Creator Studio: Apple verwirrt mit doppelten Apps

Pages, Numbers und Keynote – aber auch Final Cut Pro, Logic Pro und Co. – gibt es jetzt gleich mehrfach. Die Hintergründe zum Creator-Studio-App-Store-Chaos.

vorlesen Druckansicht 17 Kommentare lesen
Mehrere Pages-Icons

Mehrere Pages-Icons: Welche App hätten’s denn gern?

(Bild: heise medien)

Lesezeit: 3 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apples gestriger Rollout seines neuen Kreativ-Mietpakets Creator Studio lief nicht gerade rund: Der Umstieg zum Abonnement und kostenpflichtige Premium-Features für die iWork-Programme sorgten dafür, dass sich so mancher Nutzer beim Blick in seinen Programme-Ordner am Kopf kratzen musste. Der Grund: Apple legte von allen Anwendungen jeweils zwei Varianten an – eine für den Mietbetrieb, eine für den Einzelkauf beziehungsweise die Gratis-Version. Bei Pages, Keynote und Numbers kam noch hinzu, dass diese unterschiedliche Versionsnummern tragen.

Aber der Reihe nach: Apple möchte künftig, dass Nutzer seine Profi- und Office-Apps möglichst abonnieren. 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr kostet Creator Studio (das man, um es mit alten Adobe-Angeboten nicht zu verwechseln, am besten nicht „CS“ abkürzt). Doch parallel zum Abo gibt es die Anwendungen Final Cut Pro, Logic Pro, Main Stage, Motion und Compressor auch noch als Einmalkauf. Die iWork-Apps Pages, Keynote, Numbers plus demnächst auch Freeform (sobald Premium-Inhalte nachgeliefert werden) gibt es ebenfalls in zwei Varianten: die alte Version ohne Premium-Inhalte und die neue mit diesen.

Videos by heise

Den Unterschied erkennt man bei Final Cut Pro, Logic Pro & Co. am Icon: Die Abo-Varianten haben ein Liquid-Glass-artiges, die Einmalkaufvarianten nicht. Die Versionsnummer unterscheidet sich aber nicht. Bei Pages, Keynote und Numbers ist das nicht so: Hier aktualisiert man jeweils auf Version 14.5, während die Varianten, die Zugriff auf die Abo-Premium-Inhalte (etwa Templates und Stockbilder) bieten, auf Versionsnummer 15.1 hören. Im App Store findet man allerdings nur Version 14.5. Öffnet man eine der Apps, erscheint sofort ein Fenster, in dem es heißt, man solle eine „neue Version von [Anwendung]“ nutzen, denn diese hier sei – trotz der Tatsache, dass man gerade ein Update vorgenommen hat – „veraltet“ und könne „gelöscht werden“. Mit einem Klick auf „neue Version öffnen“ gelangt man dann in den App Store zum Download der jeweiligen Version 15.1, klickt man auf „später“, kann die Version 14.5 weiterverwendet werden.

Lädt man eine der 15.1-Varianten herunter, hat man dann zwei Programmpakete von Pages, Keynote und Numbers auf der SSD. Erkennbar ist der Unterschied an den Icons. Da es sich um neue Programmpakete handelt, werden verschiedene Einstellungen von zuvor – etwa die Liste der zuletzt bearbeiteten Dateien – nicht übernommen, was zusätzlich verwirren dürfte. Unklar bleibt auch, ob die 14.5-Varianten wirklich „veraltet“ sind. Bis auf die fehlende Möglichkeit, Abo-Premium-Inhalte aufzurufen (und das neue Icon), scheinen die 14.5-Varianten den 15.1-Varianten zu entsprechen.

Bei Final Cut Pro, Logic Pro & Co. ist alles nochmal etwas anders. Käufer der bezahlten Varianten können ganz normal aktualisieren und erhalten die jeweils neuesten Funktionen. Doch parallel gibt es alle Programme wie erwähnt auch nochmal mit neuem Icon. Bei diesen handelt es sich rein um Mietversionen, man kann sie also nicht zur Einmalzahlung verwenden, sondern muss sogleich ein Probeabo abschließen. Es ist übrigens nicht möglich, dieses zu umgehen und sofort zu zahlen, was buchhalterisch manchmal vorkommen könnte. Die Probephase beträgt stets einen Monat, beim Neukauf von Macs und iPads sogar drei.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(bsc)