Prism: KI-Tool für wissenschaftliches Schreiben

OpenAI bringt mit Prism einen KI-basierten Arbeitsbereich für wissenschaftliches Schreiben auf den Markt – beruhend auf LaTeX.

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(Bild: mayam_studio/ Shutterstock.com)

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OpenAI for Science ist eine Initiative, mit der sich das Unternehmen an Wissenschaftler wenden – und sicherlich diese auch an sich binden will. Nun bringt OpenAI Prism heraus, einen KI-basierten Arbeitsbereich für das wissenschaftliche Schreiben. Denn: OpenAI erwartet, dass nach dem Wandel in der Softwareentwicklung nun ein vergleichbarer Wandel in der Wissenschaft stattfinden werde.

Prism war früher mal Crixet und damit ein auf LaTeX-basierter Editor. OpenAI hat Crixet übernommen und umbenannt. Hinzugekommen sind KI-Funktionen, die auf GPT-5.2 beruhen. Grundsätzlich ist LaTeX ein freies Textsatzsystem, das deutlich besser mit sehr komplexen Aufgaben umgehen kann. Das gilt besonders für mathematische Aufgaben. Nicht wenige Menschen werden sich schon einmal ein Dokument zerschossen haben, weil sie eine Kleinigkeit ändern wollten.

Möglich ist mit Prism beispielsweise eine gemeinsame Bearbeitung in Echtzeit, denn freilich läuft alles in der Cloud. Man muss daher davon ausgehen, dass OpenAI alle Inhalte einsehen kann. Die Anzahl der Projekte und Mitwirkenden ist unbegrenzt. Der Dienst ist kostenlos, es bedarf nur eines persönlichen ChatGPT-Kontos, um auf Prism Zugriff zu haben. Organisationen können die Plattform noch nicht nutzen.

OpenAI spricht von einem „KI-nativen Workspace“. KI soll wissenschaftliches Schreiben beschleunigen, heißt es im Blogbeitrag. „Fortgeschrittene Reasoning-Systeme wie GPT‑5 helfen, die Grenzen der Mathematik zu verschieben⁠, beschleunigen die Analyse⁠ von Experimenten mit menschlichen Immunzellen und treiben die experimentelle Iteration⁠ in der Molekularbiologie voran.“ GPT-5.2 sei das fortschrittlichste Modell für mathematische und wissenschaftliche Schlussfolgerungen.

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Mit Prism soll man nun nicht mehr ChatGPT und ein separates Schreibtool geöffnet haben müssen, sondern beides in einem Programm nutzen können. Dadurch könne man beispielsweise auch Fachliteratur und verwandte Arbeiten direkt suchen. OpenAI nennt als Beispiel arXiv, eine Plattform für Pre-Prints, nicht unbedingt eine umfassende Quelle für Fachliteratur.

KI kann bekanntlich auch Diagramme und Abbildungen erstellen, was dann ebenfalls direkt im Dokument möglich sein soll.

(emw)