Hirnstimulations-Headset gegen Depressionen in den USA auf Rezept
Ein Headset stimuliert den präfrontalen Kortex mit Gleichstrom als Alternative zu Antidepressiva. In den USA ist die Technik nun rezeptpflichtig zugelassen.
(Bild: Flow Neuroscience)
Etwa 9,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden laut der AOK an Depressionen, mehr als 5 Millionen sind jährlich von einer depressiven Episode betroffen. Für viele von ihnen kommen Antidepressiva nicht infrage. Ein in Schweden entwickeltes Headset stimuliert den präfrontalen Kortex mit schwachem Gleichstrom und soll sich so wohltuend auf die neuronale Aktivität auswirken – eine Hoffnung für Betroffene.
Eine internationale, randomisierte Doppelblindstudie belegt die Wirksamkeit der Anwendung, insbesondere im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die nur eine Scheinbehandlung mit dem Headset erhielt. In Kombination mit weiteren Maßnahmen ergaben sich dabei noch größere Erfolgsraten. Eine im Februar 2026 veröffentlichte internationale Studie unter Mitwirkung der LMU München belegt zudem, dass das Headset auch die Gefahr von depressiven Rückfällen verringert.
Anders als europäische Stellen hat die FDA (Food and Drug Administration) als zuständige Behörde in den USA das Flow FL-100 als medizinisches Gerät der Klasse III eingeordnet und verschreibungspflichtig zugelassen. Hierzulande ist das Headset dagegen seit 2018 als CE-zertfiziertes Medizinprodukt der Klasse IIa frei verkäuflich und damit rezeptfrei bestellbar. Im Onlineshop des Herstellers Flow Neuroscience kostet es 459 Euro, man kann es aber auch monatlich mieten. Die Entscheidung, ob dieses Verfahren für Deutschland in den Katalog der Kassenleistungen aufgenommen wird, steht noch aus.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels "Hirnstimulations-Headset gegen Depressionen in den USA auf Rezept". Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.