Weltraumteleskop James Webb zeigt bislang unsichtbare Details im Helixnebel

Der Helixnebel gehört zu den bekanntesten astronomischen Motiven und trotzdem konnte das Weltraumteleskop James Webb bislang unsichtbare Details enthüllen.

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Das beschriebene Bild

(Bild: NASA, ESA, CSA, STScI, A. Pagan (STScI))

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Weltraumteleskop hat eine beeindruckende Aufnahme des Helixnebels gemacht, die bislang nicht auszumachende Details in den Fokus rückt. Die Europäische Weltraumagentur ESA hat das Bild veröffentlicht und erklärt, dass es auch einen Blick in eine mögliche Zukunft unserer Sonne zeigt. Zu sehen ist das Gas, das von einem sterbenden Stern ausgestoßen wurde und das gleichzeitig die Grundlage für neue Sterne legt. Der Stern selbst ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Die Infrarotaufnahme macht die Temperatur des Materials deutlich, je blauer es hier dargestellt wird, desto heißer ist das Gas. In den gelben Regionen bilden Wasserstoffatome Moleküle. Rötlich ist der entstehende Staub. Die ESA meint, dass man hier den „letzten Atemzug des Sterns“ sehen könne.

Der Helixnebel in seiner Gesamtheit, aufgenommen von Hubble

(Bild: NASA, ESA, and C.R. O'Dell (Vanderbilt University))

Das Bild zeigt „Säulen, die wie Kometen aussehen“, zusammen zeichnen sie die innere Region einer sich ausbreitenden Gashülle nach, erklärt die ESA. Geformt werden sie von heißem Gas, das auf kälteren Staub trifft, der schon früher von dem Stern ausgestoßen wurde. Diese Kollisionen formen die Struktur des Nebels, der zu den erdnächsten planetarischen Nebeln überhaupt gehört. Der für das Schauspiel verantwortliche Stern selbst ist außerhalb der Aufnahme, oberhalb des Bilds. Zu sehen ist er beispielsweise auf Bildern des Hubble-Weltraumteleskops, die ihm auch den Namen „Auge Gottes“ eingebracht haben. Die Struktur ist 650 Lichtjahre von uns entfernt.

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Das Weltraumteleskop James Webb wird von den Weltraumagenturen NASA, ESA und CSA betrieben und wurde am 25. Dezember 2021 gestartet. Nachdem es sich in einer komplexen Prozedur selbst entfaltet hat, ist es einen Monat später am Lagrange-Punkt L2 angekommen. Hier blickt es abgewandt von Sonne, Erde und Mond ins All, sodass deren Wärmestrahlung das Infrarotteleskop nicht stört. Ein riesiger Schutzschirm blockt diese ab. Seit Mitte 2022 liefert es nicht nur astronomische Aufnahmen, die bekannte Objekte in neuem Licht erscheinen lassen, sondern hilft vor allem bei der Erforschung der Frühzeit des Universums. Der Treibstoff an Bord soll für 20 Jahre Forschung reichen.

(mho)