Speicherkrise: PC-Hersteller erwägen chinesischen Speicher
HP, Dell, Acer und Asus sollen teilweise schon DRAM aus China zertifizieren, um den Liefermangel möglicherweise abzufedern.
(Bild: ronstik/Shutterstock.com)
Wer ein Notebook oder einen Desktop-PC kauft, könnte darin künftig Arbeitsspeicher des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) finden. Fast alle großen PC-Hersteller sollen den Speicher derzeit testen oder auf der Suche nach Kontakten sein, um an das Dynamic Random Access Memory (DRAM) zu gelangen.
Darüber berichtet die oft gut informierte Nachrichtenagentur Nikkei Asia. Demnach stecken HP, Dell und Acer bereits in der Zertifizierungsphase. Dabei prüfen die Hersteller etwa, ob der Speicher stabil läuft und wie langlebig er ist. Asus soll etwas später dran, aber ebenfalls am chinesischen DRAM interessiert sein.
Der Weltmarktführer Lenovo ist in China beheimatet und dürfte längst CXMT-Bausteine zumindest für den heimischen Markt beziehen. Aus der Top 6 der weltweit größten PC-Hersteller fehlt demnach nur Apple und auch da ist offen, ob die Firma CXMT nicht zugeneigt ist.
Apple soll 2022 schon Interesse an NAND-Flash-Speicher vom chinesischen Hersteller Yangtze Memory Technologies Co. (YMTC) gehabt haben. Wahrscheinlich aufgrund von politischem Druck entschied sich die Firma dann aber gegen den Einsatz in iPhones.
DDR5 und LPDDR5X mit hoher Geschwindigkeit
Laut eigener Produktseite stellt CXMT DDR5-8000-Bausteine mit einer Kapazität von 24 Gigabit her. Solche „krummen“ Kapazitäten sind inzwischen im Kommen. Der Hersteller muss sich demnach nicht vor der Konkurrenz in Form von Samsung, SK Hynix und Micron verstecken. Lediglich die Effizienz könnte noch niedriger sein. Laut Nikkei soll CXMT die Chipausbeute und -qualität in den vergangenen Monaten verbessert haben.
Für Notebooks bietet CXMT derweil unter anderem LPDDR5X-DRAM mit einer Kapazität von 16 Gigabit pro Baustein an. Mit der angegebenen LPDDR5X-10667-Geschwindigkeit könnte der Hersteller alle aktuellen Prozessoren von AMD und Intel ausreizen.
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Keine Kostenersparnisse
Digitimes aus Taiwan merkt derweil an, dass die beiden chinesischen Speicherhersteller CXMT und YMTC ihre Niedrigpreis-Strategie aufgegeben hätten. Demnach verlangen sie ähnlich hohe Preise wie die Konkurrenz. Die PC-Hersteller würden somit kein Geld mit dem chinesischen Speicher sparen, hätten aber einen zusätzlichen Zulieferer, um etwaige Knappheit auszugleichen.
Laut dem südkoreanischen Marktbeobachter Counterpoint Research hat CXMT bereits einen weltweiten Marktanteil von fünf Prozent bei DRAM. Der Großteil dieser Chips steckt in chinesischen Geräten. Der taiwanische Marktbeobachter Trendforce führt CXMT nicht eigenständig auf, allerdings dürfte CXMT den Großteil der restlichen rund fünf Prozent Marktanteil („alle anderen“) ausmachen.
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(mma)