Vivaldi 7.8: Ein Mittelfinger fĂĽr KI

Sinnvolles Tab-Sortieren und Tools sind laut Vivaldi „Funktionen, die Nutzer tatsächlich haben wollen“ – anders als KI-Assistenz.

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Hände auf Tastatur

Vivaldi sagt, man solle selbst das Ruder in der Hand haben, statt KI machen zu lassen.

(Bild: lenetstan/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Vivaldi weiß, wie man Aufmerksamkeit bekommt: Nämlich, wenn man in einem Blogbeitrag schreibt, dass man KI-first-Ansätzen den Mittelfinger zeige. Der Browserhersteller meint auch, menschliche Intelligenz, gepaart mit mächtigen Tools, würde gegenüber algorithmischen Assistenten immer siegen. Diese Tools sind offenbar vor allem solche, die Inhalte sortieren und Gesuchtes auffindbar machen. Tabs, um genau zu sein.

Mit dem neuen Vivaldi 7.8 zieht ein neues Tab-System ein. Drag-and-Drop-Tab-Tiling sorgt etwa für Darstellungen nebeneinander, also eine Art Split-Screen. Das soll helfen, wenn man beispielsweise Preise vergleichen will, Daten live vergleichen oder ein Referenz-Dokument benötigt. Mit Vivaldi kann man beliebig viele Unterteilungen vornehmen, Chrome und Edge sind laut des Herstellers auf zwei Split-Screens beschränkt.

„Die gesamte Browser-Branche löst das falsche Problem. Sie entwickelt Assistenten, die filtern, was Sie sehen, entscheiden, was Sie nicht sehen, und letztlich Ihr Urteilsvermögen auslagern. Wir entwickeln Tools, die Ihre Fähigkeit zum Erkunden, Vergleichen und Denken erweitern. Der eine Ansatz behandelt Sie wie einen Passagier. Der andere behandelt Sie wie einen Piloten“, schreibt Jon von Tetzchner, CEO von Vivaldi Technologies in der Pressemitteilung.

Neue Tabs lassen sich mit einem Rechtsklick in einem neuen Tab öffnen. Festgelegte Tabs, etwa für Mails, lassen sich nicht einfach überschreiben. Dass man aus Versehen den Tab schließt, weil man dort einen anderen öffnet, soll dank Domain-Restriktionen nicht mehr passieren können. Außerdem gibt es einen neuen Built-in E-Mail-Client, der sich in allen Browser-Fenstern und Arbeitsbereichen öffnen lässt.

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Tetzchner schreibt auch davon, dass KI-Browser die Leitung übernehmen: „You’re not browsing anymore. You are being browsed.“

Vivaldi 7.8 ist ab sofort für Windows, Mac und Linux verfügbar. Der europäische Browserhersteller legt Wert darauf, zu betonen, dass der Browser ohne Tracking auskommt und auch keine Nutzerdaten verkauft.

Auch Mozillas Firefox hat zwar KI-Funktionen an Bord, will den Nutzenden aber die Möglichkeit geben, alles auszuschalten. Hinzukommen lokale Funktionen, etwa die KI-gestützten Zusammenfassungen.

Andersherum versuchen KI-Unternehmen wie OpenAI und Perplexity Browser anzubieten, die komplett auf KI beziehungsweise KI-Assistenten aufgebaut sind. Ausschalten ist hier entsprechen nicht möglich.

(emw)