Über eine Million Top-Level-Domains .ai: Kein Ende des Geldsegens für Anguilla
Jede Woche wächst die Zahl der registrierten Internet-Domains mit .ai um einen Prozent und die Einnahmen für Anguilla sprudeln und sprudeln.
(Bild: Derson Santana/Shutterstock.com)
Die Zahl der registrierten .ai-Domains steigt weiter rasant und beschert der Karibikinsel Anguilla einen immer größeren Geldsegen. Vorige Woche hat Premierministerin Cora Richardson Hodge bekannt gegeben, dass die Gesamtzahl der Domains die Millionenmarke übertroffen hat. Die Wachstumsrate lag zuletzt bei einem Prozent pro Woche, hat IT-Minister José Vanterpool im Herbst erklärt. Die Regierung hat schon mehrfach versichert, die sprudelnden Einnahmen in langfristige Projekte zu investieren; laut der Zeitung Anguilla Focus wurden damit Straßen saniert und der Flughafen ausgebaut. Zudem konnte das Land die Gesundheitsversicherung für Kleinkinder kostenfrei machen.
Rasantes Wachstum
Dass der KI-Hype dem britischen Überseegebiet in den Kleinen Antillen einen enormen Geldsegen beschert hat, war schon Anfang 2024 publik geworden. AI ist die englische Abkürzung für KI und deshalb bei den unterschiedlichsten KI-Firmen besonders beliebt. Pro Adresse bekommt Anguilla jährlich zwischen 140 und mehreren tausend US-Dollar, je nach Erfolg der zugehörigen Versteigerung. Gleichzeitig werden die meisten Domains jeweils nur für zwei Jahre verkauft, was ihren Wert weiter erhöht. Zuletzt wurden einzelne .ai-Domains für hunderttausende US-Dollar verkauft.
Laut Anguilla Focus hat das Land bis inklusive November etwa 59 Millionen Euro mit den Domains eingenommen, deutlich mehr als die Gesamtsumme von 32 Millionen Euro aus dem Vorjahr und mehr als doppelt so viel wie 2023. Vor dem aktuellen KI-Hype sah das alles noch ganz anders aus, nicht einmal die Nachrichtenseiten des Landes nutzen die Domain. Nach Beginn des KI-Hypes wollte man sich auf der Insel mit gerade einmal 16.000 Einwohnern und Einwohnerinnen auch nicht darauf verlassen, dass das Geld noch länger sprudeln würde, aber bislang ist kein Ende in Sicht. Im Dezember kündigte die Regierung den Aufbau eines Staatsfonds an, um die Einnahmen für künftige Generationen zu sichern.
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Die Vorgänge erinnern an ähnliche Geschichten aus anderen Inselstaaten, denen ihre TLD unerwartete Einnahmen beschert: Tuvalu etwa hat es geschafft, mit seiner .tv-Domain etwa zehn Prozent seines Bruttoinlandsprodukts zu erwirtschaften. Mikronesiens .fm-Domain ist bei Radiosendern und Podcastern sehr beliebt, Tongas .to-Domain bei Torrent- und illegalen Streaming-Websites. Und Tokelau hat sich mit seiner TLD den Ruf ruiniert, weil .tk oft von Betrügern verwendet wird.
(mho)