KI-Boom: Schlecht für Apple durch die Hintertür?
Bislang macht Apple mit Smartphones traditionell die höchsten Gewinne der Branche. Doch der Run auf Chips und RAM durch die KI-Branche könnte das erschweren.
Tim Cook: Sein Megaseller bleibt das iPhone.
(Bild: Apple)
Bislang ist es Apple gelungen, unter dem KI-Hype, den der Konzern mangels eigenem Chatbot und langsamer Siri-Verbesserungen quasi ausgesessen hat, nicht zu leiden: Das iPhone 17 verkaufte sich wie geschnittenes Brot, dem Konzern gelang zuletzt erneut ein Rekordquartal. Auch hielten sich die Ausgaben für Künstliche Intelligenz im Gegensatz zur Konkurrenz in Grenzen – im Falle eines möglichen Platzens der KI-Blase stünde der Konzern also wohl besser da als andere Unternehmen, die Abermilliarden in den Bereich gesteckt haben. Doch nun droht Apple etwas anderes: Der Verlust der enorm hohen Marge, die der Konzern bei Smartphones macht. Diese sollen seit Jahren deutlich über dem liegen, was andere Hersteller verdienen – auch wegen der vergleichsweise hohen Preise. Grund dafür ist die massive Nachfrageinflation, die der KI-Hype ausgelöst hat.
Alle gucken auf Nvidia
So sind die RAM-Preise im vergangenen Jahr massiv gestiegen, selbst billiger Speicher hat sich teils verdoppelt bis vervierfacht. Hinzu kommt, dass Apple wohl nicht mehr der größte Abnehmer beim taiwanischen Chipproduzenten TSMC ist: Laut Angaben von Nvidia-Chef Jensen Huang hat sein Unternehmen die Position als Hauptkunde übernommen. Das heißt, dass Nvidia künftig Preise mit viel Power ausverhandeln könnte – und nicht mehr vor allem Apple.
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Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge steht Apple hier unter Druck. Konzernchef Tim Cook hatte bereits mitgeteilt, dass das Unternehmen Einschränkungen bei Chipversorgung und Speicherpreisen sieht, auch wenn Apple Großeinkäufer ist und langfristige Verträge hat. TechInsights, ein Analyseunternehmen, schätzt, dass Apple für das Basismodell des iPhone 18 künftig gut 57 US-Dollar mehr nur für RAM zahlen wird. Bei einem Verkaufspreis von 799 Dollar in den USA ist das signifikant für die Marge.
Marge unter Druck, Preiserhöhungen unwahrscheinlich
Auch schauen Lieferanten weniger auf Apple als auf Nvidia und andere im KI-Geschäft positionierte Unternehmen. Apples Ausgaben für KI-Hardware seien gering, die Ingenieure bei TSMC und Co. interessieren sich deshalb angeblich weniger für den Konzern. Einen Vorteil hat Apple allerdings noch: Schon jetzt zahlt man für mehr Flashspeicher deutlich mehr als bei anderen Anbietern.
Das Problem: Daraus speist sich die Marge. Es wird aktuell aber nicht damit gerechnet, dass der Konzern beim iPhone 18 die Preise stark erhöht. Apple untersucht derweil Mittel und Wege, weniger abhängig von TSMC zu sein. Zuletzt hieß es, Intel könne erstmals wieder ARM-Chip liefern, etwa einfachere M-Prozessoren.
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(bsc)