Neue AirTags: Apple macht nur Dienst nach Vorschrift
Die Tracker mit UWB- und Bluetooth-Funk gehören zu den beliebtesten Apple-Produkten. Fast 5 Jahre dauerte es bis zur Generation 2. Und die enttäuscht.
Neue AirTags 2: Gehört hat Apple auf die User nicht.
(Bild: Apple)
Manchmal kommt man wirklich ins Grübeln, was die Damen und Herren in Cupertino den ganzen Tag lang so treiben. Zuletzt habe ich mich das unter anderem bei den AirPods Max gefragt, die der Konzern fast vier Jahre unverändert auf dem Markt ließ, nur um ihnen dann bloß USB-C samt USB-Audio zu spendieren, sonst aber rein gar nichts zu verändern.
Ein ähnlicher Ansatz lässt sich nun bei den AirTags, einem der beliebtesten (weil günstigsten) Produkte des Konzerns, beobachten. Hier hatte Apple nicht ganz fünf Jahre Zeit, sich etwas Neues zu überlegen. Und was ist passiert? Der Konzern macht Dienst nach Vorschrift, erledigt nur das „bare minimum“. Das mag der Marge dienen, weil die alten Maschinen weiterverwendet werden können – denn zumindest an der äußerlichen Hardware scheint alles unverändert. Nicht einmal ein Löchlein als Öse hat Apple gebohrt. Will man die Geräte irgendwie tragen oder an etwas anbringen, braucht es eine Hülle oder zumindest ein (ausreichend starkes) Kleberli.
Ein neuer Chip, der aber wieder alt ist
Statt großer Neuerungen haben die AirTags 2, die in dieser Woche erscheinen werden, ganze zwei neue Features, von denen eines von vielen Usern gar nicht gewünscht ist. Neuerung Nummer 1: Eine 1,5 Mal größere Reichweite für die „genaue Suche“ (Precision Finding) im Nahbereich dank des neueren U2-Chips, der seit dem iPhone 15 in Apple-Hardware steckt. Nutzbar ist das aber nur mit neueren Geräten (ab iPhone 15, Apple Watch Series 9 oder Ultra 2). Neuerung Nummer 2: Mit noch unbekannten Hardware-Optimierungen wurde der interne Pieps-Lautsprecher um 50 Prozent lauter gemacht. Sie haben richtig gelesen. Das war es.
Videos by heise
Immerhin hat es sich Apple verkniffen, die Preise (ab 32,90 €) zu erhöhen, es bleibt bei der unverbindlichen Preisempfehlung von 119 Euro fürs Viererpack oder 35 Euro pro Einzelstück (nur bei Apple jeweils mit kostenloser Gravur). Die AirTags sind zudem genauso groß wie bisher, passen also in vorhandenes Zubehör (Apple selbst hat einen neuen Anhänger ausgerechnet in FineWoven produziert) und nutzen wie gehabt eine Wegwerfbatterie (CR2032), die ungefähr ein Jahr lang hält. Nix mit Akku, nix mit drahtlosem Aufladen.
Lautsprecher ist lauter
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass eine der Neuerungen User eher nerven dürfte: Der lautere Lautsprecher, den Apple unter anderem als Stalkingschutz sieht, sorgt auch dafür, dass sich die AirTags noch weniger zum Diebstahlschutz eignen, denn Diebe werden so einfacher auf das Vorhandensein aufmerksam gemacht. Ob eine Deaktivierung der Lautsprecher weiter möglich ist – sie ist durchaus umstritten – oder Apple hier einen „Anti-Tampering“-Schutz eingebaut hat, ist noch unklar.
Die Gerüchteküche hatte zuvor, zumindest der hoffnungsfrohere Teil, mit längerer Akkulaufzeit und anderen Verbesserungen, etwa beim Formfaktor, gerechnet. Doch daraus wurde wie erwähnt nichts. Die Lücke schließt weiterhin die Zubehörindustrie. Es geht aber noch besser: Schauen Sie sich einfach unter den mittlerweile zahlreich vorhandenen AirTag-Alternativen um, die Apples Findenetz „Wo ist?“ nutzen. Wenn Apple nicht innovativ ist, tun es halt andere – vom trackbaren (natürlich aufladbaren) Geldbeutel bis zum TSA-Schloss.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
(bsc)