Künstliche Intelligenz von Apple: Siri als echter Chatbot und KI zum Anpinnen

Einem Bericht zufolge soll Apples Sprachassistentin dank Gemini zum echten Chatbot werden. Ein weiteres Gerücht betrifft ein erstes AI-Wearable des Konzerns.

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Apple-Intelligence-Icon mit Farbverlauf

Bislang gegenüber der Konkurrenz eher semi-intelligent: Apple Intelligence.

(Bild: Apple)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Wie geht es weiter bei Apple Intelligence? Nach der angekündigten Kooperation mit Google, bei der Gemini zu Apples KI-Grundmodell werden soll, gibt es neue Informationen zur Strategie des Konzerns. Sie betreffen zum einen die Art, wie Siri künftig positioniert werden soll – und eine erste, rein auf KI abzielende Hardware des Konzerns, die offenbar als Konkurrenz zu kommenden OpenAI-KI-Wearables, die ausgerechnet Ex-Apple-Designboss Jony Ive baut, geplant ist.

Die neuen Infos zu Siri stammen vom üblicherweise gut informierten Bloomberg-Redakteur Marc Gurman. Die Sprachassistentin soll künftig, also „später in diesem Jahr“, zu einem vollwertigen Chatbot werden. Entsprechende Pläne hatte Apple stets verneint. Nun soll der Konzern ins Chatbot-Rennen, das vor allem von OpenAI und Google dominiert wird, eintreten.

Das System mit dem Codenamen Campos soll tief ins Betriebssystem von iPhone, iPad und Mac eingebaut werden. Der Dienst soll sich wie Siri bislang per Schlüsselwort oder Tastendruck aktivieren lassen. Der Funktionsumfang werde größer als das, was Siri aktuell beherrscht – und das, was Apple bislang angekündigt, aber nicht umgesetzt hatte. Siri als Chatbot soll sich Konversationen merken und in vollwertigen Gesprächen interagieren.

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Sie kommt allerdings noch nicht mit iOS 26.4, mit dem Apple kontextsensitive Features, die lange angekündigt waren, nachreichen will. Dazu gehören auch die Erkennung von Bildschirminhalten und eine bessere App-Integration. Der Siri-Chatbot soll dann im Juni auf der Entwicklerkonferenz WWDC gezeigt werden, könnte dann als Teil von iOS 27, macOS 27 und iPadOS 27 im Herbst erscheinen. Die Ki-Features seien in diesem Jahr die Hauptneuerung, so Gurman. Intern hat Apple wohl auch eine Siri als App getestet, die an Gemini und ChatGPT erinnert. Diese Idee wird aber nicht umgesetzt, stattdessen setzt Apple auf Integration. Das bedeutet auch, dass der Siri-Chatbot Gerätefunktionen steuern kann – und auch Aufgaben in Apps beherrscht. Die Gemini-Version, die Apple nutzt, sei breit angepasst. Sie hört auf den internen Namen Apple Foundation Model 10 und kann auch ausgetauscht werden.

In einem zweiten Bericht heißt es, Apple interessiere sich erstmals für die Entwicklung eines eigenen KI-Wearable. Die Hardware, die offenbar mehr als nur ein Forschungsprojekt zu sein scheint, erinnert laut Quellen des IT-Magazins The Information an einen AirTag-Tracker, wird aber mit mehreren Kameras, einem Lautsprecher, Mikrofonen und drahtloser Ladefunktion ausgerüstet. Käme die Hardware auf den Markt, ginge das angeblich ganz schnell: Angepeilt sei 2027. Das AI-Wearable würde an im Markt glorreich gescheiterte sogenannte KI-Pins erinnern. Ein entsprechendes Projekt, geleitet von einem Ex-Apple-Designer, hatte nach kurzer Zeit wieder den Markt verlassen müssen und war von Kritikern zu einem der schlechtesten Geräte der letzten Jahre erklärt worden.

Allerdings nimmt OpenAI die Idee eines AI-Wearables sehr ernst: Dort arbeitet Unternehmenschef Sam Altman direkt mit der ehemaligen Apple-Design-Ikone Jony Ive zusammen und hat Milliarden in dessen Firma io gesteckt. Dort sind angeblich vier Produkte in der Pipeline: Ein Pin, ein Stift, Brillen und ein Lautsprecher; möglicherweise aber auch Ohrstöpsel. Offenbar hat das Apple veranlasst, jetzt doch eine Ansteck-KI zu entwickeln. Bis zu 20 Millionen Einheiten wolle der Konzern bauen und gehe dabei schneller vor als gewohnt, so eine informierte Person. Der KI-Pin soll ansonsten dünn, flach und rund sein und aus einer Hülle aus Alu und Glas bestehen.

Die beiden Kameras, eine mit Standardlinse und eine mit Weitwinkel, soll Fotos und Videos der Umgebung erfassen. Es sei noch unklar, ob Apple das AI-Wearable mit Geräten wie Smartglasses oder AirPods verknüpfe. Angeblich erwägt der Konzern, dass Kunden gleich mehrere Stück kaufen sollen, ähnlich wie AirTags. Wie viel KI-Verarbeitung auf dem Gerät selbst erfolgt ist unklar. Möglicherweise wird auch ein iPhone benötigt. Apple dürfte im AI-Wearable auch Google-Technik nutzen. Der Konzern hat Anfragen zu dem Thema nicht beantwortet.

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(bsc)