Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit RCS: Hinweise auf baldige iOS-Umsetzung
Aktuell können Botschaften über die Rich Communication Services auf iPhones potenziell belauscht werden. Apple arbeitet aber an einer Verbesserung.
Google Message und Apple iMessage: Brav vereint dank RCS.
(Bild: Tada Images / Shutterstock.com)
RCS ist auf dem iPhone eine feine Sache: Seitdem Apple die Technik mit iOS 18 nach langer Bettelei durch Google endlich umgesetzt hat, lässt sich einfacher und moderner mit Android-Usern kommunizieren, wenn man nicht schon zuvor WhatsApp oder Signal verwendet hatte. So gibt es Funktionen wie einen Tippindikator, verbesserte Übertragung von Bildern und Videos als via MMS sowie nach und nach weitere Features wie Editiermöglichkeiten versendeter Nachrichten, wie man es von anderen Instant-Messenger-Diensten kennt. Das Problem: Noch sind die Rich Communication Services auf dem iPhone unverschlüsselt. Doch das ändert sich hoffentlich bald.
Die Technik ist längst da
Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (End-to-End-Encryption, E2EE) ist bis dato dank Googles eigener Technik nur von Android-Gerät zu Android-Gerät möglich. Mit dem neuen RCS Universal Profile 3.0 soll sich die Lage nun endlich verbessern, Lauscher im Netzwerk – also theoretisch der Mobilfunkanbieter – ausgesperrt werden. In iOS 26.3 Beta 2 zeigt sich jetzt, dass Apple daran arbeitet.
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X-Nutzer Tilno-X83, ein Mobilfunkbastler aus Frankreich, hat dazu im Code der Developer-Preview gestöbert. Enthalten ist ein neuer Schalter für Funktionen, die die Mobilfunkcarrier beherrschen, der "SupportsE2EE" heißt. Darüber kann iOS nachsehen, ob Verschlüsselung unterstützt wird oder nicht. Das heißt aber auch, dass sich nicht Apple selbst um das Feature kümmert, sondern es den Telefongesellschaften überlässt. Der Schalter ist zudem insgesamt noch dünn gesät – in Frankreich ist er überhaupt nur bei den vier großen Netzbetreibern vorhanden. Er habe diesen in anderen Ländern noch gar nicht entdeckt.
Carrier sind nach Apple am Zug
Die Standardisierungsorganisation GSMA möchte, dass alle RCS-Clients standardmäßig Verschlüsselung aktivieren. Die Ausnahme: Gibt es dafür ein gesetzliches Verbot in einer Region, kann dies unterbleiben.
Momentan gibt es umstrittene Bemühungen unter anderem in der EU, Hintertüren in Messenger einzubauen – ein standardmäßig aktives Verbot von E2EE für RCS ist aber nicht zu erwarten. Die GSMA will die meisten Daten mit E2EE schützen – also nicht nur Texte, sondern Multimedia und sogar den Tippindikator. Ob E2EE mit RCS in iOS 26.3 wirklich umgesetzt wird, lässt sich noch nicht sagen. Das dürfte zudem vom jeweiligen Mobilfunkanbieter abhängen. So hatte etwa 1&1 RCS auf dem iPhone erst im Dezember vollständig freigegeben.
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(bsc)