Mehr Zugriff, mehr Kontext: Gemini bekommt Personal Intelligence

Gemini wird ein KI-Assistent, der Kontext versteht – basierend auf Gmail, Fotos, Such-Historie und YouTube-Verlauf. Zunächst als Beta-Version.

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Finger schwebt ĂĽber Gemini-App-Icon auf dem Smartphone-Bildschirm.

Google Gemini-App.

(Bild: mundissima / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Traum aller KI-Anbieter: Einen möglichst persönlichen und intelligenten Assistenten auf den Markt bringen. Dafür allerdings ist es nötig, dass der Assistent auch auf möglichst viel Zugriff bekommt. Nur so, sagen die Anbieter, kann die KI den Kontext verstehen und wirklich hilfreich sein. Google spricht nun von einer Personal Intelligence, die in den KI-Assistenten Gemini einzieht. Zwar konnte Gemini auch bisher schon auf Informationen aus anderen Diensten zugreifen, bisher war es aber nicht möglich, daraus etwas abzuleiten.

Und was sollte es für ein besseres Beispiel für den Nutzen eines solchen KI-Assistenten geben, als eine Reise zu planen. Im Blogbeitrag schreibt Google davon, dass Gemini eine maßgeschneiderte Reise planen könne, statt eine generische Top-10-Liste für eine Stadt oder eine Gegend zu erstellen. Wer etwa nach Chicago möchte und in seiner Fotos-App viele Naturfotos gespeichert hat, bekommt den Besuch des Alfred Caldwell Lily Pools vorgeschlagen – ein von Alfred Caldwell entworfener Park. Auch Buchungen kann Gemini freilich gleich vornehmen. Vorausgesetzt, man vertraut dem KI-Assistenten.

Ein weiteres Beispiel aus dem Blogbeitrag: Wer Winterreifen kaufen möchte, kann Gemini in Gmail nach Versicherungsunterlagen oder ähnlichem schauen lassen, um Fahrzeug und Modell sowie passende Reifen zu identifizieren.

Google schreibt, dank Gemini 3, also dem aktuellsten KI-Modell aus der Gemini-Familie, kann der Assistent nun Schlüsse ziehen und „proaktiv Erkenntnisse liefern“. Gemini schlägt also auch Dinge vor, ohne dass man fragt.

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Zunächst bekommen Abonnenten von Google AI Pro und AI Ultra in den USA Zugriff auf die Personal Intelligence in Gemini. Die kostenlose Version von Gemini und weitere Länder sollen in Kürze folgen, schreibt Google. Auch für den KI-Modus soll Gemini bald auf Informationen aus anderen Google-Diensten zugreifen können. Es handelt sich jedoch insgesamt um ein Beta-Feature, schreibt Google, wie bekannt, kann (und wird) KI Fehler machen.

Die Funktion ist grundsätzlich Opt-in, man muss sie also aktiv freischalten. Dabei ist es auch möglich, einzelne Apps aus der Nutzung auszuschließen – beispielsweise die Mails. Auch kann Gemini Antworten generieren, für die explizit kein Hintergrundwissen genutzt wird.

Neben Google arbeiten alle großen KI-Unternehmen daran, Dienste oder gleich neue Hardware einzuführen, die möglichst viele Informationen über Nutzerinnen und Nutzer sammeln und auswerten. Dafür werden smarte Brillen entwickelt, wie auch ansteckbare Geräte. Meta hat etwa das Start-up Limitless gekauft, das einen solchen Anhänger anbietet. OpenAI spricht von einem „always on“-Gerät, das der beste persönliche Assistent werden soll, den es je gab.

(emw)