RAM-Inflation: Schraubt Apple deshalb am iPhone-Line-up?

Apples Marge speist sich unter anderem aus sehr teuren RAM-Upgrades. Analysten fragen sich, welche Auswirkungen die aktuellen Preissteigerungen haben.

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iPhone Air

Ein iPhone Air.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Apple galt bislang als immun gegen die RAM-Inflation: Dank längerfristiger Verträge und Großeinkäufen sowie marktführend hoher Speicheraufpreise dachten viele Beobachter, dass der iPhone-Hersteller vergleichsweise einfach durch die Krise kommt. Das Problem: Je länger sie andauert, desto stärker wird auch der Konzern aus Cupertino tangiert. Teilweise kam es zu einer Vervierfachung der Preise bestimmter DRAM-Sorten innerhalb weniger Monate. Analysen spekulieren nun darüber, wie Apple reagieren wird. Der Konzern denkt offenbar über eine Doppelstrategie nach.

Zunächst halten Beobachter wie der Bloomberg-Journalist Mark Gurman es für unwahrscheinlich, dass Apple die iPhone-Preise grundsätzlich erhöhen wird. Das heißt: Die Marge könnte schrumpfen. Das wird der Konzernführung unter CEO Tim Cook, der gerade erneut die höchsten Umsätze und Gewinne eines Weihnachtsquartals verkünden durfte, nicht gefallen. Wie sehr die Margen schrumpen, hängt davon ab, wie lange die Apple zur Verfügung stehenden Stückzahlen ausreichen – beziehungsweise von Altverträgen abgedeckt sind, die noch aus der Zeit vor der RAM-Inflation stammten.

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Apple hatte zuletzt eine Bruttomarge über das Gesamtgeschäft von 48 bis 49 Prozent für das laufende Quartal vorhergesagt. Sollte RAM teurer werden, wird Apple parallel versuchen, die Kosten zu reduzieren. Zuletzt schrieb das taiwanische Elektronikfachblatt DigiTimes hierzu, dass Apple eine neuerliche Kostensparrunde eingeleitet habe. Das heißt: In Bereichen, die nicht von der RAM-Inflation erfasst sind, müssen Lieferanten anderer Komponenten „ausgleichen“. Ob sie hier mitziehen, bleibt abzuwarten, doch Apple hat als großer (oder größter) Kunde viel Macht.

Weiterhin scheint Apple an seinem Line-up zu schrauben. Dazu passen diverse Berichte, laut denen Apple in diesem Jahr im September nur Pro-Varianten und das erste Foldable vorstellen wird. Das Standardmodell des iPhone 18 wird hingegen für Frühjahr 2027 erwartet, wenn die RAM-Situation womöglich wieder ganz anders aussieht.

Laut einem Bericht der japanischen Wirtschaftsagentur Nikkei soll das dabei helfen, die Lieferkettenressourcen besser zu managen. Denn RAM ist nicht nur teuer – Apple drohen angesichts der massiven Nachfrage seitens der KI-Unternehmen auch Lieferschwierigkeiten. So ist Apple etwa nicht mehr größter Kunde des Chipfertigers TSMC.

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(bsc)