Härtetests in Alaska: E-Autos schlagen sich bei extremer Kälte besser als Diesel

Eine Studie aus Alaska räumt mit Vorurteilen über E-Autos in der Kälte auf – demnach performen sie bei eisiger Kälte besser als Diesel-Fahrzeuge.

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schneebedeckte Straße, links und rechts schneebedeckte Bäume

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jörn Brien
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Immer noch halten sich hartnäckig Vorurteile über das angeblich schlechte Abschneiden von E-Autos bei winterlichen Verhältnissen. Eine Studie aus Alaska räumt jetzt damit auf – demnach performen E-Autos bei eisiger Kälte besser als Diesel-Fahrzeuge.

Schon 2024 zeigte die Analyse der Statistik des norwegischen Pannendienstes Viking, dass E-Autos mit winterlichen Verhältnissen gut klarkommen – in vielen Fällen sogar besser als Verbrenner. Forscher der University of Alaska in Anchorage und Fairbanks legen jetzt nach.

Im Rahmen einer Studie untersuchten sie, ob Elektroautos als Lösung für isolierte Gemeinden in arktischen Gebieten taugen und Verbrenner ersetzen können. Die einfache Antwort lautet: ja. Es gibt aber einige Herausforderungen, wenn es darum geht, die Gemeinden tatsächlich komplett auf E-Mobilität umzustellen.

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Für die Untersuchung wählten die Forscher 21 typische Anwendungsfälle für Fahrzeuge aus. Konkret ging es darum, im direkten Vergleich zwischen Elektroautos und Diesel-Fahrzeugen die jeweiligen Kraftstoffkosten und Treibhausgasemissionen zu bestimmen.

Wie sich zeigte, stiegen die Nettokosten für das Laden beziehungsweise Nachtanken nur in vier der 21 Nutzungsfälle zuungunsten der Elektroautos. Das galt auf der einen Seite bei kurzen, regelmäßigen Fahrten, wo das Aufwärmen sehr viel Energie frisst und Reichweite kostet.

Einen deutlichen Unterschied machte hier aber, ob das E-Auto draußen in der Kälte oder etwa in einer Garage geparkt war. Letzteres brachte die E-Autos wieder in Front, weil dadurch das energieintensive Aufwärmen von Batterie und Innenraum entfällt.

Auf der anderen Seite war ein Dieselfahrzeug im Betrieb dann günstiger, wenn die untersuchte Gemeinde weniger erneuerbare Energiequellen zur Verfügung hatte und daher dort der Strom teurer war, wie Electrek schreibt. Hier lässt sich entsprechend mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien gegensteuern.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Unternehmen, die Fahrzeugflotten mit hoher Auslastung und entsprechend vielen gefahrenen Kilometern betreiben – wie Taxi, Mietwagen oder Lieferfirmen – fuhren mit E-Autos durchwegs günstiger als mit Diesel-Fahrzeugen.

Die Forscher empfehlen insgesamt mehr öffentliche Investitionen und Innovationen für die arktischen Gebiete, was finanzielle Anreize, Fahrzeugtypen oder Energiequellen angeht. Auch seien weitere Forschungen zu dem Thema notwendig.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.

(jle)