iPhone: Apple-Modem soll genauen Standort vor Mobilfunkern verbergen
Mit iOS 26.3 erhält Apples Mobilfunkchip eine Spezialfunktion – auch in Deutschland: iPhones sollen weniger genaue Standortdaten an Netzbetreiber preisgeben.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Apple verleiht seinem hauseigenen Mobilfunkmodem ein erstes Alleinstellungsmerkmal: Ab der kommenden iOS-Version 26.3 ist es in der Lage, die Genauigkeit der Standortdaten zu verringern, die Netzbetreiber einsehen können. Das erläutert der Hersteller in einem Support-Dokument. Die entsprechende Einstellung ist in der Beta des Betriebssystems bereits zu finden und aktuell standardmäßig aktiviert. Mobilfunkanbieter seien dadurch nur noch in der Lage, das iPhone grob etwa auf Ebene des Stadtbezirks zu lokalisieren und nicht länger einen „genaueren Standort“ einzusehen, wie Apple aufführt.
Die genaue Ortung über GPS respektive GNSS für Apps und Dienste werde davon nicht beeinträchtigt, betonte Apple. Auch bei Notrufen sei sichergestellt, dass weiterhin ein möglichst exakter Standort an die Leitstelle übermittelt werde. Dafür kommt auch auf iPhones AML zum Einsatz.
Grobe Stadtteilortung statt Hausnummer
Zu den technischen Details der neuen Datenschutz- und Sicherheitsfunktion schweigt sich Apple bislang aus. Bekannt ist, dass dafür auch die Netzbetreiber mitspielen müssen. In Deutschland ist aktuell nur die Telekom mit an Bord, zudem führt Apples kurze Liste EE und BT in Großbritannien, Boost Mobile in den USA sowie zwei thailändische Mobilfunker auf.
„Die für eine Feinortung nötige Präzision wird eingeschränkt“, bestätigte ein Telekom-Sprecher die Unterstützung der Funktion gegenüber Mac & i. Letztlich sei so durch den Netzbetreiber nur noch eine ungefähre Ortung auf Ebene von Stadtteil oder Bezirk möglich und „nicht mehr Straße oder Hausnummer“.
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Apples erste eigene Baseband-Prozessoren C1 und C1X machen sich derzeit noch rar, sie stecken nur im iPhone Air, dem iPhone 16e und dem iPad Pro M5. Beobachter erwarten, dass ein Apple-Mobilfunkmodem mit dem iPhone 18 Pro im Herbst dann auch in die mit am meisten verkaufte Produktreihe Einzug hält.
Viel Interesse an Smartphone-Standortdaten
Gewöhnlich werden Standortdaten von Smartphone-Nutzern im großen Stil primär über Apps abgegriffen, die diese an Dritte preisgeben – Zugriff auf die Ortungsdienste durch den Nutzer ist hier für exakte Standortdaten allerdings die Voraussetzung. In den USA haben allerdings auch die großen Mobilfunker offensichtlich über Jahre Standortdaten ihrer Kunden gesammelt und verkauft. Die im Mobilfunknetz anfallenden Informationen ungenauer zu gestalten, könnte das erschweren. Auch für staatliche Stellen wie Strafverfolger und Hacker wird es so kniffliger, über Mobilfunkanbieter exakte Ortsdaten einzelner iPhones abzugreifen.
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(lbe)