Donnerstag: Zwist um Exporte von KI-Chips, Kalifornien gegen Groks KI-Bilder
China gegen US-Exportlizenzen + Druck auf X auch in den USA + Großbritannien ohne digitalen Ausweiszwang + Schlag gegen Cybercrime-Infrastruktur + #heiseshow
(Bild: FOTOGRIN/Shutterstock.com)
Kaum hat Donald Trump den Verkauf von Nvidias H200-Prozessoren an China mit Strafsteuer erlaubt, sagt Peking: „Das kommt bei uns nicht durch den Zoll.“ Die chinesische Regierung will die eigenen Entwicklungen schützen, aber untergräbt damit auch die USA. Denn der US-Präsident lässt den Export nur gegen eine 25-prozentige Strafsteuer zu. Derweil will Elon Musk nichts von per KI auf X erstellten Nacktbildern von Kindern gewusst haben. Dabei wurde mehrfach darüber berichtet und Grok ist in manchen Ländern deshalb bereits verboten. Auch die EU und Großbritannien haben entsprechende Schritte angekündigt. Nun nimmt mit Kalifornien erstmals ein US-Bundesstaat Ermittlungen auf. In Großbritannien wird es verpflichtende digitale Ausweise auf Smartphones doch nicht geben. Die britische Regierung hatte diese Maßnahme im Kampf gegen Schwarzarbeit geplant, aber es gab Kritik, selbst von Mitgliedern der regierenden Arbeiterpartei. Jetzt werden andere Waffen gegen Schwarzarbeit gezogen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die Volksrepublik China möchte sich nicht mit zweitklassigen KI-Chips abspeisen lassen. Peking hat seine Zöllner angewiesen, Nvidias H200-Prozessoren nicht ins Land zu lassen. Den Verkauf der besseren Chips der Blackwell-Serie (GB100, GB102, GB200) nach China hat US-Präsident Donald Trump aber untersagt. Bis Anfang der Woche galt zudem ein Verbot der Lieferung von H200-Prozessoren und konkurrierender Produkte wie AMDs Radeon Instinct MI325X. Doch am Dienstag hat das US-Handelsministerium mitgeteilt, ab Donnerstag Anträge auf Exportlizenzen für H200 und MI325X zum Verkauf an Nicht-Militärs in China zu prüfen. Doch China macht Trump einen doppelten Strich durch die Rechnung und verhängt einen Importstopp: Trump erlaubt Ausfuhr, doch Peking verbietet Einfuhr von Nvidias H200-Chips.
Nicht mehr erlauben will Kalifornien die sexualisierten KI-Bilder von Frauen und Kindern auf Elon Musks Online-Plattform X. Der US-Bundesstaat ist die erste offizielle Stelle der USA, die sich mit diesem Thema beschäftigt. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta leitete am Mittwoch eine Untersuchung zu der Verbreitung von sexuell explizitem Material ein, das mit Grok, einem von xAI entwickeltem KI-Modell, generiert wurde. Zuvor hatten bereits andere Staaten und die EU entsprechende Schritte angekündigt oder eingeleitet. Doch Elon Musk zeigt sich überrascht und erklärte, dass ihm "keine Nacktbilder von Minderjährigen bekannt sind, die von Grok generiert wurden, absolut keine": Erster US-Bundesstaat geht gegen xAI und Grok wegen sexualisierter KI-Bilder vor.
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Großbritannien ist zuvor bereits gegen Groks Freizügigkeit vorgegangen, aber jetzt lässt die Regierung des Vereinigten Königreichs ihren Plan fallen, alle Einwohner zu digitalen Ausweisen und Smartphones zu zwingen. Die im Herbst angekündigte Maßnahme war unpopulär. Auch Abgeordnete der regierenden Arbeiterpartei lehnten sie ab. Begründet wurde der ursprüngliche Plan mit dem Kampf gegen Schwarzarbeit. Aber auch sonst sollten die digitalen Ausweise am Handy für staatliche und private Leistungen herangezogen werden. Am Kampf gegen Schwarzarbeit hält die Regierung fest. Sie will aber nicht mehr alle Bürger zu digitalen Ausweisen und Smartphones zwingen. Die Arbeitsberechtigung soll ab 2029 stattdessen online nachgewiesen werden: Doch kein Zwang zu digitalem Ausweis und Handy im Vereinigten Königreich.
Internationale Strafverfolger haben zusammen mit Microsoft den virtuellen Hoster RedVDS vom Netz genommen, dessen Infrastruktur für verschiedene Betrugstaten genutzt worden sein soll. Herzstück des von IT-Kriminellen frequentierten Dienstes soll ein Rechenzentrum in Deutschland gewesen sein. Ab 24 US-Dollar monatlich bot RedVDS virtuelle dedizierte Server und internationale IP-Adressen sowie weitere anonyme Dienstleistungen an. Das Angebot wurde nach Erkenntnissen Microsofts und der Strafverfolger für zahlreiche Betrugsfälle genutzt, darunter der massenhafte Versand von Phishing-E-Mails oder das „Hosten von Scam-Infrastruktur“. Nach der Tat werden die Server gelöscht und erschweren damit die Ermittlungen: Nach Razzia in Deutschland machen Behörden Cybercrime-Hoster RedVDS dicht.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow sprechen wir unter anderem über das Metaverse, dessen Vision an Glanz verliert. Auch Spielestudios ziehen sich zurück. Was ist aus den großen Versprechen geworden? Warum scheitern selbst etablierte Entwickler mit ihren Metaverse-Projekten? Während Meta abbaut, kauft Apple KI bei Google ein und setzt nach dem Siri-Debakel für seine KI-Modelle auf Google Gemini. Warum greift ausgerechnet Apple zur Konkurrenz-Technologie? Was bedeutet das für die Zukunft von Siri? In Deutschland hat ein Gericht entschieden, dass ChatGPT in der Schule auch ohne explizites Verbot eine Täuschung ist. Wie sollen Schulen mit KI-Tools im Unterricht umgehen? Ist ein pauschales Verbot der richtige Weg? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Metaverse, Apple-KI, ChatGPT in der Schule.
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Auch noch wichtig:
- Der KI-Chatbot Grok soll künftig in den Systemen des US-Verteidigungsministeriums eingesetzt werden. Das kündigte Pete Hegseth am Montag bei SpaceX an: US-Verteidigungsminister Hegseth will Grok in die Pentagon-Systeme einbinden.
- Linus Torvalds hat Vibe Coding ausprobiert und sich mit Erfolg ein Python-Audiotool schreiben lassen. Für den Kernel lehnt er es aber ab: Linus Torvalds schreibt Audiowerkzeug mit Vibe Coding.
- Die elektronische Patientenakte ist vor rund einem Jahr gestartet. Warum sie in Krankenhäusern aktuell alles andere als Erleichterung bringt: Krankenhäuser tauschen sich in "Selbsthilfegruppe" über E-Patienentenakte aus.
- Eine indische Trägerrakete von Typ PSLV ist mit einer Reihe von Satelliten an Bord abgestürzt. Eine Mission konnte jedoch erfolgreich durchgeführt werden: Indische Rakete stürzt mit 16 Satelliten an Bord ab.
- Google macht Vietnam zu einem wichtigen Glied in der Smartphone-Lieferkette. Pixel-Smartphones sollen bald nicht mehr in China entwickelt und gefertigt werden: Google verlagert Smartphone-Entwicklung von China nach Vietnam.
- Mit Dilbert schuf der Zeichner Scott Adams den ersten viralen Nerd-Comic des damals noch jungen Internets. Seine letzten Lebensjahre waren von Kontroversen geprägt. Jetzt ist „Dilbert”-Schöpfer Scott Adams gestorben: Büroalltag einer Tech-Drohne.
- Es sind wichtige Sicherheitsupdates für Office, Windows & Co. erschienen. Angreifer nutzen bereits eine Lücke aus. Weitere Attacken können bevorstehen, doch zuvor gibt es einen weiteren Microsoft-Patchday: Attacken auf Windows und Windows Server beobachtet.
- Im Wettbieten um Warner Bros. will Netflix nun offenbar nachlegen. Berichten zufolge bereitet das Unternehmen ein stärkeres Cash-Angebot vor: Netflix bereitet verbessertes Angebot für Warner Bros. vor.
- In OpenProject 17 können Nutzer jetzt gemeinsam an Dokumenten arbeiten – allerdings mit Einschränkungen. Meetings und Projekte lassen sich nun leichter anlegen in OpenProject 17: Freie Jira-Alternative bringt Kollaboration in Dokumenten.
- Das vielleicht größte IPO der Tech-Historie wirft seine Schatten voraus, wie ein Aktienpool von OpenAI zeigt. Doch das dürfte kein Spaziergang werden. Es könnte der teuerste Traum der Tech-Geschichte sein: OpenAI vor dem Börsengang.
- Fortinet hat in der Nacht zum Mittwoch Updates für FortiOS und weitere Produkte veröffentlicht. Sie bessern teils kritische Schwachstellen aus: Fortinet-Sicherheitslücken in FortiOS, FortiSIEM, FortiFone und weiteren.
(fds)