Tesla: Gewinn bricht deutlich ein
Das Geschäft von Tesla war bislang auf Wachstumskurs. 2025 schrumpften die Erlöse aber. Roboter und Robotaxis sollen das Steuer herumreißen.
Nach mehr als zehn Jahren auf dem Markt nimmt Tesla das Model S nun auch auf anderen Märkten aus dem Handel.
(Bild: Tesla)
- dpa
Tesla ist in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklung gelungen. Der Umsatz stieg bis 2024 jedes Jahr. 2025 aber wurde die Serie beendet, Tesla muss heftige Einbußen hinnehmen. Firmenchef Elon Musk will nun gegensteuern. Dafür werden Model X und Model S endgültig eingestellt. Tesla will sich auf die Fertigung des Robotaxi-Fahrzeugs Cybercab ohne Lenkrad und Pedale konzentrieren. Davon werde man mit der Zeit vielfach mehr Wagen bauen als von allen anderen Modellen zusammen, hofft Musk. Zudem will Tesla Roboter fertigen.
Gewinn schrumpft um 46 Prozent
Das aktuelle Kerngeschäft von Tesla, der Verkauf von Autos, schrumpft derweil. Das vergangene Jahr war das erste mit einem Umsatzrückgang. Die Erlöse fielen 2025 angesichts gesunkener Auslieferungen um rund drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn brach um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar ein. Tesla verbuchte 2025 den zweiten jährlichen Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. 2024 hatte der Umsatz trotz der niedrigeren Auslieferungen noch um ein Prozent zugelegt.
Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres sanken die Tesla-Auslieferungen um rund 15 Prozent. Im dritten Quartal trieb die Torschlusspanik vor dem Auslaufen der US-Elektroautoprämie Ende September den Absatz zwischendurch auf ein Rekordhoch. Im Vierteljahr darauf folgte dann die Quittung mit dem nächsten Rückgang. Das schlug sich auch in der Bilanz nieder. Der Umsatz fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar und der Gewinn sackte um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ab.
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Erlöse aus Emissionszertifikaten sinken
US-Präsident Donald Trump sorgte unterdessen nicht nur dafür, dass die Steuervergünstigung von 7500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslief, sondern entzog Tesla mit dem Aushöhlen der Regeln zum CO₂-Ausstoß auch eine verlässliche Geldquelle: Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten. In den vergangenen Jahren hatte Tesla die Gewinnsituation mit dem Verkauf der Verschmutzungsrechte immer wieder ordentlich aufgebessert. Doch nun sind andere Autohersteller weniger daran interessiert. Teslas Erlöse aus dem Zertifikatehandel fielen im vergangenen Quartal auf 542 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 692 Millionen Dollar gewesen und 2,76 Milliarden Dollar im gesamten Jahr.
Zu Jahresbeginn wurde Tesla vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pickup Cybertruck hingegen gilt als ein Flop. In den USA griffen Autokäufer im vergangenen Jahr unterdessen verstärkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben und in Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller auf dem Vormarsch, unter anderem aus China.
Sowohl bei autonom fahrenden Autos als auch in der Roboter-Fertigung trifft Tesla auf starke Konkurrenz und muss erst noch beweisen, dass die Technologie des Elektroauto-Vorreiters am Markt bestehen kann. Tesla hat bisher nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz. Sie wurden zuletzt noch von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet. Die Google-Firma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2500 fahrerlose Autos in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.
Zudem ist umstritten, ob Musks Entscheidung, beim autonomen Fahren nur mit Kameras auszukommen, ausreichende Sicherheit bringt. Waymo und andere Hersteller setzen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil. Tesla testet seinen Robotaxi-Dienst aktuell mit rund 500 Fahrzeugen des Model Y in Austin und im Bundesstaat Kalifornien. Allerdings muss in Kalifornien nach wie vor ein Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen.
(Bild: Christoph M. Schwarzer / heise Medien)
Für Teslas Roboter mit dem Namen Optimus seien unterdessen nur chinesische Entwickler eine nennenswerte Konkurrenz, sagte Musk. Allerdings gibt es auch in den USA Firmen, die bereits ihre Roboter in Fabriken getestet haben, etwa Figure AI im US-Werk von BMW. Tesla will die Optimus-Produktion in diesem Jahr beginnen. Musk stellte jüngst auch in Aussicht, dass die bis Ende 2027 „der Öffentlichkeit“ zum Verkauf angeboten werden könnten. Der Tech-Milliardär hat allerdings schon öfter zeitlich ambitionierte Ziele ausgegeben, die er später nicht einhalten konnte.
Model S und Model X werden eingestellt
Um Platz für die Roboter-Produktion zu machen, werde im zweiten Quartal 2026 die Herstellung der größeren Modelle S und X im kalifornischen Stammwerk Fremont eingestellt, sagte Musk. Besitzer der Wagen würden über die Lebenszeit der Fahrzeuge weiterhin technische Unterstützung bekommen, versicherte er. Das 2012 eingeführte Model S war das erste komplett im eigenen Haus entwickelte Fahrzeug von Tesla. Es begründete den Ruf der Firma als Hersteller von Elektroautos, die mit guter Reichweite, Geschwindigkeit und attraktivem Design antrat. Das Model X mit den markanten Flügeltüren folgte 2015. Danach wurden die beiden Modellreihen immer mal wieder aufgefrischt. Inzwischen machen die neueren Fahrzeuge Model 3 und vor allem das Model Y den Großteil des Tesla-Geschäfts aus: Im vergangenen Jahr entfielen auf sie fast 97 Prozent der Auslieferungen.
(mfz)