Noch vor Siri: Chatbot Enchanté hilft Apple intern

Dass Apple gar nichts mit KI anfängt, ist natürlich Unsinn. Neben Apple Intelligence und Siri nutzt der Konzern auch Chatbots, wenn auch derzeit noch nur innen.

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Jemand tippt auf ein Smartphone, es erscheint ein Roboter und ein Einkaufswagen.

KI: Ja, das macht auch Apple.

(Bild: Lalaka/Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Bevor Siri mit – vermutlich – iOS 27 & Co. erstmals zum echten Chatbot wird, arbeitet man auch bei Apple selbst zumindest intern mit eigenen KI-Systemen dieser Art. In den Büros des Konzerns sollen laut Insidern aktuell mindestens zwei spezielle KI-Apps laufen, die den Mitarbeitern die Arbeit erleichtern. Eine hört auf den Namen „Enchanté“ (auf Deutsch etwa: „Bezaubernd, Ihre Bekanntschaft zu machen“) und wurde bereits im letzten Herbst ausgerollt.

Nach Informationen von Macworld-Autor Filipe Esposito, der seit langem für verlässliche Leaks bekannt ist, handelt es sich dabei um einen „ChatGPT-artigen KI-Assistenten“. Die Mitarbeiter dürfen die Antworten der KI bewerten, um das Modell zu verbessern. Apple macht mit den Apps zudem Erfahrungen, die dann in eigene Angebote für User fließen. Enchanté kann neben dem Beantworten von Fragen auch für Standardarbeiten wie Ideenentwicklung, Textkorrektur und leichtere Entwicklertätigkeiten verwendet werden – interessanterweise gibt es in diesen Bereichen längst Features von Apple Intelligence beziehungsweise Xcode. Die App soll sich ähnlich wie die Mac-Version von ChatGPT bedienen lassen.

Enchanté wurde spezifisch für Apples Anforderungen und Sicherheitsvorgaben entwickelt, Daten dringen nicht nach außen. An Modellen haben User offenbar mittlerweile eine Auswahl, neben Apples eigenen Foundation Models stehen mindestens noch Claude und Gemini bereit. Interessanterweise ist es sogar möglich, Dateien in das System hochzuladen – etwa Bilder oder PDFs. Zudem hat die Enchanté wohl Zugriff auf den Dienst-Mac. Apple sieht in dem System nicht nur eine Testplattform für KI-Anwendungen, sondern die Mitarbeiter sollen die App für Alltagsarbeiten nutzen. Enchanté wird laut Esposito in allen Abteilungen verwendet – vom Engineering- und Designteam bis zum Marketing und der Chefetage. Um zu prüfen, wie gut sich Apples eigene Modelle schlagen, spuckt die App jeweils Antworten im Vergleich mit denen von Claude und Gemini aus. OpenAI scheint Apple hingegen nicht zu vertrauen, der KI-Riese ist laut dem Berich nicht unter den Modelllieferanten.

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Neben Enchanté nutzt Apple auch noch den sogenannten Enterprise Assistant. Dieser sei auf speziellere Anwendungen zugeschnitten und basiert vollständig auf Apples eigenen Modellen – wohl auch aus Sicherheitsgründen. Das System dient demnach als zentraler Wissensspeicher für Unternehmensgrundsätze und technische Informationen für den Unternehmensalltag. Enterprise Assistant kann beispielsweise erklären, welche Krankenversicherungsgrundsätze bei Apple gelten, welche Rollen Manager haben, wie die Urlaubsregelungen sind und wie man Geräte ins Apple-Netzwerk einbindet.

Auch hier gibt es eine Feedback-Funktion, die es ermöglicht, Antworten nach Genauigkeit und Nützlichkeit zu sortieren. Der Enterprise Assistant soll ebenso breit eingesetzt werden wie Enchanté, berichtet Esposito: „Entwickelt, um Teammitglieder in allen Abteilungen zu unterstützen, darunter Engineering, Design, Produktentwicklung, Marketing, Personalwesen, Kundensupport und Firmenleitung“, heißt es in einer Selbstbeschreibung der App.

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(bsc)