SpaceX übernimmt xAI, samt Grok und X
Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX übernimmt Elon Musks Firma xAI. Dazu gehören Grok und das Soziale Netz X. Die Pläne sind hochtrabend, selbst für Musk.
(Bild: lilgrapher/Shutterstock.com)
„It’s always sunny in space!“, verkündet Elon Musk. „Im All scheint immer die Sonne!“ Diese fast konstante Sonnenenergie soll in Zukunft Musks Künstliche Intelligenz Grok antreiben. Auf einer Million Satelliten, für den Anfang. Damit begründet Musk die am Montag erfolgte Übernahme seiner Firma xAI durch seine Raumfahrtfirma SpaceX.
SpaceX mit xAI werde die „ambitionierteste, vertikal integrierte Innovationsmaschine auf (und außerhalb) der Erde bilden, mit KI, Raketen, Internet aus dem Weltall, direkten Verbindungen zu Handys und der führenden Echtzeit-Informations- und Freie-Rede-Plattform“, kündigt der reichste Mann der Welt an. In einem Schreiben an die Mitarbeiter stellt er ihnen ihre neue Aufgabe vor: „scaling to make a sentient sun to understand the Universe and extend the light of consciousness to the stars!“
Herr Musk möchte nicht weniger als das Universum verstehen und das „Licht des Bewusstseins zu den Sternen“ bringen. Angesichts des aktuellen Status des globalen Geldwesens könnte eine solche Ansage tatsächlich den geplanten Börsengang von SpaceX beflügeln. Und damit wären die Geldsorgen, die sich xAI durch die sündteure Übernahme Twitters und hohe Ausgaben für den KI-Dienst Grok eingebrockt hat, gelöst.
Endliche Energie auf Erden
Musk weist darauf hin, dass der aktuelle KI-Boom so viel Energie verschlingt, dass dies mit terrestrischen Lösungen nicht realisierbar sei, ohne Umwelt und Siedlungen zu beeinträchtigen. Die Lösung sei, Sonnenenergie direkt im All zu ernten. Also sollen seine Grok-Rechenzentren dort installiert werden. In Form von einer Million Satelliten, „als erster Schritt“.
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Seiner Schätzung nach würden Rechenzentren im All bereits in zwei bis drei Jahren billiger sein als auf dem Boden. Da wäre allerdings ein kleines Transportproblem. Laut Musk wurden im Vorjahr weltweit rund 3.000 Tonnen Nutzlast ins All befördert, überwiegend Satelliten des SpaceX-eigenen Satellitennetzes Starlink. Damit lässt sich Musks Traum nicht verwirklichen.
Stündliche Starts
Auftritt Starship: Die Riesenrakete soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Eine spätere, noch größere Version werde 200 Tonnen Nutzlast befördern können. Jede Stunde ein Start, und schon fliegen Millionen Tonnen jährlich in den Orbit und darüber hinaus. Schließlich plant Musk, auf dem Mond Fabriken zu etablieren, und später, dank im All schwebender Treibstoffdepots, auch zu den Sternen reisen zu lassen.
„Die grundlegende Rechnung ist, dass Millionen Tonnen von Satelliten jedes Jahr … 100 Gigawatt an KI-Rechenleistung jährlich hinzufügen würden, ohne laufende Ausgaben für Betrieb oder Wartung“, schreibt der Mann. „Letztlich gibt es einen Fahrplan, um ein Terawatt (KI-Rechenleistung) jährlich zu starten.“ Die soll dann jenseits des Erdorbits zum Einsatz gelangen, schließlich möchte er ja andere Planeten besiedeln.
„Die Fähigkeiten, die wir durch im Weltall stationierte Datenzentren entwickeln, werden selbstverwaltete Mondbasen, eine ganze Zivilisation auf dem Mars und letztlich die Expansion ins Universum finanzieren“, meint Musk. Den Anfang macht aber wohl der Börsengang SpaceX’.
(ds)