Raindrop.io "Stella": KI-Bibliothekarin fĂĽr die Lesezeichen-Sammlung
Die KI des Bookmark Managers sucht Links, fasst Artikel zusammen oder hilft beim Aufräumen der Lesezeichen.
Nutzer des Online-Bookmark-Managers Raindrop.io finden seit Kurzem einen unscheinbaren, mit „Fragen“ beschrifteten Knopf in der Bedienoberfläche vor. Dahinter verbirgt sich die Assistentin Stella. Sie soll die Lesezeichensammlung viel besser als eine Volltextsuche in ein durchsuchbares Gedächtnis verwandeln. Und das funktioniert erstaunlich gut. Fragt man zum Beispiel nach „Suche mir bitte alle Grundlagenartikel zu KI heraus“, antwortet sie wie im Screenshot dargestellt mit den relevantesten Treffern.
Stella kann außerdem gespeicherte Artikel zusammenfassen, komplexe Inhalte in einfacher Sprache erklären und beim Aufräumen helfen – etwa Duplikate finden, Tags zusammenführen oder unsortierte Lesezeichen in passende Sammlungen verschieben. Bevor sie Änderungen an der Bibliothek vornimmt, fragt sie brav um Erlaubnis.
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Die smarte Assistentin nutzt nach Angaben des Betreibers OpenAIs quelloffenes GPT OSS 120B, das auf eigener Infrastruktur gehostet werde. Nutzerdaten wĂĽrden die Server nicht verlassen und auch nicht zum Training verwendet. Die Assistentin greift fĂĽr ihre Arbeit auf die statischen Kopien zurĂĽck, die der Dienst vom Inhalt jedes gespeicherten Links anlegt. Dabei extrahiert er bis zu 300.000 Zeichen, wobei er auch PDF-Dateien berĂĽcksichtigt.
Stella befindet sich derzeit in der Beta-Phase und ist als Early Access exklusiv für Pro-Abonnenten (ab rund 28 US-Dollar pro Jahr) in der Web-App verfügbar. Neben Englisch werden unter anderem Spanisch, Chinesisch, Japanisch und Russisch unterstützt – Deutsch steht nicht auf der offiziellen Liste, funktionierte aber in unseren Tests reibungslos. Zusätzlich bietet Raindrop.io eine MCP-Schnittstelle an, über die sich die Lesezeichen-Bibliothek auch direkt aus ChatGPT oder Claude heraus nutzen lässt.
(jo)