iOS-26.3-Betatest: App-Store-Werbung schwerer zu erkennen
Künftig werden die User mehr Werbung in Apples Software-Laden sehen. Offenbar wird diese auch optisch tiefer integriert – die Übersicht leidet.
App-Store-Werbung in iOS 26.3 Beta: Alles gleich weiĂź.
(Bild: Apple / Screenshot via 9to5Mac)
Bislang sieht eigentlich jeder, was im App Store auf dem iPhone erscheinende Reklame ist und was nicht: Apple nutzt einen hellblauen Hintergrund, um bezahlte Suchergebnisse von organischen (oder redaktionell ausgewählten) zu unterscheiden. Das könnte künftig nicht mehr so sein, berichten Betatester von iOS 26.3. Teile der Nutzerschaft bekommen nun Werbung ausgespielt, die sich kaum noch von „echten“ Suchergebnissen unterscheidet. Die Werbung ist dann (siehe Bild oben) genauso mit einem weißen Hintergrund versehen wie alle anderen Apps auf der Suchergebnisseite. Einziger Hinweis, dass es sich um Reklame handelt, ist ein kleines „Ad“ (oder auch: „Anzeige“) in Form eines blauen Mini-Icons, wie man es auch zuvor kannte.
Bereits jetzt mehr Anzeigen möglich
Noch ist unklar, ob dieses neue Design für App-Store-Werbung wirklich alle User erreicht oder ob es beim Ausprobieren bleibt. Apple scheint derzeit einen A/B-Test für besagte Beta-Tester von iOS 26.3 durchzuführen. Das neue Betriebssystem wird im Februar erwartet, einen Kommentar von Apple zu der neuen Reklameform gab es auf Anfrage des Blogs 9to5Mac zunächst nicht.
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Klar ist allerdings, dass Apple insgesamt mehr Werbung im App Store platzieren wird. Dies wurde bereits im Dezember angekündigt. Der Plan: Nicht mehr nur oben wird bezahlte Reklame für Apps gezeigt, sondern auch beim Scrollen. Die neuen Anzeigenplätze werden bereits auf Geräten mit den aktuellen Versionen iOS 26.2 und iPadOS 26.2 unterstützt. Apple nannte als Ziel, Werbetreibenden „mehr Möglichkeiten zu bieten, um Downloads aus Suchergebnissen zu generieren“.
Hardware-Geschäft und Werbung kollidieren
Apple versteigert die Anzeigenplätze im Rahmen eines Auktionssystems, wobei Developer und Softwarevertriebe nicht selbst entscheiden können, wo die Reklame platziert wird, dies hat laut dem Konzern mit Relevanz und Gebot für das jeweilige Keyword (Suchbegriff) zu tun. Apple bietet die Bezahlmodelle pro Klick (CPT, Cost per Tap) und Installation (CPI, Cost per Install) an. Im App Store sollen laut Apple 800 Millionen Nutzer pro Woche vorbeisehen, die Suche ist dabei mit 65 Prozent aller Installs die wichtigste Möglichkeit für die Userschaft, Apps aufzufinden.
Entsprechend wichtig ist es, hier transparent zu bleiben, damit Nutzer sehen, dass sie auf bezahlte Reklame klicken. Fehlt der hellblaue Hintergrund, verschwimmt die Grenze zwischen organischen Suchergebnissen und Werbung. Apples Strategie erinnert hierbei an Google, wo die Suchergebnisse früher auch deutlich sauberer von Reklame getrennt waren. Apple versucht zur Zeit, sein Werbegeschäft zu steigern, es ist Teil des schnell wachsenden Dienstegeschäfts. Das wiederum kollidiert mit Apples Image, sein Geld vor allem mit privatsphärenfreundlicher Hardware samt entsprechenden Diensten zu verdienen: Nutzer wollen nicht viel Geld für Geräte zahlen, gleichzeitig aber mit Reklame überschüttet werden.
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(bsc)