VW ID.4 wird zum ID. Tiguan
VWs Elektromodelle verlieren nach und nach ihre Ordnungsnummern. Nach dem ID. Polo steht nun der „neue“ Name für den ID.4 fest: Er wird zum ID. Tiguan.
Zurück zu bekannten Marken: VW führt nach und nach eine Umbenennung seiner ID.-Modelle durch.
(Bild: Christoph. M. Schwarzer / heise Medien)
VWs Elektromodelle verlieren allem Anschein nach sukzessive ihre Ordnungsnummern. Der ID.2, der ID. Polo heißen wird, war nur der Anfang. Auch beim ID.4 steht der „neue“ Name fest.
Aus dem ID.4 wird gegen Ende dieses Jahres im Zuge eines „Reskins“ der ID. Tiguan. Die Umbenennung bestätigte die IG Metall Emden im Laufe einer Veranstaltung öffentlich, wie zuerst die Ostfriesenzeitung berichtete. Laut der Gewerkschaft soll die Produktion des ID. Tiguan in Emden bis Ende 2031 laufen.
Alte Namen für neue Modelle
Mit dem ID.4 erhält nach dem VW ID.2all – nun ID. Polo – das zweite Elektromodell des Wolfsburger Autoherstellers den Namen eines bekannten Modells aus dem VW-Konzern. Zwar ist der 2007 eingeführte Tiguan historisch noch nicht so gefestigt wie der VW Polo, den es seit 1975 gibt. Doch scheint es so, dass die Konzernführung unter Oliver Blume die unter seinem Vorgänger Herbert Diess eingeführten Ordnungszahlen der ID-Serie loswerden möchte.
Zudem dürfte es wenig sinnvoll sein, bei den Modellserien zwischen Verbrennern und E-Autos zu trennen, da Volkswagen nach eigenen Aussagen immer stärker auf E-Mobilität setzen wird. Außerdem möchte VW mit der Umbenennung die Elektromodelle stärker emotional aufladen und eine Nähe zu den etablierten Baureihen schaffen.
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Optische Anpassungen erwartet
Überdies soll das Design der ID-Familie weniger eigenständig werden und sich der Optik der Verbrenner-Baureihen nähern. Das sieht man schon beim ID. Polo, der gesetzter und weniger an der ID.-Serie orientiert ist. Diese Entwicklung wird auch dem ID. Tiguan widerfahren: Von Carscoops veröffentlichte Bilder deuten darauf hin, dass die Optik ein wenig am Tiguan angelehnt wird, aber auch Anleihen vom bisherigen ID.4 zu erkennen sind. Darüber hinaus sollen im Innenraum, wie beim ID. Polo, physische Tasten und Schalter eine wichtige Rolle spielen, darunter ein echter Lautstärkeregler. Damit reagiert VW auf die Kritik an den berührungsempfindlichen Bedienelementen im aktuellen ID.4.
Zudem soll das E-SUV den überarbeiteten modularen Elektrobaukasten MEB+ erhalten, auf dem etwa auch der ID. Polo basieren wird. Es heißt, der ID. Tiguan bekommt damit nicht nur eine modernere Technologiebasis, sondern auch einen neuen Einstiegsmotor. Zumindest die Basisvariante dürfte die kostengünstigere LFP-Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat) erhalten, die VW im PowerCo-Werk in Salzgitter fertigt.
Weitere Umbenennungen denkbar
Beim ID. Tiguan wird VW hinsichtlich der Umbenennungen seiner E-Modelle sicherlich nicht Halt machen. Die bisher auf dem Markt befindlichen IDs wie ID.3 und ID.7 könnten mittelfristig in ID. Golf und ID. Passat umgetauft werden. Schon 2023 sagte Thomas Schäfer, Markenchef für VW, dass der Nachfolger des Golf 8, der gegen Ende der 2020er erwartet wird, batterieelektrisch fahren soll. Damit würden letztlich die ID.- und die klassischen Modellreihen ineinanderfließen.
Eine ähnliche Entwicklung werden wir sicherlich beim VW ID.Every1 sehen: Das tendenziell günstigste und kleinste Modell der ID-Serie könnte entweder den Namen ID. Up oder ID. Lupo erhalten, wobei die erste Option näherliegend ist, da sich der Up bis zur Einstellung im Jahr 2023 recht großer Beliebtheit erfreute. VW möchte seine E-Autos ja emotionaler aufladen.
(afl)