI-Modelle bringen es offenbar nicht: Google-Technik soll nun im Unterbau helfen – wohl auch bei neuen Funktionen für die überalterte Siri.

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Apple Intelligence

(Bild: T. Schneider/Shutterstock.com)

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Der große KI-Deal zwischen Apple und Google ist offensichtlich besiegelt: Google-Technik stellt künftig die Basis für Apples Foundation-Modelle, wie der iPhone-Konzern am Montag gegenüber CNBC mitteilte und zugleich betonte, das sorge für „innovative neue Erlebnisse“. Die Entscheidung sei nach eingehender Prüfung getroffen worden, hieß es weiter. Es handelt sich um eine auf mehrere Jahre angelegte Partnerschaft, die sowohl Googles Gemini-Modelle als auch Googles Cloud-Technik umfasst, schreibt CNBC. Konkrete weitere Details sind bislang noch nicht durchgedrungen.

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Google hat die Ankündigung über eine „mehrjährige Zusammenarbeit“ inzwischen auf X bestätigt: Die „nächste Generation der Apple Foundation Models“ basiert demnach auf „Googles Gemini-Modellen und Cloud-Technologie. Diese Modelle unterstützen künftige Apple-Intelligence-Funktionen, darunter eine stärker personalisierte Siri, die noch in diesem Jahr erscheint.“

Zugleich wird in der Mitteilung betont, „Apple Intelligence läuft weiterhin auf Apple-Geräten sowie in Private Cloud Compute und hält Apples branchenführende Datenschutzstandards ein“.






Der Schritt wäre ein stilles Eingeständnis, dass Apple die Eigenentwicklung wettbewerbsfähiger Foundation-Modelle offenbar nicht stemmen konnte. Aktuell setzt der Konzern für Apple Intelligence auf zwei hauseigene Sprachmodelle: Ein kompaktes, das lokal auf den Geräten läuft, sowie ein mittelgroßes in Apples Cloud. Fähigkeiten und Funktionsumfang sind begrenzt. Als Erweiterung ist über die Apple-Intelligence- und Siri-Bedienoberfläche außerdem ChatGPT verfügbar – läuft dafür aber auf OpenAIs Servern.

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Nach dem verstolperten Start von Apple Intelligence und aufgeschobenen Neuerungen bei Siri hat Apples KI-Chef seinen Posten im Dezember geräumt, dieser wird auf höchster Ebene nicht mehr nachbesetzt. Apple hat aber einen neuen AI-Manager angeheuert, der zuvor als Engineering-Chef des Gemini-Chatbots bei Google gearbeitet hatte. Der Schritt untermauerte bereits ältere Gerüchte, dass KI-Modelle auf Gemini-Basis letztlich Siri auf neue Beine stellen sollen.

Vor zwei Jahren hat Apple einen massiven Neuanfang für das als vollkommen überaltert geltende Sprachassistenzsystem Siri in Aussicht gestellt: Siri sollte demnach mit persönlichen Daten des Nutzers arbeiten und Aktionen über Apps hinweg ausführen können. Erste Funktionen wurden bereits in einer Werbekampagne vermarktet, bis Apple schließlich einräumen musste, mehr Zeit für die Umsetzung zu benötigen. Die Features sollen nun im laufenden Jahr folgen.

Google hat mit seinem jüngsten Modell Gemini 3 für Wirbel in der Branche gesorgt und zum Jahresende OpenAI erstmals sichtlich unter Druck gesetzt. Dort wurde mit hektischen Modell- und Funktionsneuerungen rund um ChatGPT gekontert.

(lbe)