Apple zu EU-App-Store-Regulierung: „Dürfen gewünschte Änderungen nicht umsetzen“
Nachdem ein erster alternativer App-Marktplatz dichtgemacht hat, fürchtet Apple Konsequenzen der EU. Dabei habe die EU laut Apple Änderungen nicht genehmigt.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Apple fürchtet, aufgrund der Schließung des App-Ladens von Setapp auf dem iPhone neuerliche Probleme mit der EU-Kommission zu bekommen. Dabei habe der Konzern bereits Vorschläge zur Umsetzung der von der Union geforderten Änderungen gemacht, sie jedoch nicht implementieren dürfen, heißt es in einem Statement, das der Finanznachrichtenagentur Bloomberg vorliegt. Apple sieht sich laut eigenen Aussagen mit einer „politischen Verzögerungstaktik“ konfrontiert, die dazu dienen soll, dem Konzern Strafzahlungen aufzubürden.
Kritik an Nichtimplementierung
Mitte Januar wurde bekannt, dass sich der ukrainische Anbieter MacPaw dazu entschieden hat, seinen alternativen App-Marktplatz (Alternative App Marketplace, kurz AAM), der 2024 eröffnet worden war, bis zum 16. Februar zu schließen. Als Grund wurden die „sich ständig weiterentwickelnden und komplexen Geschäftsbedingungen, die nicht zum aktuellen Geschäftsmodell von Setapp passen“, genannt. Allerdings wil Apple die längst angepasst haben, zumindest in Vorschlägen an die EU-Kommission. Zuvor wurden 50 Euro-Cent pro Install fällig – ab einer Million Installationen.
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Hier wollte Apple auf fünf Prozent Umsatzanteil herunter, was bereits im vergangenen Jahr vorgeschlagen wurde. Allerdings wartet der iPhone-Konzern laut eigenen Angaben darauf, dass die EU-Kommission die Implementierung überhaupt erlaubt. „Die Europäische Kommission hat uns die Umsetzung genau der Änderungen verweigert, die sie selbst gefordert hatte“, so das Unternehmen in der Bloomberg vorliegenden Stellungnahme aus der vergangenen Woche. „Im Oktober haben wir einen formellen Compliance-Plan vorgelegt, auf den [die Kommission] noch immer nicht reagiert hat.“ Apple sieht hierin eine „Irreführung der Öffentlichkeit“. Zudem verändere die EU-Kommission ständig die Zielvorgaben, „um ein amerikanisches Unternehmen mit aufwendigen Untersuchungen und hohen Geldstrafen unfair zu benachteiligen“. Dass Apple hier „amerikanisches Unternehmen“ betont, scheint ein Signal an die US-Regierung zu sein.
Apple: Alternative App-Stores unbeliebt
Apple teilte weiter mit, dass es keine Nachfrage für AAMs gebe – wobei die Bedingungen, so viele Kritiker, schlicht unattraktiv sind. Setapp stellt Apples Ansicht nach sein Geschäft nicht wegen Apple ein.
Die EU-Kommission plant, auf das Ende des Setapp-Ladens zu reagieren. Dabei soll dies explizit an Apples Nichthandeln festgemacht werden, wie es in einer bislang noch internen Stellungnahme heißen soll. „Apple hat Veränderungen nicht ausgerollt, um zentrale Probleme mit seinen Geschäftsbedingungen anzugehen, darunter die Komplexität.“ Damit würde die EU-Kommission dem Wortlaut von MacPaw selbst folgen.
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(bsc)