Trump erlaubt Ausfuhr, doch Peking verbietet Einfuhr von Nvidias H200-Chips

Kaum hat Trump den Verkauf von Nvidias H200-Prozessoren an China mit Strafsteuer erlaubt, sagt Peking: „Das kommt bei uns nicht durch den Zoll.”

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chinesische Stoptafel

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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Die Volksrepublik China möchte sich nicht mit zweitklassigen KI-Chips abspeisen lassen. Peking hat seine Zöllner angewiesen, Nvidias H200-Prozessoren nicht ins Land zu lassen.

Das berichtet Reuters. Den Verkauf der besseren Chips der Blackwell-Serie (GB100, GB102, GB200) nach China hat US-Präsident Donald Trump untersagt. Bis Anfang der Woche galt zudem ein Verbot der Lieferung von H200-Prozessoren und konkurrierenden Produkten wie AMDs Radeon Instinct MI325X.

Der Präsident begründet die Exportverbote mit Sorge um die Nationale Sicherheit. Vor fünf Wochen hat Trump jedoch angekündigt, diese Bedenken im Austausch gegen eine 25-prozentige Strafsteuer fallen zu lassen. Am Dienstag hat das US-Handelsministerium mitgeteilt, ab Donnerstag Anträge auf Exportlizenzen für H200 und MI325X zum Verkauf Nicht-Militärs in China zu prüfen. Plötzlich „stärken” solche Exporte die Nationale Sicherheit der USA.

Es ist keine allgemeine Genehmigung. Das generelle Verbot wird durch Einzelfallprüfungen ersetzt. Voraussetzung für eine Exporterlaubnis ist unter anderem, dass die Ausfuhr die Verfügbarkeit für US-Käufer nicht einschränkt, sowie dass der chinesische Abnehmer Wiederausfuhr-Compliance erfüllt und auch alle Kunden identifiziert (KYC), die die Prozessoren online nutzen möchten. Die Importeure müssen den US-Behörden alle Nutzer offenlegen, die sich in einem der folgenden Länder befinden oder deren Firmenzentrale dort liegt: China (samt Macau), Kuba, Iran, Nordkorea, Russland, Venezuela und Weißrussland.

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AuĂźerdem muss der Hersteller fĂĽr jeden nach China (samt Macau) gelieferten Chip mindestens ein StĂĽck an einen US-Endnutzer liefern. Ăśberdies mĂĽssen Stichproben der in Taiwan hergestellten Chips eine SicherheitsĂĽberprĂĽfung in den USA bestehen. Das neue Verfahren gilt fĂĽr alle Schaltkreise, die unter einer bestimmten Rechenleistung bleiben und deren DRAM-Bandbreite unter 6.500 Gigabyte pro Sekunde liegt.

Doch China macht Trump einen doppelten Strich durch die Rechnung. Laut The Information hat Peking inländische Organisationen angewiesen, die H200-Chips nur unter speziellen Umständen zu nutzen, beispielsweise für Forschung an Universitäten. Hinzu tritt nun der Importstopp. Nvidia-Aktien haben am Mittwoch leicht nachgegeben.

(ds)